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Döbeln Supervulkan: Leisnig und halb Nordsachsen auf Lava gebaut
Region Döbeln Supervulkan: Leisnig und halb Nordsachsen auf Lava gebaut
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22:20 16.02.2020
Ungefähr so könnte es ausgesehen haben in der Region vom heutigen Sachsen, von rund 290 Millionen Jahren (Foto: Vulkan Nyiragongo im Ostkongo, offener Lavasee) Quelle: Philipp Laage/dpa-tmn
Leisnig

Genau genommen gab es damals noch niemanden, der sich darüber hätte wundern können. Das liegt 290 Millionen Jahre zurück, was bedeutet: Zu diesem Zeitpunkt existierten noch keine Menschen, nicht einmal Dinosaurier, stattdessen Insekten, die mehrere Meter groß werden konnten.

Burg Mildenstein auf Lava

Wer sich damit auskennt, ist Lutz Simmler, Geschäftsführer des in Grimma ansässigen Vereins „Geopark Porphyrland.– Steinreich in Sachsen“. Eins der weltweit und jemals größten Vulkangebiete reicht bis Leisnig. Zu erkennen ist das an den Porphyrfelsen. Denn das war früher Lava, Asche und Gesteinsbrocken...

Auf einer Fläche mit einem Durchmesser von rund 50 Kilometern, mit dem Ausbruchszentrum bei Wurzen, erreichten Lava und Asche die Region um die heutige Stadt auf dem Berge. Die Lava, heute eine Schicht aus Porphyr, hat eine Stärke von bis zu einem Kilometer – laut Simmler vergleichsweise immens. Deshalb kann die Burg Mildenstein heute so weit oben überm Tal der Mulde thronen. Sie wurde auf einem Felssporn aus Porphyr gebaut.

Einsturztrichter statt Kegel

Simmler betont die Ausdehnung in der Fläche. Ein Vulkankegel in Form eines Berges existiert nicht, stattdessen zwei so genannte Einsturztrichter. Der zweite befindet sich bei Rochlitz. Hervorgerufen wurden diese, nachdem die nach den Ausbrüchen leeren Magma-Kammern einbrachen. Der Ausbruch um Wurzen ist derjenige, dessen Ablagerungen in Form von erkalteter Lava, Gesteinsbrocken sowie Asche bis Leisnig reichen.

Santorini vergleichsweise bescheiden

Vulkantätigkeit gigantischen Ausmaßes, mit zwei Ausbrüchen vor 290 Millionen Jahren, führten dazu. Nach den Worten von Lutz Simmler waren diese Ausbrüche gewaltiger als alles, was heute aus Film und Fernsehen bekannt oder von persönlichen Ferienreisen vorstellbar ist. Wer bereits die ägäische Vulkaninsel Santorini besuchte – bestehend aus einem eingestürzten Vulkankegel: deren Ausdehnung beträgt etwa zehn mal zehn Kilometer – vergleichsweise bescheiden.

Porphyr prägt die Region

Simmler und den Mitgliedern vom Geopark Porphyrland - die Kommune Leisnig ist Mitglied – geht es weniger um Gigantomanie und Nervenkitzel, sondern darum, wie der Porphyr in der Region Lebensweise und Kultur prägte. Um die 50 Varietäten von Porphyr-Gestein seien bekannt. „Roter Porphyr wurde und wird oft verwendet“, so Simmler.

Vortrag zu Vulkan in Börtewitz

Er wurde an der neuen katholischen Kirche in Leipzig verbaut und stammt aus dem Porphyrbruch von Rochlitz. Steinbrüche gehören zu den sichtbaren Aufschlüssen – Orte, an denen die bewegte Zeit von vor hunderten Millionen Jahren heute ablesbar ist. Wer sich zum Supervulkan informieren möchte, merkt sich den Mittwoch, 19. März, vor. Ab 18 Uhr spricht Dr. Jochen Rascher in der Kulturscheune von Börtewitz über das Thema.

Rascher kommt von der GEOmontan Gesellschaft für angewandte Geologie Freiberg GmbH und arbeitet im Vorstand im Nationalen Geopark Porphyrland mit.

Von Steffi Robak

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