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Döbeln Es brennt bei der Roßweiner Feuerwehr
Region Döbeln Es brennt bei der Roßweiner Feuerwehr
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19:53 18.11.2018
Zum ersten Stammtisch der CDU Roßwein hatten Verbandschef Hubert Paßehr (r.) und Wehrleiter René Bernhard eingeladen.
Zum ersten Stammtisch der CDU Roßwein hatten Verbandschef Hubert Paßehr (r.) und Wehrleiter René Bernhard eingeladen. Quelle: Gerhard Schlechte
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Rosswein

An die Brennpunkte der Stadt wolle die CDU ihre Mitglieder, die Stadträte, Stadtverwaltung und Bürger mit ihrem neuen Stammtischkonzept bringen, sagte der CDU-Ortsverbands-Vorsitzende Hubert Paßehr zur ersten Auflage. Da passte die erste Station mit dem Feuerwehrgerätehaus Roßwein gut – denn von hier aus werden nicht nur Brände gelöscht, sondern es brennt auch bei der Wehr selbst, wie mehrere Vertreter deutlich machten.

Allen voran Wehrleiter René Bernhard, der ein flammendes Plädoyer für die Rolle und Wichtigkeit der Feuerwehr in der Stadt hielt und deren Einwohner an ihre Pflichten erinnerte. Ihn ärgere es, wenn sich Anwohner darüber beschweren, dass die Brandbekämpfer mit Blaulicht und Martinshorn durch die Stadt zum Einsatz fahren. „Aber nur so haben wir ein Sonderwegerecht. Sonst werden wir bei einem Unfall wie ganz normale Fahrzeuge behandelt.“

Anwohner nehmen Arbeit der Feuerwehr nicht wahr

Solche und andere Fakten zur Feuerwehrarbeit erklärte er den rund 20 Besuchern, darunter der Brandschutzbeauftragte der Stadt, Michael Klöden, Stadtrat Rico Söhnel oder Pflegedienstchefin Cornelia Brambor.

Ein wichtiges Anliegen der Feuerwehr: „Wir wollen, dass die Leute sehen, wie aktiv wir sind. Es wird oft gar nicht wahrgenommen, dass wir da sind“, sagte Bernhard. Daher wolle die Feuerwehr künftig knappe Einsatzberichte bei Facebook veröffentlichen. Das will Kamerad Maik Fleckeisen übernehmen.

Facebook-Berichte geplant

„Bisher zeigen wir auf unserer Facebook-Seite unser Vereinsleben, Veranstaltungen, Dienste, Übungen. Wir wollen aber anonymisiert auch Einsätze ohne Fotos veröffentlichen mit Alarmierungszeit, Einsatzgrund und Stadtgebiet bzw. Straße des Geschehens. „So wollen wir der Bevölkerung zeigen, dass wir an einem Mittwochabend 23.15 Uhr in der Stadt unterwegs sind, um eine Ölspur zu beseitigen“, erklärte Fleckeisen.

Das Problem dabei: Durch das neue Datenschutzgesetz ist die Verunsicherung groß. Bei der Stadt sei seit vergangener Woche ein Datenschutzbeauftragter aktiv, meinte Michael Klöden. An den könne sich die Feuerwehr unkompliziert wenden.

Zwei Millionen Euro Investitionsbedarf

Darüber hinaus leidet die Roßweiner Wehr unter veralteter Ausrüstung. Während die Einsatzstärke mit 43 aktiven Kameraden und 15 Jugendlichen noch gerade ausreichend sei, müssen Einsätze unter anderem mit einem Tanklöschfahrzeug von 1989 ausrücken. Und das bei vorgegebener Ausrückzeit von 13 Minuten ab Alarm.

Es werde bereits an einem Feuerwehrbedarfsplan gearbeitet, sagte Paßehr. Der allein koste rund 8000 Euro. Der Investitionsbedarf allein bei der Roßweiner Wehr liege aber bei 1,5 bis zwei Millionen Euro, sagte Michael Klöden.

Einsatzfähigkeit erhalten

Auf Cornelia Brambors Frage, was denn passiere, wenn die Stadt dies nicht leisten könne und die feuerwehr einsatzunfähig würde, machte Georg Riedel aus dem Vorstand des mittelsächsischen Verbandes die Folgen deutlich: „Im schlimmsten Fall macht der Kreisfeuerverband den Laden zu. Dann müssten Wehren aus umliegenden Orten die Aufgabe mit übernehmen. Aber Döbeln bräuchte allein 15 bis 20 Minuten zum Einsatzort.“

Aus der lebhaften Diskussion gingen schnell erste Vorschläge hervor, um die Arbeit der Feuerwehr präsenter zu machen. Cornelia Brambor bot an, ihre 30 bis 40 Roßweiner Mitarbeiter im Gerätehaus weiterbilden zu lassen.

Nächster Stammtisch im Februar

Und Hubert Paßehr versprach weitere Stammtische zu organisieren. „Die CDU in Roßwein ist in der Vergangenheit ruhig geworden. Wir müssen aber mit solchen Theman an die Öffentlichkeit. Da soll aber nicht die CDU im Vordergrund stehen, sondern das gesellschaftliche Leben. Wir wollen die Leute aktivieren“, sagte er. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es im Februar. Dann soll das Rote Kreuz in Roßwein besucht werden.

Von Sebastian Fink

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