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Döbeln Mit Feder und Essig die Welt im Kloster entdecken
Region Döbeln Mit Feder und Essig die Welt im Kloster entdecken
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19:12 31.07.2019
Mitbringsel für Zuhause: Zusammen mit Undine Myja füllen die Kinder zum Kreativtag im Kloster Buch Kräuteressig selber ab. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Klosterbuch

Ein Ferientag im Kloster – kann das spannend werden? Letztlich scheint der Reiz darin zu liegen, sich auf etwas einzulassen, was nicht mit Action und Halligalli für den schnellen Zeitvertreib sorgt. Zunehmend wird das Angebot wahrgenommen von den in Sachsen gebliebenen Großeltern, die ihre in Westdeutschland aufgewachsenen Enkel in den Sommerferien zu Besuch haben.

Unentdecktes hervorzaubern

Für die Kinder besteht ein großer Teil vom Abenteuer im Entdecken von Fähigkeiten, die sie zuvor noch gar nicht an sich wahrgenommen haben, weil sie keiner geweckt hat, zum Beispiel: Die Buchstaben einer alten Schrift mit der Feder korrekt nachzuzeichnen.

„Dabei sind Jungen erstaunlicherweise sehr geschickt, wie ich immer wieder feststelle“, sagt Sabine Patzelt vom Förderverein Kloster Buch. Wer meint, eher Mädchen hätten einen Sinn fürs schöne Schreiben, irrt sich ihn diesem Punkt. Patzelt vermutet: „Dass es bei dieser Art zu schreiben sehr korrekt zugehen muss, das spornt auch die Jungen an.“

Anders als beim Kugelschreiber oder Bleistift ändert sich beim Gebrauch der Redis- beziehungsweise Bandzugfeder mit der Schreibrichtung auch die Strichbreite. Dass eine Schreibschrift dadurch erst ihre historische Anmutung bekommt, ist für Schulkinder neu. Ihre Schreibgeräte haben mit der einem Gänsekiel in etwa nachempfundenen Schreibfeder wenig gemeinsam. Wenn sie die Schreibstube im Kloster Buch besuchen, machen sie die Erfahrung mit ihren Eigenen Händen und Augen: Für das schöne am Schreiben sorgt zu einem großen Teil das verwendete Schreibgerät.

Etwas mit nach Hause nehmen

Sabine Patzelt gehört zu den Akteuren, die an den kreativen Ferientagen im Kloster Buch zu den Aktionen einladen und die jungen Gäste dabei auch anleiten. Ziel ist es, dass diese etwas von dem Ferientag mit nach Hause nehmen, was sie mit ihren eigenen Händen geschaffen haben. Jüngst seien rund hundert Gäste gezählt worden, sagt sie. „Ich freue mich, wenn Leute hier her kommen, die selbst etwas herstellen, sich ausprobieren möchten.“

Gäste aus Berlin und München

Nicht selten sei zu beobachten: Da sind die Großeltern zusammen mit ihren Enkeln unterwegs, die teils von sehr weit weg nach Sachsen kommen. „Das ist ein häufiges Phänomen: Die Eltern der Enkel gingen vor Jahren aus Sachsen weg, zogen der Arbeit hinterher, zumeist nach Westdeutschland. Die Sommerferien sind dann ein willkommener Anlass, dass die Enkel zusammen mit den Großeltern etwas unternehmen.“

Mittlerweile kommen Gäste aus Berlin oder München. Ein Kreativ-Ferientag ist eine Möglichkeit, miteinander etwas zu unternehmen, ohne die gesamte Zeit zusammen sein zu müssen. Da setzen sich die Großeltern zum Kaffee hin oder halten sich auf der Wiese an der Mulde auf, während die Kinder die Station im Kloster besuchen. Die Idee zu diesem Angebot entstand zum Teil aus der Not heraus: Die Ferienangebote für Kinder seien daran gescheitert, dass Kinder allein mit öfentlichen Verkehrsmitteln das Kloster schlecht erreichen.“ Angebote müssen also die autofahrenden Großeltern gleich mit ansprechen – die dann ihre Enkel trotzdem auch ein bisschen für sich muddeln lassen können, wie es der Sachse so schön sagt. Für den Montag, 5. August, 10 bis 17 Uhr, ist ein weiterer kreativer Ferientag geplant. Der nächste wieder im Herbst, am 21. Oktober.

Holzbearbeitung wird noch gesucht

Ein Schriftstück selbst gestalten, Kräuter-Essig abfüllen, mit dem Aquarellpinsel umgehen lernen, ein Kunstwerk aus Textilien gestalten, einen Bogen Papier schöpfen – es sind Tagesprojekte mit Workshop-Charakter. Könnte sich das Workshop-Angebot um eine handwerkliche Komponente wie Holzbearbeitung erweitern, würde sich Sabine Patzelt sehr freuen. „Wer es sich zutraut, so etwas in Workshop-Struktur anzubieten, der kann sich gern bei uns im Kloster melden.“

Von Steffi Robak

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