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Döbeln Leiche geborgen und in Rechtsmedizin gebracht
Region Döbeln Leiche geborgen und in Rechtsmedizin gebracht
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16:23 07.12.2018
Die Feuerwehr wurde zu einem Wohnungsbrand in die Leisniger Sonnenstraße gerufen.
Die Feuerwehr wurde zu einem Wohnungsbrand in die Leisniger Sonnenstraße gerufen. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Nach dem Hausbrand in Leisnig wurden am Nachmittag in der ersten Etage die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Überreste eines Menschen geborgen. Sie werden zur Untersuchung in die Rechtsmedizin gebracht. Es handelt sich mutmaßlich um den Bewohner und Eigentümer des Hauses.

Zur Brandursache wird im Ort derzeit wild spekuliert, da dem Feuer offenbar ein Trennungsdrama voraus ging. Die Polizei hält sich mit entsprechenden Verlautbarungen zurück.

Flammen zerstören ein Haus in der Leisniger Sonnenstraße. Eine Leiche muss geborgen werden.

Aus der Nachbarschaft wurden zwei Frauen ins Krankenhaus gebracht. Sie standen unter Schock beziehungsweise Bestand der Verdacht auf Rauchvergiftung. Die Stadtverwaltung war involviert, damit die Nachbarn eine Bleibe haben. Sie kamen vorübergehend bei Verwandten unter.

Bergung der Leiche schwierig

Das Feuer hat das Haus derart zerstört, dass die Einsatzkräfte wegen der Einsturzgefahr die Räume nicht betreten können. Decken beziehungsweise Balken müssen abgestützt werden, damit die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten menschlichen Überreste geborgen werden können. Dies gestaltet sich technisch sehr schwierig, erläutert Uwe Dietrich vom Bau- und Ordnungsamt der Stadt.

Trümmer eines gemeinsamen Lebens

Nur noch rauchende Trümmer bleiben von dem Leben, welches sich die Familie gemeinsam aufbauen wollte. Dem Brand in einer Doppelhaushälfte in Leisnig ging offenbar eine Trennung voraus. Die Frau hatte die gemeinsame Wohnung zusammen mit ihrer Tochter bereits verlassen. In der Brandruine fanden Kriminaltechniker gegen Mittag die Leiche des Mannes. Beide sind Hauseigentümer, vor etwa acht Jahren eingezogen. Die Frau war heute am Unglücksort.

In den vergangenen Jahren wurde in dem Haus vieles mit eigenen Kräften ausgebaut. Dabei hatte unter anderem ein Nachbar geholfen, der guten Kontakt zur Familie pflegte.

Trauer um Freund: Am Tag zuvor noch geredet

„Der Pool und der Carport sind erst neu gebaut“, erinnert er sich. „Wir beiden haben Kaninchen gehalten, uns unter anderem mit Futter ausgeholfen. Wir waren gute Freunde.“ Jetzt müsse er sich selber erst einmal sammeln, sagt er. Er trauert. Am Tag zuvor sei sein Freund nachmittags zu Besuch gewesen. „Er wollte reden, ihm ging es nicht gut. Traurig, dass das alles so zu Ende gehen muss.“ Zunächst habe er es aus dem Haus nur qualmen sehen. „Dann schlugen plötzlich die Flammen in die Höhe.“

Der Carport war neu gebaut. Auch ein Pool war erst vor wenigen Monaten neu entstanden. Quelle: Sven Bartsch

Mädchen aus der Nachbarschaft meldet Feuer

Die Feuerwehr ist gegen 7 Uhr zum Löschen an die Sonnenstraße ausgerückt. Wie die Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz bestätigt, wurde der Alarm wegen eines Wohnungsbrandes ausgelöst. In einer Doppelhaushälfte in der Sonnenstraße ist ein Feuer ausgebrochen. Gemeldet wurde das Feuer gegen 7 Uhr morgens, von einem Mädchen aus der Nachbarschaft.

Nach Informationen aus der Polizeidirektion Chemnitz habe das Gebäude in Vollbrand gestanden. Auch deshalb waren so lange noch Feuerwehrleute im Einsatz. Es wurde nach Glutnestern gesucht. Per Hubsteiger näherten sich Feuerwehrleute dem Dach und schlugen Dachziegel herunter. Unterm Dach züngelten immer noch die Flammen.

In dem Haus wohnte eine Familie mit Kindern. Wie viele Personen sich zuletzt in dem Gebäude aufhielten, muss noch in Erfahrung gebracht werden. Der Einsatz dauert noch an. Eine Person wird vermisst. Kriminaltechniker sollen noch zum Einsatz kommen.

Von Steffi Robak und Sven Bartsch

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