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Döbeln Förderschüler proben Rapunzel – Am Wachbergturm wird es märchenhaft
Region Döbeln Förderschüler proben Rapunzel – Am Wachbergturm wird es märchenhaft
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18:03 15.05.2019
Märchenhafte Kulisse: Am Waldheimer Wachbergturm führen Schüler „Rapunzel“ auf. Quelle: Sven Bartsch
Waldheim

Die Förderschüler sind im Probefieber. Am Wachbergturm auf der Goldenen Höhe studieren sie derzeit das Märchenstück „Rapunzel“ ein. Dabei hilft DJ Gerd „Biggi“ Beier mit seiner Boutique 76, stellt Verstärkeranlage und spielt die Musiktitel ein. So wie das Rapunzellied „Mädchen im Turme“ von der DDR-Schallplatte „Märchen im Lied“.

Ein 13 Meter langer Zopf

Lange Haare werden in der Inszenierung von Lehrerin Katrin Köhler aber nur symbolisch herunter gelassen und abgeschnitten. Denn eine so umfangreiche Haartracht hat keine der kleinen Schauspielerinnen. Es sind geflochtene Seile, die da vom Wachbergturm als Rapunzels Haar herunter hängen. Heinz Thieme vom Waldheimer Verschönerungsverein erzählt, wie das Requisit nach Waldheim kam: „Ich war in Wernigerode. Da haben die einen Arme-Leute-Turm, wo auch so ein Seil heraushing. Also fragte ich den Kneiper, ob und wo ich so eins für Waldheim bekommen könnte.“ Und so kam Rapunzels Haar aus dem Harz in die Perle des Zschopautals. 13 Meter ist das Seilgeflecht lang.

Die Waldheimer Förderschüler proben am Wachbergturm. Quelle: Sven Bartsch

Die Idee, das Märchenstück Rapunzel am Wachbergturm aufzuführen, hatten die Verschönerer. Bei der Förderschule rannten sie damit offene Türen ein. Und so helfen die Männer vom Verein nun regelmäßig bei den Aufführungen. „Wir müssen Rapunzel immer überreden, ihren Zopf herunterzulassen“, sagt Dietmar Hack verschmitzt. Natürlich ist es nicht die Märchenfigur beziehungsweise deren Darstellerin, die den Seil-Zopf dann von der Aussichtsplattform des Turms herunterlässt, sondern Dietmar Hack oder seine Mitstreiter aus dem Verschönerungsverein.

Wachbergturm einst von Verschönerungsverein gebaut

Die schöne Aussicht hat Waldheim einer gar nicht so schönen kriegerischen Auseinandersetzung zu verdanken. Der damalige preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck provozierte 1870 Frankreich, Preußen den Krieg zu erklären. Gemeinsam mit verbündeten deutschen Ländern gewann Preußen diesen Krieg 1871. Er ging als letzter der sogenannten Vereinigungskriege in die Geschichte ein, denn kurz nach dem Sieg schlossen sich die deutschen Länder zum Deutschen Reich zusammen. Es war daraufhin recht populär, an 1871 zu erinnern. Und so baute der damalige Waldheimer Verschönerungsverein den Wachbergturm.

Seit dem sind fast 150 Jahre vergangen. Und statt Geschichte gibt´s am Wachbergturm Märchen. Am Donnerstag und am Freitag spielen die Förderschüler jeweils 9 und 10 Uhr Rapunzel. Große öffentliche Vorstellung ist dann am Sonntag um 14 Uhr.

Von Dirk Wurzel

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