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Döbeln Geld für Vierseithöfe und mehr: Bauen und Sanieren auf dem Land
Region Döbeln Geld für Vierseithöfe und mehr: Bauen und Sanieren auf dem Land
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20:10 28.12.2018
Daniel Masiak vom  Regionalmanagement beim Planer-Netzwerk.
Daniel Masiak vom Regionalmanagement beim Planer-Netzwerk. Quelle: Foto: Jens Rother
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Region Döbeln

Bis 2020 können private Antragsteller Fördergeld der Europäischen Union beantragen aus dem Leader-Förderprogramm. Gezahlt wird es fürs Bauen und Sanieren auf dem Land. Auf einer Regionalkonferenz in Klosterbuch zogen Akteure jüngst Zwischenbilanz. Wie viel Geld zu bekommen ist und wofür, erklärt Daniel Masiak vom Regionalmanagement beim Planer-Netzwerk PlaNet.

Herr Masiak, wer darf Geld beantragen?

Neben Kommunen, Vereinen, Klein- und Kleinstunternehmen können Privatpersonen Fördergeld beantragen. Wer ein Vorhaben einreichen kann, hängt vom konkreten Projekt ab. Verschiedene Unterlagen müssen eingereicht werden. Um welche es sich handelt, können Antragsteller bei einer kostenfreien Beratung mit dem Regionalmanagement beim Planer-Netzwerk PlaNet abstimmen.

Welche Förderquoten sind zu erwarten?

Für private Vorhabenträger beträgt der Fördersatz für die Um- und Wiedernutzung zu Wohnzwecken derzeit 40 Prozent. Dazu kommen fünf Prozent für jedes zum Zeitpunkt der Antragstellung im Haushalt lebenden minderjährige Kind, bis maximal 50 Prozent. Die Förderhöchstsumme liegt bei 100 000 Euro, die maximalen Fördersätze bei baulichen Investitionen bei 75 Prozent, maximal bis 150 000 Euro. Bei nicht-investiven Vorhaben wie Konzepten oder Studien liegt der maximale Fördersatz bei 80 Prozent beziehungsweise maximal 25 000 Euro.

Wie lange können Interessenten noch Mittel beantragen?

Die aktuelle Förderperiode läuft seit 2014 und noch bis 2020. Die letzten Vorhaben werden im ersten Quartal 2020 bewertet. Im Hinblick auf künftige Fördermöglichkeiten werden Beratungen auch danach angeboten. Da ein Vorhaben Vorlaufzeit benötigt, ist es ratsam, sich bald mit den Möglichkeiten und Anforderungen auseinanderzusetzen. Bei Anfragen rund um das Thema Leader-Förderung besteht seitens des Regionalmanagements das Angebot zur Beratung.

Wie viel Euro sind bisher ausgegeben beziehungsweise wie viele Objekte wurden bisher gefördert?

Insgesamt stehen für das Leader-Gebiet SachsenKreuz+ rund 12 Millionen Euro bereit. 7,5 Millionen Euro flossen bereits in aktuelle Projekte. Bei der Bewilligungsbehörde, dem Landratsamt Mittelsachsen, sind 71 Vorhaben eingereicht. In seiner jüngsten Sitzung hat das Entscheidungsgremium weitere 20 Vorhaben positiv bewertet.

Welche Beispiele können Sie nennen?

Grundsätzlich werden viele alte Höfe privat saniert und als neuer Wohnraum hergerichtet. Dies hilft beim Erhalt historische Bausubstanz, bringt neue Einwohner in die Region und bindet diese an den ländlichen Raum. Fachkräfte werden gehalten und neue siedeln sich an. Die Bandbreite an Vorhaben insgesamt ist so groß wie die Möglichkeiten, die der Aktionsplan ermöglicht. Einige Beispiele von bereits befürworteten Vorhaben sind: Eine Hebammen-Praxis in Reinsdorf bei Waldheim, Umbau der Drogerie Richter auf dem Marktplatz Hartha, Umbau und Erweiterung des Kindergartens „Feldmäuse“ in Grünlichtenberg, die äußere Instandsetzung der Nordseite vom Kirchenschiff und der Fassadenbeschichtung am Turm der Technitzer Kirche, der Park des Hospiz-Geländes in Leisnig, um nur einige zu nennen.

Welche Schwerpunkte werden für den aktuellen Förderzeitraum gesetzt?

Derzeit wird geprüft, ob eventuell Schwerpunkte in den Handlungsfeldern gesetzt werden sollen, in denen die ländliche Lebensqualität erhöht und intelligente Daseinsvorsorge betrieben wird. Auch auf Projekten, die die regionale Wertschöpfung zum Ziel haben, liegt großes Augenmerk.

Regionalmanagement SachsenKreuz+ beim PlanerNetzwerk PLA.NET; Straße der Freiheit 3; 04769 Mügeln OT Kemmlitz. Telefon 03 43 62/ 37 98 00; email: daniel.masiak@planernetzwerk.de. www.sachsenkreuzplus.de

Von Steffi Robak