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Döbeln Frauenpower an der Spitze des Gersdorfer Feuerwehrvereins
Region Döbeln Frauenpower an der Spitze des Gersdorfer Feuerwehrvereins
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16:03 26.05.2019
Jessica Keller ist neue Vorstandsvorsitzende der Gersdorfer Feuerwehrvereins. Quelle: Nicole Grziwa
Gersdorf

Mit offenem Blick und zielstrebigem Schritt läuft sie auf das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in Gersdorf zu. Jessica Keller ist die neue Vorstandsvorsitzende des Feuerwehrvereins. Seit der Gründung vor 20 Jahren war es bisher Wilfried Hoffmann. Somit ist Keller die erste Frau in dieser Position in Gersdorf.

Viele Frauen sind Teil des Vereins. Doch Keller war die einzige Kandidatin. Nach einer sehr knappen Wahl zwischen ihr und Felix Stockmann hat sich die Überzahl für sie entschieden. „Mit der Frauenquote ist das immer so eine Sache. Jeder weiß, wo man sich hinwenden kann, wenn man sich im Dorfleben engagieren möchte“, sagt sie.

Bereits zur Schulzeit übernahm die 30-Jährige das Amt der Klassensprecherin. Auch später wurde sie in den Stadtrat gewählt und war im Kirchenvorstand. „Ehrenämter begleiten mich schon länger“, sagt sie und schmunzelt dabei.

Organisation des Dorffestes hat Priorität

Ursprünglich kommt sie aus Sitten, wohnt derzeit aber größtenteils in Gersdorf. In dem kleinen Ort lebt ihr Freund Robert Porsch, der in der Feuerwehr als Wehrleiter tätig ist. So war auch sie schnell begeistert vom Vereinsleben und engagiert sich bereits seit knapp sechs Jahren bei der Feuerwehr. „Natürlich hat man Angst, wenn man nachts die Sirenen hört“, erzählt sie. Je länger die Feuerwehrmänner im Einsatz seien, desto mehr Sorgen mache sie sich und sei umso erleichterter, wenn sie zurückkehren. Sobald ein Notruf eingeht, legt sie die Socken von Porsch bereit, öffnet alle Türen, damit es schneller geht. Eine der schlimmsten Einsätze für sie, bei dem Porsch dabei war, war der Brand in einem Haus in Leisnig, erinnert sich die Vorstandsvorsitzende.

Sie selbst bekämpft keine Brände. Ihre Aufgabe als Vorstandsvorsitzende ist derzeit die Organisation des Gersdorfer Dorffestes. Der Feuerwehrverein ist für die Essensversorgung zuständig. Weiterhin stellt sich die Jugendfeuerwehr vor und eine Hüpfburg wird von Keller und dem Verein organisiert. Neu in diesem Jahr: Der Kartenvorverkauf für das Konzert des Gospelchores sowie das Abendprogramm am Pfingstsonntag findet am 2. Juni von 10 bis 11 Uhr im Gerätehaus der Feuerwehr statt.

Platz für eine neue Generation

Das Wichtigste aber, ist es den Verein am Laufen zu halten. „Ich möchte das Vereinsleben mit gestalten und die Kommunikation fördern.“ Wenn die Jugendfeuerwehr etwas braucht, das im Übungssortiment fehlt, dann unterstützt Keller sie. Den Nachwuchs und damit die Zukunft des Vereins zu sichern, ist ihr ein Anliegen. Alle zwei Wochen stehen für die Jung-Kameraden Trainingseinheiten verbunden mit Ausflügen in die Region auf dem Programm. Zuletzt besuchten sie etwa die Feuerwehr-Ausstellung auf der Leisniger Burg.

Diese Aufgaben habe der 68-Jährige Wilfried Hoffmann in der Vergangenheit sehr gut verrichtet. „Es ist eine Herausforderung, in diese Fußstapfen zu treten“, sagt sie. Er selbst wolle Platz machen für eine neue Generation.

Die 30-Jährige ist Angestellte im öffentlichen Dienst. Dadurch brauche sie viel Geschick beim Organisieren. Dies lebe sie im Berufs- sowie im Privatleben gerne aus – ein Talent, das sie für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten nutzen kann. Wenn Keller nicht gerade organisatorisch unterwegs ist, arbeitet sie gerne im Garten oder singt im Kirchenchor.

Von Nicole Grziwa

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