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Döbeln Friedhof in Hartha kommt noch nicht zur Ruhe
Region Döbeln Friedhof in Hartha kommt noch nicht zur Ruhe
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00:33 18.04.2018
Friedhofsmeister Sebastian Markert (36) sichtet die verbliebenen Sturmschäden auf dem Friedhof in Hartha. Quelle: Manuel Niemann
Hartha

„Ich habe gerade versucht, über Wendishain zu fahren, aber die Straße dort ist immer noch gesperrt. Der Wald dort sieht wirklich schlimm aus“, berichtete Pfarrerin Maria Beyer am Dienstag, als den Friedhof der Stadt inspizierte. Der verzeichnete nach Sturmtief „Friederike“ ebenfalls Schäden am Baumbestand. „Ich wusste nicht, wie mir geschieht“, erzählt Friedhofsmeister Sebastian Markert über den Moment, als er nach dem Sturm die Schäden sichten wollte. Während Sturm „Herwart“ nur ein paar Baumspitzen gefordert hatte, traf „Friederike“ den Platz schwerer. „Es hat dieses Mal eine richtige Schneise geschlagen“, sagt Beyer. Auch der Stadtwald ist gesperrt. Ähnlich das Bild in der Umgebung: So hat „Friederike“ in Steina in Bachnähe weitere Baumriesen mühelos umgepflügt,in Nauhain am Teich und am Parkplatz hinter Hartha ebenso. In Gersdorf ist auf dem Friedhof eine große Fläche abgesperrt, weil ein Nadelbaum nach dem Sturm windschief steht.

38 Bäume trifft „höhere Gewalt“

Auf dem Friedhof in der Stadt hat der Orkan vor allem den Fichten zugesetzt. 38 Bäume zählt Markert inzwischen. Der Sturm stieß vereinzelt Bäume samt Wurzeln um und beschädigte damit auch den erst erneuerten Zaun. Ein stattlicher Ahorn brach durch den Wind, fiel aber nicht auf die angrenzende Kapelle, dafür aber auf Grabstellen. Die ersten Aufräumarbeiten zeigen: Oft sind die Steine nur umgeworfen worden. Dennoch: Wer beseitigt die Schäden und wer kommt dafür auf? Pfarrerin Maria Beyer erklärt: „Wir dürfen ein Grab nicht einfach so reparieren.“ Es sei Eigentum des jeweiligen Halters. Daher greife auch nicht die Versicherung des Friedhofs. Die versichert zwar gegen Beschädigungen, aber nur an Gegenständen, die zum Besitz des Pfarramts gehörten. Wären die Schäden durch Friedhofsmitarbeiter verursacht worden, spränge die Haftpflicht ein. Bei „höherer Gewalt“ stehe dieser Weg nicht frei. Betroffenen bleibe also nur, bei ihrer Versicherung nachzuhaken, ob ihre Hausratsversicherung auch soweit greift, dass sie die Sturmschäden abdeckt. Wo ihre Hilfe gewünscht ist, werden die Friedhofsgärtner auch zupacken.

Freiwillige Feuerwehr hilft spontan

Ebensolche spontane Unterstützung widerfuhr dem Friedhof bereits: „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe, die uns die Freiwillige Feuerwehr entgegengebracht hat“, erzählt Beyer. Auch Markert stimmt zu: „Die Ehrenamtlichen, die am Montag und Dienstag sagten: ’Wir helfen’, sind ein Glücksfall.“ Die Kameraden sorgten dafür, dass die Wege mittlerweile bereinigt sind. Zusammen mit dem beauftragten Fuhrunternehmen und Containerdienst Dähne haben sie dafür gesorgt, dass die Warnschilder, die das Betreten des Friedhofs nur auf eigene Gefahr gestatten, mittlerweile vor einem überschaubaren Risiko warnen. Sieben Container sind bereits weg, überschlägt Markert. Vereinzelt sind noch Sägespäne von den Arbeiten zu sehen und zerlegte Baumstämme stapeln sich hier und da, während Menschen nach ihren Gräbern sehen. Zwei große Wurzelstümpfe warten noch auf kältere Temperaturen. „Das geht nur mit Technik und festem Boden“, sagt Markert. Der feuchte Boden, der auch ein Grund ist, dass in Hartha und Umgebung Bäume aus der Erde herausgerissen wurden, behindert nun die Aufräumarbeiten. Jetzt heißt es warten auf Frost.

Von Manuel Niemann

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