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Döbeln Friedlich mit Hämmern und Fäusten: Meinsberger erfinden sich wieder neu
Region Döbeln Friedlich mit Hämmern und Fäusten: Meinsberger erfinden sich wieder neu
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00:30 30.05.2018
Das Volleyballturnier der Freizeitmannschaften gehört traditionell zum jährlichen Meinsberger Dorffest. Quelle: Gerhard Schlechte
Meinsberg

Was die Meinsberger jedes Jahr mit ihrem Open Air und dem tags darauf gefeierten Dorffest auf die Beine stellen, ist immer wieder erstaunlich. Auch in diesem Jahr haben sich die Mitglieder des Dorfclubs wieder neu erfunden. Neben Volleyball, Traktorziehen und Puppentheate waren erstmals Karatekinder aus dem Harthaer Seibukan Karate Dojo zu Gast.

15 Kinder traten auf. „Sie zeigen Ausschnitte aus ihren Trainingsinhalten“, erklärte Assistenztrainer Uwe Girbig, selbst mit braunem Gürtel um die Hüften ausgestattet, der seinen Sensei Daniel Herzog vertrat, der wegen des eigenen Trainings fehlte.

Und so staunten die Meinsberger nicht schlecht, wie die Mädchen und Jungen mit Gürtelfarben von weiß für Anfänger bis dunkelblau und braun für Fortgeschrittene ihre Techniken vorführten und dabei in perfektem Japanisch mitzählten und Kampfschreie ausstießen. „Das lernen sie im Training vom ersten Tag an“, erklärte Girbig.

Viele stolze Eltern saßen zudem im Publikum. „Einige Kinder aus Meinsberg gehen in den Dojo nach Hartha und so haben wir sie ermutigt, ihr Können hier zu zeigen“, sagte Ulrike Worbs-Reichenbach vom Dorfclub Meinsberg.

Auch neu: Der Besuch von Schmied Hartmut Lehmann aus Colditz. Der schürte sein Feuer am Rande des Festplatzes unter einem Zeltdach, hatte mehrere Ambosse bereitgestellt und reichlich Metall und Werkzeuge dabei. Der Hüne mit den kräftigen Armen und dem langen Bart bietet normalerweise seine Dienste im Ganztagsangebot des Evangelischen Schulzentrums in Großbardau an. Inzwischen sei er vermehrt auch auf Festen wie in Meinsberg unterwegs.

Und sein Angebot fand schnell Anklang. Der 13-jährige Fabian Wollschläger hämmerte und feilte sich einen Dolch zurecht, den Lehmann anschließend noch reinigte und mit Öl rostfest machte, woraufhin der Junge sein Werk sogleich stolz den Freunden präsentierte.

Dabei sei es Hartmut Lehmann gar nicht so wichtig, was die Kinder da fertigen. „Viele wollen ein Messer oder ein Schwert machen, dann wird es nichts und sie gehen traurig wieder weg. Dann lieber einfach ausprobieren. Es geht um den Umgang mit Feuer, Werkzeug und Metall. Darum, Geduld zu haben, bis es richtig heiß ist, den richtigen Moment abzupassen und seine motorischen Fähigkeiten zu schulen“, erklärte er.

Da kam die neunjährige Amy gerade recht. Sie hatte schon auf dem Wikingerfest auf Schloss Trebsen einmal ein Hufeisen geschmiedet und ging nun ohne festes Ziel zu Werke. „Ich mache einfach irgendwas“, sagt sie und erntete ein Lächeln des Schmieds.

Von Sebastian Fink

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