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Döbeln Frischer Wind und neue Lernmethoden im alten Plattenbau?
Region Döbeln Frischer Wind und neue Lernmethoden im alten Plattenbau?
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14:40 16.04.2019
Mit einem neuen Schulkonzept und einem Pilotprojekt soll im 50 Jahre alten Schulhaus der Grundschule Döbeln-Ost inhaltlich frischer Wind wehen. Quelle: Gerhard Dörner
Döbeln

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz persönlich bringt am Donnerstag in der Grundschule Döbeln-Ost einen Scheck vorbei. Satte 430 000 Euro bekommt die Stadt Döbeln als Schulträger übergeben. Das Geld wird zunächst auf die hohe Kante gelegt, denn in Döbeln-Ost soll in den nächsten Jahren mit einem Neubau für die Grundschule ein großer Wurf gelingen. Der Schulneubau ist auf zehn Millionen Euro geschätzt. Drei Millionen soll eine größere Turnhalle kosten. Für noch einmal sieben Millionen Euro soll als dritter Schritt die 50 Jahre alte Plattenbauschule zu einer modernen Förderschule umgebaut werden.

Andrea Katzer, Schulleiterin der Grundschule-Döbeln-Ost, weiß, dass es noch ein bisschen dauert, bis ihre Schule einmal so aussieht, wie man sich heute eine moderne Grundschule vorstellt. Zunächst werden demnächst die Möbel im Lehrerzimmer erneuert, die sind so alt wie die Schule und das sieht man den Polstern der Stühle auch an.

Alten Mauern neuen Geist einhauchen

Vor allem aber möchten Andrea Katzer und ihr Pädagogenteam den alten Mauern einen neuen Geist einhauchen und das Schulkonzept modernisieren. Eine moderne Atmosphäre, ein gutes Schulklima, ein wertschätzender, vertrauensvoller Umgang im Miteinander zwischen Lehren, Schülern und Eltern sind die Eckpfeiler. Zudem möchte sich die Schule bei einem Pilotprojekt des Sächsischen Kultusministeriums zum Thema Inklusion beteiligen. „Die Schule ist in diesem Jahr endlich personell so gut aufgestellt, dass wir das Pilotprojekt angehen könne“, sagt die Schulleiterin über ihr Kollegium aus gestandenen Pädagogen und engagierten Seiteneinsteigern.

Das Pilotprojekt sieht vor, dass in den beiden neuen ersten Klassen nach den Sommerferien jeweils ein bis zwei Kinder mit besonderem Förderschwerpunkt Lernen aufgenommen werden. Inklusion ist für die Grundschule Döbeln-Ost kein neues Thema. Aktuell lernen sechs Kinder mit ganz unterschiedlichen Schwächen oder Behinderungen an der Schule und es fällt kaum auf. Nur, dass dies jetzt mit den vorhandenen Ressourcen der Schule gestemmt wird. Das bis 2023 laufende Pilotprojekt sichert der Schule dagegen mehr Sachkosten und zusätzlich einen vom Freistaat finanzierten Inklusionsassistenten zu. Auch die Döbelner Förderschule wäre als Partner mit im Boot und sicherte zusätzlichen Unterricht durch Sonderpädagogen ab.

Gegenwind von Seiten der Eltern

Am Donnerstag stellten die Schulleiterin und ihr Kollegium das Pilotprojekt der Schulkonferenz und weiteren interessierten Elternvertretern vor. Auch Dagmar Dettke, Schulleiterin der Förderschule, stand für Fragen zur Verfügung. Doch die Eltern standen der Idee, lernschwächere Schüler in die ersten Klassen einzubinden, nicht sehr offen gegenüber. Was Schulleiterin Andrea Katzer als Chance für alle Schüler ansieht, sehen die Eltern eher skeptisch. Die Schulleiterin würde mit dem Pilotprojekt auch gern anstelle des bisherigen Frontalunterrichtes modernere Lernmethoden einführen, die ein individuelleres Eingehen auf jedes einzelne Kind viel besser ermöglichen. „Man könnte so allen Kindern besser gerecht werden und jedes mit seinen Stärken und Schwächen da abholen, wo es steht. Die pädagogische Unterstützung innerhalb des Projektes käme der gesamten Schule zugute“, sagt sie.

Bis Ende April sollen sich Lehrer, Eltern und Schulträger eine Meinung bilden. Die Stadt als Träger hatte die Teilnahme an der Informationsrunde am Donnerstagabend kurzfristig aus Termingründen abgesagt. Die Schulkonferenz aus je vier Lehrern, Elternvertretern und der Stadt soll bis Ende April/Anfang Mai dazu beschließen. Der Antrag für das Pilotprojekt müsste bis 3. Mai beim Kultusministerium gestellt werden.

Von Thomas Sparrer

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