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Döbeln Geprellt und abgezockt: Hat Kroate aus Döbeln im großen Stil im Internet betrogen?
Region Döbeln Geprellt und abgezockt: Hat Kroate aus Döbeln im großen Stil im Internet betrogen?
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15:20 17.09.2019
Ein 38-Jähriger aus Döbeln soll über das Internet Leute abgezockt haben. (Symbolbild) Quelle: Archiv
Döbeln

Der Kinderwagen war ein Schnäppchen. Auf Ebay-Kleinanzeigen stieß eine 36-Jährige Augsburgerin auf das Angebot. „Ich war mit dem 2. Kind schwanger und war auf der Suche nach einem Geschwisterwagen“, sagte die Frau nun im Amtsgericht Döbeln als Zeugin aus. „Ich dachte, für 330 Euro ein gutes Schnäppchen gefunden zu haben und griff zu.“ Aber sie griff ins Leere.

Konsolen, Sägen, Kinderwagen

So wie etliche weitere Zeugen auch. Sie waren am Dienstag aus ganz Deutschland angereist, um im Amtsgericht Döbeln zu berichten, wie sie auf Angebote hereingefallen waren, die es gar nicht gab. Manche „kauften“ Spielekonsolen, ein Mann aus Hessen eine Elektrosäge. Alle überweisen den jeweiligen Kaufpreis, sahen die Ware aber nie. Büßte der Sägenkäufer „nur“ 53 Euro ein, waren es bei einem Schwaben über 1000 Euro. Der Mann aus Nördlingen hatte das Geld für eine Spielekonsole überwiesen.

Er war jung und brauchte das Geld

Insgesamt listet der Anklagesatz 120 solcher Tatvorwürfe auf. Der 28-jährige Kroate soll Mobiltelefone, Reifen, Zubehör für Modelleisenbahnen in der Spurweite H0 und vieles mehr im Internet feilgeboten haben. Wer darauf hereinfiel, sah sein Geld nie wieder. Über 47 000 Euro habe der Mann den Leuten so abgezockt. Zudem habe der Angeklagte einen 22-Jährigen Döbelner dazu gebracht, Konten zu eröffnen, auf welche die Käufer das Geld einzahlten. „Wir haben uns in der Shisha-Lounge kennengelernt und irgendwann kam das Gespräch auf die Sache mit den Konten“, sagte der junge Mann, der sich geständig einließ. Weil er zur Tatzeit Heranwachsender, also zwischen 18 und 21 Jahre alt war, ist das Jugendschöffengericht für den Fall zuständig. „Ich war bei meinem Vater rausgeflogen, das Amt hat mir nichts bezahlt“, gab der 22-Jährige Geldnot als Motiv an. Insgesamt habe er 1000 Euro „Provision“ vom Angeklagten für die Kontoschieberei erhalten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn der Geldwäsche angeklagt, weil er geholfen haben soll, Geld aus illegalen Geschäften zu verbergen. Von den Betrügereien will der junge Mann nichts gewusst haben.

Warenbetrug für 37 000 Euro

Gegen den Kroaten gibt es noch weitere Anklagen. In einer geht es um Warenbetrügereien mit einem Schaden von über 37 000 Euro. Er soll sich unter anderem Parfüm, Uhren und Computer schicken lassen haben, ohne sie zu bezahlen.

Mammutprozess mit über 150 Zeugen

Allein die acht Aktenordner voll mit Prozessstoff wie Vernehmungsprotokollen zeugen davon: Es wird ein Mammutprozess, den das Jugendschöffengericht hier führt. Die Vorsitzende Richterin Marion Zöllner hat bereits Verhandlungstermine bis Jahresende geplant. Über 150 Zeugen sind geladen. Der Kroate schweigt zu den Anklagen. Ihn brachten Beamte der JVA Waldheim in Ketten zum Prozess. Dort ist er während des Prozesses untergebracht, sitzt sonst wegen anderer Taten in der JVA Zeithain in Strafhaft.

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