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Döbeln Gerichtsstreit zweier Hausbesitzer stoppt Putzarbeiten am Giebel
Region Döbeln Gerichtsstreit zweier Hausbesitzer stoppt Putzarbeiten am Giebel
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18:39 10.10.2019
Dieses Gerüst und die geplanten Arbeiten am Giebel des Gutenberg-Hauses sind zum Zankapfel und zum handfesten Gerichtsstreit beider Hausbesitzer geworden. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Ohne Einigung ging am Mittwoch die Güteverhandlung zwischen zwei Hausbesitzern der Breiten Straße in Döbeln vor dem Amtsgericht Döbeln, Außenstelle Hainichen, zu Ende.

Hausbesitzerin Ulrike T. möchte gern am Giebel ihres Hauses in der Döbelner Fußgängerzone am Giebel den alten Putz abhacken und neu abputzen lassen. Das kündigte sie im August dem Besitzer des Nachbarhauses, Wolfgang M., schriftlich an. Ende September / Anfang Oktober sollten die Arbeiten samt notwendigem Gerüstbau starten. Doch Wolfgang M. war nicht einverstanden und klagte gegen sie.

Grundsätzlich stimmt Nachbar zu

„Mein Mandant ist als Nachbar grundsätzlich einverstanden, dass am Nachbargebäude der Putz erneuert wird“, sagt sein Anwalt Dr. Torsten Schmidt. Mit Rücksicht auf den Mieter in seinem Haus, der bis Ende Oktober Saison in seinem Eiscafé Venezia hat, verlangt er aber, dass die Putzarbeiten samt dem aufzustellenden Gerüst, im Zeitraum zwischen 1. November und Ende Januar erledigt werden. Dem hält Rechtsanwalt René Thimm, Vertreter der beklagten Hauseigentümerin, entgegen, dass die Arbeiten bei Frostgefahr im Winter nicht auszuführen seien und der Nachbar eigentlich auf Grundlage des Nachbarschaftsrechtes zustimmen müsste.

Der Streit eskalierte, als an der Gebäudegrenze tatsächlich ein Gerüst aufgebaut wurde. Wolfgang M. sieht in dem Gerüst, so wie es ausgeführt war, eine Gefahr für sein Dach. Denn um den Giebel des Nachbarhauses abzuputzen, muss das Gerüst auf seinem Dach stehen. Er forderte von der Nachbarin ein fachgerecht ausgeführtes Gerüst, dass die Statik seines Daches berücksichtige. Dies unterlegte er mit dem Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen für Gerüstbau.

Gerüstteile wurden wieder abgebaut

Das bemängelte Gerüstteil auf dem Dach des Klägers musste die von der beklagten Nachbarin beauftragte Baufirma zwischenzeitlich sogar zurückbauen.

Richterin Sandy Ißleb versuchte am Mittwochvormittag im Gütetermin beide Parteien auf einen Vergleich einzuschwören. „Mit einem geringfügig früheren Baubeginn als dem 1. November könnten wir leben. Wir sind bereit, ihre Arbeiten zu ermöglichen“, bot Anwalt Torsten Schmidt an. Wolfgang M. hatte zuvor mit seinem Mieter gesprochen, der mit dem Eiscafé Venezia unter diesen Umständen eine Woche früher, also ab 25. Oktober, in die Winterpause gehen würde.

Anwalt Torsten Schmidt versuchte zudem darzulegen, dass die Arbeiten an dem kleinen Giebel doch keine Wochen sondern höchstens zehn Tagen dauern könnten und es deshalb im November noch genügend frostfreie Tage geben würde. Zudem forderte er, dass ein gutachterlich und fachlich nachgewiesenes Gerüst aufgestellt wird, um Schäden am Dach des Klägers auszuschließen.

Vergleich gescheitert

Anwalt René Thimm wies die Bauzeitplanung des Kollegen zurück und bot für den Vergleich an, sich auf einen Baustart am kommenden Montag, dem 14. Oktober, zu einigen. Auch die Forderung zum Gerüst wies er zurück. „Meine Mandantin hat eine renommierte Firma vom Fach beauftragt. Somit kann man von der Fachlichkeit des Gerüstes ausgehen und davon, dass das Dach des Nachbarn keinen Schaden nimmt. Andernfalls hätte er das Recht auf Schadensersatz.“

Die Einigung scheiterte. Richterin Sandy Ißleb setzte für kommenden Dienstag einen neuen Verhandlungstermin an, bei dem sie ein Urteil verkünden will. Der Bau am Giebel kann also vorerst nicht starten.

Von Thomas Sparrer

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