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Döbeln Gersdorfer wollen Erinnerung an Weltkrieg wach halten
Region Döbeln Gersdorfer wollen Erinnerung an Weltkrieg wach halten
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00:42 22.04.2018
Der Ehrenhain auf dem Gersdorfer Friedhof: Links im Bild ist einer der beiden Gedenksteine, die um eine Metallplatte ergänzt werden sollen. Quelle: Manuel Niemann
Hartha

Der Gemeinderaum, in den die Gersdorfer Friedhofsverwaltung am Dienstagabend geladen hatte, war nur mäßig gefüllt: Pfarrerin Susanne Willig stellte den Entwurf vor, wie das durch die Witterung beschädigte Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges  aufgearbeitet werden soll: Die auf den beiden Steinen nicht mehr lesbaren Inschriften werden durch zwei Metalltafeln ersetzt, auf denen die Namen der Gefallenen und Vermissten eingraviert sind. „Den Opfern von Krieg und Gewalt.

Pläne gab es bereits 2012

„Zum Gedenken an die Opfer des II. Weltkriegs“ ziert diese oben. Es folgen die Namen und ein Zitat aus dem Römerbrief als „Sockel“. Die Friedhofsverwaltung knüpft damit an Entwürfe an, die es bereits 2012 gab, aber nicht verwirklicht wurden.Da dennoch die Bitte immer wieder auftauche, die Namen wieder lesbar zu machen, startete nun der neue Versuch.

Erneuerung kostet circa 4000 Euro

Die Platten fertigen soll der Döbelner Gravierbetrieb Wilhelm. Mit dem Säubern der Steine und einer diebstahlsicheren Anbringung koste dies circa 4000 Euro, überschlug Willig. Geld, das erst noch aufgebracht werden muss: Die Pläne seien zwar mit dem Denkmalschutz abgestimmt, aber da Metall zum Einsatz kommt und nicht der alte Stein bearbeitet oder neue Grabmäler angefertigt kostenintensiver werden, fördert dieser nichts.

Spenden sollen Vorhaben finanzieren

„Der Friedhof kann es nicht aus den laufenden Kosten zahlen“, so Willig. Daher überlegten die Diskussionswilligen, wie Spenden gesammelt werden könnten: Schließlich betreffe das Mahnen nicht nur die Angehörigen, die auch nicht jünger würden. Sie entschieden sich, ein Konto der Kirchgemeinde für diesen Zweck zu reservieren.

Gedenksäule hat Sanierungsbedarf

Sollte mehr Geld eingehen, wird dies genutzt, um den Ehrenhain, der bereits nach dem Ersten Weltkrieg eingerichtet wurde, zu pflegen. Insbesondere die Gedenksäule, an deren Flanken die beiden Gedenksteine in den 1950er Jahren aufgestellt wurden, müsse gesichert werden.

Namensliste liegt weiterhin aus

Kurz bestimmte ein anderer Aspekt den Abend: Ist es nach all den Jahren noch sinnvoll, wie auf den alten Steinen von „Neubürgern“ zu sprechen? Damit waren damals die vermissten oder getöteten Angehörigen von Menschen gemeint, die nach Gersdorf geflüchtet waren. Entschieden wurde, dort auf Änderungswünsche einzugehen, weshalb die Namensliste bis 23. Mai noch einmal ausliegt.

Spendenkonto bis 31. Mai geöffnet

Spenden können bis zum 31. Mai an die Kirchgemeinde Gersdorf/ KVW Grimma, Kontonummer DE62350601901670409020 gerichtet werden. Als Verwendungszweck muss unbedingt „RT 2010 Spende Kriegerdenkmal“ angegeben werden. Mittwochs von 16 bis 17 Uhr ist es zudem möglich, im Gemeindebüro bar zu spenden. Dort liegen auch die Namenslisten aus.

Von Manuel Niemann

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