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Döbeln Gewalt in Waldheim beschäftigt nicht nur die Polizei
Region Döbeln Gewalt in Waldheim beschäftigt nicht nur die Polizei
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20:46 16.09.2019
In Waldheim fliegen die Fäuste. Sollte sich das Problem verschärfen, wird auch die Polizei darauf reagieren. Quelle: Symbolbild/dpa
Waldheim

Waldheim – die Perle des Zschopautals: In der wirklich hübschen Innenstadt mit ihren sanierten Häusern machen sich die Händler Gedanken, wie sie diese weiter beleben können, haben eine Werbeaktion mit auffälligen gelben Aufklebern gestartet, die in Waldheim Willkommen heißen. Die Stadt verzichtet auf Parkgebühren, damit die Kunden der Geschäfte besser, also preiswerter, in der Innenstadt ihre Autos abstellen können.

Schläge im Sechs-Stunden-Takt

Aber der Glanz der Perle droht Flecken zu bekommen. Denn es sind in Waldheim Truppenteile unterwegs, welche kaum mit dem Willkommensgruß gemeint sein können. Beispiel Freitagabend: Zunächst drang Gekeife und Geschrei von der Bushaltestelle am Niedermarkt, kurz darauf gab es ein Handgemenge. Schließlich kam die Polizei. Sie ermittelt nun wegen Körperverletzung gegen einen der Kontrahenten. Keine sechs Stunden später dann der nächste Vorfall. Am frühen Sonnabendmorgen gegen 2 Uhr haben zwei Männer einen 28-Jährigen auf der Güterbahnhofstraße geschlagen, berichtet die Polizei. Der Geschädigte kam verletzt ins Krankenhaus. Vor anderthalb Monaten prügelten sich mindestens zehn Leute öffentlich auf dem Waldheimer Obermarkt.

In der Spur

Gewaltheim statt Perle des Zschopautals? Natürlich nicht. Aber: „Wir müssen das im Auge behalten“, sagt Andre Langner, Stadtrat der FDP. Er spricht sich dafür aus, dass beim Thema Sicherheit die Stadträte parteiübergreifend zusammenarbeiten, Profilierungsbestrebungen sollten in den Hintergrund treten. Ein Problem sieht Andre Langner noch nicht. „Wenn es eins wird, müssen wir uns dafür einsetzen, dass wir mehr Polizei nach Waldheim bekommen“, sagt Andre Langner. Er hat sich bereits in die Spur begeben und Gespräche mit Ordnungsamt und Polizei gesucht.

Manche Waldheimer berichten von Grüppchen, deren Mitglieder mit der Bierpulle in der Hand durch die Stadt ziehen oder am Obermarkt rumlungern. An der Zschopau wiederum sollen sich dem Augenschein nach Drogenkonsumenten aufhalten. Allerdings liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor, „dass in Waldheim rivalisierende Gruppen durch Körperverletzungsdelikte in Erscheinung getreten sind“, sagt Andrzej Rydzik stellvertretender Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz.

Arbeit mit Massenschlägerei

Allerdings wird die Polizei reagieren, wenn sich die Lage verschärft: „Sofern sich Schwerpunkte im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Döbeln auftun, sind die Kollegen in jedem Fall bestrebt, die zur Rede stehenden Ortschaften/Städte verstärkt zu bestreifen und somit Präsenz zu zeigen. Dies ist jedoch maßgeblich von der jeweils aktuellen Einsatzlage abhängig“, so Andrzej Rydzik weiter. Die Polizei hat noch einige Arbeit mit der Massenschlägerei vom 29. Juli. Wie Andrzej Rydzik sagt, wollen die Beamten Zeugen und Beschuldigte vernehmen, was sich aber schwierig gestalte. Zehn Personen sind geladen. Sie standen zum Zeitpunkt der Taten aber unter Drogen oder waren betrunken.

Von Dirk Wurzel

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