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Döbeln Glück Auf: In Gersdorf erschallt des Bergmanns Gruß bei der Nacht
Region Döbeln Glück Auf: In Gersdorf erschallt des Bergmanns Gruß bei der Nacht
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17:31 28.04.2019
Prof. Helmuth Albrecht (l.) und Bergmann Jens Schmidt im Joseph-Schacht des Gersdorfer Bergwerks. Hier stehen die einzigartigen Wassersäulenmaschinen. Quelle: Dirk Wurzel
Gersdorf

In einer halben Stunde konnte man am Sonnabend viel lernen. Solange dauerten nämlich die Schnupper-Führungen, die Jens Schmidt und die Mitglieder des Vereins Segen Gottes Erbstolln veranstalteten. Wenn alles klappt, haben sie den Besuchern ein künftiges Unesco-Weltkulturerbe gezeigt.

„Wir stehen hier an der Gesteinsgrenze“, sagt Jens Schmidt, Vorsitzender des Vereins Segen Gottes Erbstolln, bei einem Zwischenstopp. Und gibt ein erstes lehrreiches Beispiel über den Aufbau der Erdkruste, der sich hier im Adam Stolln gut nachvollziehen lässt. In größerer Tiefe besteht das Gebirge aus Gabbro, einem brutal harten magmatischen Tiefengestein, Granit und Gneis nicht unähnlich. Darauf liegt eine Schicht aus Phyllit auf. Dieser Tonschiefer ist weich und porös. Mit dem Fingernagel lassen sich leicht kleine Brocken rauspopeln. Was müssen die Bergleute damals vor hunderten von Jahren geflucht haben, als sie vom weichen Phyllit in den harten Gabbro kamen, das Werkzeug von Schaufel und Hacke zu Schlegel und Eisen wechseln und sich beim weiteren Aufwältigen des Adam Stollns übelst schinden mussten...

Kupfer und Silber holten die Bergmänner bis Ende des 19 Jahrhunderts aus dem Gersdorfer Berg, den ein Geflecht aus Stollen, Schächten und Querschlägen zu weiten Teilen durchzieht. Das komplett zu erkunden, dauert mehrere Stunden.

Zu den imposanten Wassersäulenmaschine im Joseph-Schacht ist es dagegen nicht weit. Schacht bedeutet in der Bergmannsprache vertikal verlaufende Gänge im Bergwerk. Für die einen mögen diese maschinen nur rostiges Alteisen sein. Aber für Kenner und interessierte Laien sind die über 33 Meter hohen Zylinder ein wichtiges Zeitzeugnis der Industriegeschichte. Das Grubenwasser treibt die Kolben in den Zylindern an. So war es möglich, Pumpen zu betreiben. „Erst mit der Entwicklung des Gusseisens war es möglich, solche Maschinen zu bauen“, sagt Helmuth Albrecht. Er leitet das Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte an der TU Bergakademie Freiberg und begleitet das Vorhaben „Montanregion Erzgebirge“ wissenschaftlich und engagiert sich als Fördermitglied im Gersdorfer Bergbauverein. Denn auch dieser gehört zur Montanregeion, dem vielleicht bald der Status eines Unesco-Weltkulturerbes verliehen wird. Am Sonnabend war der Professor in Gersdorf und fuhr auch mit ins Bergwerk ein. Dort erklärte er ein Problem der Wassersäulenmaschinen. „Ihre gusseisernen Füße stehen im Wasser. Jeder weiß, dass Eisen rostet. Es gibt daher die Idee, in einem Gemeinschaftsprojekt des Vereins mit der TU Bergakademie, die Maschinen statisch zu sichern.“

Das kostet natürlich Geld. Und das verdient der Verein auch bei seinen Führungen durch den Segen Gottes Erbstolln, die ab sofort wieder möglich sind.

Segen Gottes Erbstolln e.V. J. Schmidt Gersdorf 5 -6 09661 Striegistal 034322-12548 bergbauschmidt@yahoo.de

Von Dirk Wurzel

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