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Döbeln Greifendorfer wollen sich nicht überfahren lassen
Region Döbeln Greifendorfer wollen sich nicht überfahren lassen
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13:52 01.12.2018
Eine Brücke über Greifendorf, um den Verkehr der B 169 aus dem Ort zu bringen –das schmeckt der Gemeinde Rossau überhaupt nicht. Quelle: Wolfgang Sens
Region Döbeln

Drüber hinweg statt drum herum. Seit Jahrzehnten gibt es Pläne für eine Ortsumgehung Greifendorf. „Im Gespräch sind drei Varianten. Die preiswerteste ist eine Brücke über das Dorf“, sagt Rossaus Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos). Hochgekocht ist das Thema Ortsumgehung Greifendorf zum einen, weil die B 169 vor und nach dem Dorf ordentlich ausgebaut ist, die Autofahrer den Ort dadurch noch mehr als Tempo-30-Nadelöhr wahrnehmen. Und zum anderen durch eine Pressemeldung der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann, in der sie den Bundeshaushalt vorstellte und dabei auch auf Straßenbauprojekte einging, wie die Ortsumgehung Greifendorf. Diese steht im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) unter „weiterer Bedarf“, was bedeutet, dass dies als nicht dringlich angesehen wird.

Kein Konsens über Linienführung

„Die Aufnahme von Planungen wäre möglich“, sagt Veronika Bellmann. Aber: „Die Ortsumgehung ist dort bereits in den 90er Jahren im Gespräch gewesen, scheiterte jedoch an einem Konsens über die Linienführung. Die Gemeinde und die Bürger wollten großräumig umfahren, der Bund konnte da aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen nicht zustimmen“, konkretisiert Veronika Bellmann auf Nachfrage.

Gemeinde sträubt sich angeblich

„Mittlerweile hat das Verkehrsministerium von der Gemeinde Rossau einen Beschluss eingefordert, der eine ergebnisoffene Planung zulässt. Dazu sah sich die Gemeinde bisher nicht in der Lage, der Rat beharrt nach wie vor auf einer großräumigen Umfahrung und lehnt bereits im Vorfeld einzelne Varianten ab. Die Planungen kommen deshalb nicht voran, was aber eben nicht am Bund liegt. Der Bund hat die Genehmigung zum Planungsbeginn gegeben und übernimmt damit letztlich auch die Kosten, wenn das Projekt umgesetzt wird“, sagt die Bundestagsabgeordnete. Zuständig für die Planung ist das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

Kommune will mit entscheiden

In der Gemeinde gibt es Befürchtungen, dass der geforderte Beschluss zur ergebnisoffenen Planung für die Brücke über das Dorf führt. Über – statt Umfahrung – das ist in der Gemeinde Rossau nicht gewollt. „Wir wollen mitentscheiden und nichts übergestülpt bekommen“, sagt Bürgermeister Gottwald. „Eine Brücke geht nicht.“ Übrigens: Schon einmal ist der Freistaat mit dem Projekt gescheitert, eine gigantische Talbrücke über ein Dorf zu spannen. Das war gar nicht mal soweit entfernt von Greifendorf: in Kriebethal. Die Pläne der Lasuv-Vorgängerbehörde sahen vor etwa 14 Jahren vor, die Staatsstraße 32 über eine 60 Meter hohe Stelzenbrücke von Ehrenberg bis ans Rittergut Kriebstein zu führen. Der damalige Burgchef Bernd Wippert und eine Bürgerinitiative bekämpften dieses Vorhaben erfolgreich.

Fast zwei Kilometer für rund sechs Millionen Euro

Laut Veronika Bellmann ist im BVWP für die Ortsumgehung Greifendorf ein zweistreifiger Neubau vorgesehen. Die Baulänge beträgt 1,8 Kilometer und die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 5,9 Millionen Euro. Die von der Gemeinde favorisierte Straße würde nicht nur an Greifendorf vorbei führen, sondern auch an Arnsdorf und Schlegel. Die Ortsdurchfahrten sind derzeit für den Autofahrer die nächsten Bremsen auf dem eigentlich schnellen Weg zur Autobahn. Heyda wahrscheinlich eher dran Auf einem anderen Straßenabschnitt der B 169 könnten bald die Bagger kreisen. Bei Heyda soll die Bundesstraße um das Dorf herum führen und außerhalb des Ortes breiter werden, so dass drei Fahrstreifen Platz zum wechselseitigen Überholen bieten. Das Lasuv rechnet mit einem Baubeginn für 2021 – wenn im Planfeststellungsverfahren alles glatt geht.

Von Dirk Wurzel

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