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Döbeln Gutes passiert ohne viele Worte, sagt Dachdeckermeister Klaus Benedix
Region Döbeln Gutes passiert ohne viele Worte, sagt Dachdeckermeister Klaus Benedix
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08:39 30.05.2019
80. Geburtstag, am 29. Mai 2019: Dachdeckermeister Klaus Benedix mit Ehefrau Ingrid und Sohn Christopher. Quelle: Sven Bartsch
Leisnig

Seit 140 Jahren werden unter dem Firmennamen Benedix Dächer gedeckt. Der 80. Geburtstag von Klaus Benedix fällt ebenfalls in dieses Jubiläumsjahr, weshalb er am Mittwoch in die Unternehmensräume im Leisniger Gewerbegebiet einlud. Das Leben des Dachdeckermeisters und auch sein Wirken für die Stadt Leisnig ist unmittelbar mit seinem Unternehmen verbunden, und das bis heute.

Begonnen hatte alles am ersten Firmen-Standort am Stadtwäldchen, wo sein Urgroßvater Ernst den Handwerksbetrieb gründete. Von ihm übernahm es Großvater Arno. Vater Kurt, ebenfalls Dachdecker, fiel im Krieg, doch präsent ist sein handwerkliches Können im Unternehmen trotzdem: in Form einer Darstellung von einem steigendes Ross aus hellem Schiefer auf dunklem Grund, die er als 17-Jähriger fertigte.

Auf Kirchendächern und der Burg unterwegs

Noch heute steht der Name Benedix für sehr gute Handwerksarbeit, zudem gibt es kaum noch Schieferdecker in der Umgebung. Zahlreiche Kirchen wurden deshalb in den vergangenen Jahren von dem Unternehmen neu eingedeckt. Das absolute Prestige-Objekt ist die Burg Mildenstein.

Klaus Benedix übernahm 1961 das Geschäft von seinem Großvater Arno. In der nächsten Generation nach Klaus Benedix trat Christopher Benedix in die Tradition 2005 mit einem eigenen Betrieb ein. Jüngstes Projekt mit großer öffentlicher Außenwirkung: das Kuhstalldach vom Kloster Buch.

Zum Jahresende, so sagt Klaus Benedix, würden beide Unternehmen zusammengeführt und er ziehe sich dann zurück, denn für die Nachfolge sei gesorgt. Von drei Kindern haben Ingrid und Klaus Benedix sechs Enkel. „Ob von denen mal einer aufs Dach steigt, das kann man heute noch nicht sagen“, meint der Jubilar.

Vor einem halben Jahr sah er selber noch in luftiger Höhe nach dem Rechten, und zwar auf der Kirche von Beerwalde. „Auf das Dach gehe ich nicht mehr. Doch vom Gerüst aus die Lage in Augenschein nehmen für einen fachlichen Rat, das klappt schon noch.“

Neustart in vormals russischer Panzergarage

Der Firmen-Standort wechselte mehrfach, an die Johannistalkreuzung, dann an den Lindenplatz, bis sich 1996 die Chance bot, in das neue Gewerbegebiet von Leisnig zu ziehen, und zwar in eine 1934 als Pferdestall gebaute und von der sowjetischen Armee nach dem Krieg als Panzergarage verwendete Halle. „Das war eine historische Chance, das Kasernengelände, statt es abzureißen, vernünftig zu nutzen“, sagt der Dachdeckermeister heute. Und: Ohne geregelte Unternehmensnachfolge hätte er das nicht getan.

Eine Zeit lang schrieb der parteilose Klaus Benedix Stadtpolitik mit, und zwar in der Fraktion der CDU, mit Heiner Stephan als Bürgermeister. Von den Altstadtfesten war er zwei Jahrzehnte lang nicht wegzudenken, zeigte an der Handwerkerstraße, wie filigran er mit dem Schieferhammer arbeitet.

Innungsobermeister holt Lehrlingsfreisprechung nach Leisnig

Als Innungsobermeister der Dachdeckerinnung Döbeln-Rochlitz holte er die Tradition des Lehrlings-Freisprechens 1996 zum Tag der Sachsen erstmals nach Leisnig, was über Jahre hinweg fortgeführt wurde.

„Nach und nach wurden es weniger Lehrlinge“, sagt er mit einer gewissen Sorge, wie sich das Handwerk entwickeln werde. Durch die Lehre in seinem eigenen Betrieb gingen insgesamt etwa 20 Lehrlinge. Aus vieren sei ordentlich was geworden, sagt er und einer davon, Dachdeckermeister Günter Keller aus Großbothen, gratulierte persönlich zum 80. Geburtstag.

Auch wenn sich der Senior nun aus der Geschäftswelt herausnimmt – für seine Stadt ist er noch immer eine feste, verlässliche Größe. Er sorgt dafür, dass sowohl die große Weihnachtspyramide außerhalb der Adventszeit gut untergebracht ist. Leisniger Marktbuden wurden bei ihm gebaut. Zudem steht bei ihm die Münzpresse, an der zum Altstadtfest die Leisniger Silbermünzen geprägt werden. Die Obstland AG sorgt dafür, dass das Gerät zu diesem Zweck in die Altstadt kommt. Das gehe alles Hand in Hand, in aller Ruhe, denn alles sei eingespielt. Das scheint ein Wahlspruch von Klaus Benedix zu sein: „Gutes passiert ohne viele Worte.“

Von Steffi Robak

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