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Döbeln Unterm Kronendach: Harthas Friedhof bietet naturnahe Baumbestattungen an
Region Döbeln Unterm Kronendach: Harthas Friedhof bietet naturnahe Baumbestattungen an
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16:07 07.03.2018
Letzte Ruhe unterm Baumkronendach: Sebastian Markerts Idee von einer naturnahen Baumbestattung lässt sich in Hartha verwirklichen. Quelle: Manuel Niemann
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Hartha

„Gedenke des Todes“ mahnt die Inschrift eines großen Steins im hinteren Bereich des Harthaers Friedhofs. Er ziert den Eingang zu einem fast idyllischen Fleckchen, wo der Friedhof künftig eine naturnahe Art der Bestattung anbietet: Kurz vor dem kleinen Fichtenwäldchen, wo Sturmtief „Friederike“ im Januar noch zerstörerisch tobte, Bäume umpflügte oder abbrach, lässt sich nun Frieden finden. Direkt unter dem Kronendach der Bäume, inmitten stattlicher Rhododendrenstäucher werden künftig Urnen bestattet.

Idee seit 2015 im Kopf

„Die Idee zu den Baumbestattungen hatte ich, seit ich 2015 hier angefangen habe“, erzählt Sebastian Markert (36), der sich um Wohl und Wehe auf dem Friedhof kümmert. Der Friedhofsgärtner überzeugte zunächst Pfarrerin Maria Beyer und den Kirchvorstand. Entsprechende Genehmigungen dann beim zuständigen Regionalkirchenamt eingeholt. Als sie vorlagen, konnte Markert ran ans Werk und den Bereich für die Baumbestattungen gestalten. Die Bäume bekamen eine Einfassung, Erde aufgefüllt und Pflanzen gewählt, die mit dem schattigen Standort klarkommen.

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Grabschmuck gehört nicht in Natur

Den Ort der Bestattung markieren künftig kleine Findlinge. Auf denen steht der Name, das Geburts- und Sterbejahr. „Nichts Künstliches soll in der Natur bleiben“, beschreibt Markert. Daher werde er ein bis zwei Tage, nachdem die Urnen versenkt sind, den Grabschmuck entfernen. Die Blumen kommen dann zur Ablagestelle am großen Gedenkstein. Schieferplatten erleichtern hier das Abstellen. Nur dort sollen nach den Zeremonien Blumen abgelegt werden. Ansonsten übernehme der Friedhof die Pflege des Areals.

Unkomplizierte Grabpflege

Damit richtet sich das Urnengemeinschaftsgrab nicht nur an natur- oder erdverbundene Menschen, sondern auch an jene, die keine Grabpflege durch Angehörige sicherstellen können. Sei es, weil sie keine haben, diese zu weit weg wohnen oder sie den Aufwand keinem zumuten wollen. Der Friedhof ergänzt damit seine Angebote, die neben der regulären Erd- oder Urnenbestattung auch schon Gemeinschaftsgräber und Partnergräber umfasst. Bei Letzteren übernimmt der Friedhof die Pflege, sie entfällt für die Angehörigen wie bei der auch angebotenen Wiesenreihenbestattung.

Veränderte Lebensumstände schlagen sich nieder

„Wir bieten immer wieder etwas anderes an“, sagt Markert. So, wie die Lebensumstände sich änderten und etwa Grüfte, die es auch noch gibt, aus der Mode seien, versuche man sich anzupassen. Zur Naturnähe der Baumbestattung gehört auch, dass die Gräber nur für eine Zeit von 20 Jahren zur Nutzung übertragen werden. 2650 Euro kostet das und kann nicht verlängert werden. In diesem Zeitraum ist sichergestellt, dass die biologisch abbaubaren Urnen, die verwendet werden, verrottet sind. Der Kreis der Natur schließt sich somit.Letzte Ruhe unterm Baumkronendach: Sebastian Markerts Idee von einer naturnahen Baumbestattung wird in Hartha verwirklicht.

Von Manuel Niemann

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