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Döbeln Harthas Geschäfte im Wandel der Zeit
Region Döbeln Harthas Geschäfte im Wandel der Zeit
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10:01 30.04.2019
Steffi Schmid konstruierte die Sonderausstellung in der Heimatstube in Hartha. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Wie sah Hartha wohl in den 1930ern aus? Welche Geschäfte gab es in der Vergangenheit? Antworten werden von den Harthaer Heimatfreunden sowie der Interessengemeinschaft „Wir – für ein schönes Hartha“ (IG) gegeben. Am 5. Mai eröffnet die Sonderausstellung „Historie der Stadt Hartha – Handel und Geschäfte“ in der Heimatstube.

Eine Tafel mit alten Fotos und Informationen steht schon in der Heimatstube bereit. Drei weitere werden bis zur Eröffnung noch aufgestellt. Zu sehen sind der Markt und einige Straßen der Industriestadt. Die meisten Fotografien sind in schwarz-weiß getaucht und stammen aus 1926, 1931, der DDR-Zeit und von heute.

40 Lebensmittelgeschäfte in Hartha

Steffi Schmid, die bereits für die Chronik recherchierte, konstruiert seit Januar die Sonderausstellung für die Heimatfreunde und IG. „Ich habe die Adressbücher aus dem Archiv durchforstet“, erzählt sie. Sie nahm sich den Markt und die bekanntesten Straßen Harthas vor: Karl-Marx-Straße, Dresdener Straße, Pestalozzistraße, Goethestraße und die Leipziger Straße. Sie schrieb auf, was es damals gegeben hat, welche Geschäfte verschwunden sind und welche heute noch existieren. Die Fotos bekam sie von den Bewohnern.

Dabei fand Schmid heraus, dass 1931 insgesamt 40 Lebensmittelgeschäfte und 22 Bäckereien in Hartha existierten. „Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen“, sagt sie. Während der 30er habe es generell mehr Geschäfte als zu anderen Zeiten gegeben, wie die Listen der Frau zeigen. Textilwarenhändler, Knopfmacher und Sattler waren im Laufe der Zeit in der Stadt vertreten. „So viele Läden existierten damals“, sagt Schmid „Wenn man das vergleicht, war es auf allen Straßen so“. Manche Geschäfte befanden sich früher in den Wohnungen der Händler - so zum Beispiel Schuhmacher oder Schneidereien. „Viele Geschäfte, die nach der Wende öffneten, schlossen kurze Zeit später“, fällt Schmid auf. Durch die Schließungen kam auch die Idee für die Sonderausstellung. Die Heimatfreunde und IG kamen auf Schmid zu und baten um ihre Hilfe. „Es ist sehr zeitaufwendig, aber mich interessiert die Heimatgeschichte sehr“, so Schmid. Ihre Familie lebt schon immer in Hartha.

Bibliothek war einmal eine Schulkantine

Ein traditionelles Geschäft ist wohl „Richter Rolf… Ihre Drogerie“ am Markt. Zu DDR-Zeiten übernahm es Familie Richter, davor und in den 20er und 30er Jahren war es die Fachdrogerie Mauersberger.

Ein kleines Fläschchen, das einst mit Baldrian befüllt war, liegt zusammen mit anderen Fundstücken in der Ausstellung aus. „Das Fläschchen habe ich auf dem Dachboden gefunden. Es stammt aus der DDR-Zeit“, erzählt Schmid. Während sie die Ausstellung konstruierte, wurden auch ihre Erinnerungen wach. Vor der Wende war die Bibliothek eine Schulkantine, was man auf den Fotos erkennen kann. „Ich bin da früher selbst essen gegangen“, erinnert sich Schmid. Erinnerungen wolle sie auch bei anderen wach werden lassen. „Ich denke, dass es viele ältere Menschen interessieren wird, da sie vielleicht etwas wiedererkennen“.

Die IG wird vor der Ausstellungseröffnung um 10 Uhr durch Hartha führen, um dabei wissenswertes zum Handel zu erzählen. Treffpunkt dafür ist das Rathaus. Um 13 Uhr endet die Führung in der Heimatstube, wo alles vorbereitet sein wird, um die Besucher auf eine Reise durch die Zeit mitzunehmen.

Von Nicole Grziwa

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