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Döbeln Untreuer Verwalter schädigt Eigentümer in Leisnig
Region Döbeln Untreuer Verwalter schädigt Eigentümer in Leisnig
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13:41 25.04.2018
Ein Hausverwalter stand in Döbeln vor Gericht, weil er sich auf dem Treuhandkonto bedient haben soll. Dort gingen die Mieten für ein Wohnhaus in Leisnig ein. Quelle: picture alliance / dpa
Döbeln/Leisnig

Über 25 Jahre arbeitete er ehrlich und anständig. Hat Grundstücke und Mietwohnungen verwaltet, begleitete Baustellen fachlich. Vor vier Jahren muss dann eine Entwicklung begonnen haben, die letztlich auf die Anklagebank im Amtsgericht Döbeln führte.

Zeuge reist aus Hamburg an

Dort schilderte ein Zeuge, wie die Dinge aus dem Ruder liefen. „Es begann damit, dass die langjährige Büroangestellte des Angeklagten weggegangen ist. Er versicherte uns, dass alles so weiter läuft“, sagte ein Miteigentümer des Hauses an der Chemnitzer Straße in Leisnig als Zeuge aus. Der fast 80-Jährige war aus Hamburg angereist, um im Amtsgericht auszusagen. „Er sollte uns eigentlich vierteljährlich über die Kontostände informieren. Es war auch schwierig, an ihn heranzukommen“, schilderte der rüstige Senior. Am Ende fühlten sich die Eigentümer „arglistig getäuscht“, sagte der Hamburger. Sie wechselten nach 18 Jahren die Wohnungsverwaltung. Nun betreute eine Leisniger Immobilienfachfrau das Haus. Ihr sollte der Grimmaer die Treuhandkonten offenlegen und das Geld übertragen. Es ging um rund 7600 Euro. „Der Verbleib des Geldes in unklar“, heißt es im Anklagesatz. Der Staatsanwalt wirft dem 64-Jährigen Untreue vor, weil er das Geld aus dem Mietzahlungen nicht treuhänderisch verwaltete, wie er es sollte.

Gesundheitlich angeschlagen

„Ich habe das Treuhandkonto aufgelöst“, sagte der Angeklagte. Wie er angab, wollte er die Summe auseinander klamüsern, weil auf dem Konto noch Geld von anderen Wohnungen war. Außerdem hätte das Finanzamt auch das Treuhand-Konto gepfändet. Und dann hätten ihm zwei Bandscheibenvorfälle nicht nur physisch sehr zugesetzt, schilderte der Angeklagte.

Angaben passen nicht

Es passte alles nicht so recht, was der Angeklagte erzählte. Als das Finanzamt die Konten pfändete, war dort kaum noch Geld drauf. Richterin Christa Weik hatte sich die Kontoauszüge kommen lassen. Der Grimmaer gab nun an, dass ihm mehrerer Aufträge weggebrochen seien. Er war noch als Baubetreuer tätig. Was ihn letztlich in die finanzielle Schieflage brachte, lässt sich nicht genau sagen. „Die Misere ging wohl los, als die Büroangestellte die Firma verlassen hat“, stellte Richterin Weik fest.

Mehr Hilfe als Strafe

Sie sprach den Grimmaer der Untreue schuldig und verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft mit Bewährung. Normal ist das nicht. Üblicherweise bekommen Ersttäter Geldstrafen, wenn sie solche eher „kleinen“ Delikte wie Untreue, Betrug oder Diebstahl begehen und der Schaden überschaubar ist. Aber in diesem Fall ist das anders. Staatsanwalt Wunderlich hatte sich für eine Haftstrafe stark gemacht. „Eine Geldstrafe würde er absitzen“, sagte der Anklagevertreter. Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe kann man zur Bewährung aussetzen – und den Verurteilten einem Bewährungshelfer unterstellen. „Der kann dem Angeklagten helfen, sein leben wieder auf die Reihe zu kriegen“, sagte der Staatsanwalt. Er hatte zehn Monate Haft gefordert.

Kopf in den Sand stecken funktioniert nicht

Das war Richterin Weik dann offenbar etwas viel für einen Ersttäter. Aber auch sie sah den helfenden Charakter, den eine Verurteilung zu einer Haftstrafe und Bewährungsbeschluss haben kann. „Ein Bewährungshelfer ist ein ausgebildeter Sozialarbeiter. Dem können Sie von ihren Sorgen und Nöten erzählen“, sagte die Richterin. „Man kann doch nicht den Kopf in den Sand stecken und alles so weiter laufen lassen“, sagte Richterin Weik. Die 7600 Euro muss der Grimmaer zurückzahlen, auch um nicht ins Gefängnis zu müssen. Er hatte bereits seinen Willen erklärt, den Schaden wieder gut zu machen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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