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Döbeln Illegale Downloads bringen Harthaer in Dresden vor Gericht
Region Döbeln Illegale Downloads bringen Harthaer in Dresden vor Gericht
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18:02 03.07.2019
Ein Harthaer soll illegal Filme im Internet hochgeladen haben, damit sie sich andere Nutzer für kleines Geld herunterladen konnten. Deswegen steht er nun in Dresden vor Gericht. Quelle: Archiv
Dresden/Hartha

Zwei Jahre Haft mit Bewährung. Diese Strafe beantragte jetzt die Generalstaatsanwaltschaft für einen Harthaer. Tobias Z. (Name geändert) steht zusammen mit einem Mitangeklagten wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken vor dem Landgericht Dresden. Kinofilme, Computerprogramme und Spiele für kleines Geld – das verbirgt sich hinter dieser sperrigen juristischen Formulierung.

Bewährung möglich

Die Angeklagten sollen über acht Jahre lang diverse Online-Portale, un­ter Verletzung von Urheberrechten, Nutzern gegen Bezahlung Zugang zu Hundertausenden Filmen, Serien oder Musiktiteln verschafft haben. Dabei haben sie Einnahmen in Millionenhöhe erzielt, die den Urhebern verloren gingen. Die beiden sind nur die zwei von vielen Beschuldigten in mehreren Verfahren. „Es gibt noch 25 weitere Angeklagte in weiteren Verfahren“, weiß Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich, der den Harthaer verteidigt. Er hatte mit dem Anklagevertreter und der 5. Großen Strafkammer eine Verfahrensabsprache für seinen Mandanten ausgehandelt. Für eine geständige Einlassung hatte die Kammer eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten bis zu zwei Jahren und vier Monaten in Aussicht gestellt. Wenn es geht, mit Bewährung. Das ist bei den nun beantragten zwei Jahren durch den Generalstaatsanwalt möglich. Rechtsanwalt Göddenhenrich hatte für seinen Mandanten ein Jahr und zehn Monate Haft mit Bewährung beantragt.

Harthaer zeigt Reue

Er war eher der Techniker, sorgte dafür, dass das illegale Geschäftsmodell technisch funktionierte, indem er die Inhalte hochlud und die Datenbanken pflegte. Dafür habe er 3000 Euro bekommen. Prozessbeobachter zeichnen von ihm das Bild eines Computernerds, wie ihn man sich allgemein so vorstellt. „Es war große Scheiße, was ich gemacht habe. Wenn ich Bewährung bekomme, dann fange ich mit einem neuen Job ein neues Leben an“, sagte er in seinem letzten Wort im Prozess.

Geständnisse sparen den Juristen Arbeit

Am 8. November 2017 war Schluss mit der illegalen Online-Videothek. An diesem Tag rückten in mehreren Ländern Europas und in Kanada Polizeibeamte aus, um einer Gruppe von Internetkriminellen das Handwerk zu legen. Konkret ging es um ein Ermittlungen wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken. So gerieten auch der Harthaer und sein Mitangeklagter ins Visier der Ermittler. Gerrit Rene G. Dist gelernter Kaufmann und soll der Hauptadministrator, gewesen sein, der alles organisierte, Zugriff auf alle Daten hatte und die Server zur Verfügung stellte. Beim Prozessauftakt sagte er zu den anwesenden Pressefotografen: „Ich habe ein Copyright auf mein Bild.“ Auch er hatte die Tatvorwürfe gestanden und seine Verteidiger betonten in ihren Schlussvorträgen, wie sehr dies den Prozess abgekürzt habe. Denn eine umfangreichen Beweisaufnahme mit Zeugen aus aller Herren Länder wären Monate, wenn nicht gar Jahre ins Land gegangen. Für G. hatte die Verteidigung drei Jahre und sieben Monate Haft beantragt, die Generalstaatsanwaltschaft vier Jahre und vier Monate. Der Mann sitzt bereits seit 20 Monaten in Untersuchungshaft.

Ihr Urteil will die Wirtschaftsstrafkammer am 9. Juli verkünden.

Von Monika Löffler und Dirk Wurzel

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