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Döbeln Im Porträt: Henning Homann will für die SPD in den Landtag einziehen
Region Döbeln Im Porträt: Henning Homann will für die SPD in den Landtag einziehen
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10:22 29.08.2019
Daheeme in Döbeln.“ Für Henning Homann nicht nur ein Spruch, sondern Verpflichtung. Er will sich in Dresden weiterhin stark machen für seine Heimatregion. Quelle: Gerhard Dörner
Döbeln

MEr gehört zu den Politikern, die sich nicht nur unters Volk mischen, wenn eine Wahl ansteht. Henning Homann (39) von der SPD ist auch sonst oft auf den Straßen und Plätzen der Region anzutreffen. Er veranstaltet Diskussionsrunden, um Bürger und Politik zusammenzubringen. Für seine Aufgaben als SPD-Generalsekretär in Sachsen, Landtagsabgeordneter und Kreisverbandschef in Mittelsachsen weiß er, was die Menschen bewegt.

Und er will – auch wenn eine wichtige Wahl vor der Tür steht – ehrlich sein. Zum Beispiel, was seine Erkenntnis nach fünf Jahren Oppositions- und weiteren fünf Jahren Regierungsarbeit betrifft. „Wer mitregiert, der kann etwas bewirken, wirklich verbessern. Doch das geht nur Schritt für Schritt. Demjenigen, der große Würfe verspricht, begegne ich mit Skepsis. Wer sagt, dass er von heute auf morgen alles ändern kann, der gibt ein Wahlversprechen, das er ganz sicher brechen wird.“

>> Wie der Wahl-O-Mat: Hier geht’s zum Kandidatencheck für die Direktkandidierenden aus dem Altkreis Döbeln

Der verheiratete Vater eines Kindes erklärt es am Beispiel Kinderbetreuung. Nach Stillstand oder Verschlechterung habe sich seine Partei in der Koalition mit der CDU und er ganz persönlich eingesetzt und viel erreicht: Seit 2014 wurden 3.400 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher eingestellt, die Kitapauschale für die Kommunen deutlich erhöht – 600 Millionen Euro flossen dafür. Doch Homann weiß: „Der verbesserte Betreuungsschlüssel steht auf dem Papier, gilt aber oft noch nicht in der Realität – wegen Urlaub, Krankheit, Weiterbildung der Mitarbeiter. Deshalb sollen in den nächsten Jahren weitere 6.000 Erzieherinnen in Sachsen eingestellt werden“, sagt Homann. Das soll auch Grundlage dafür sein, dass mit der von ihm geforderten schrittweisen Einführung der Beitragsfreiheit für die Eltern die Qualität in den Einrichtungen nicht absinkt. Homann: „Bildung muss kostenlos sein, das betrifft nicht nur Schulen und Hochschulen. Kitas sind auch Bildungseinrichtungen, nicht nur Aufbewahrungsanstalten.“ Gerade die Eltern in der „hart arbeitenden Mitte der Gesellschaft“ sollen von der Beitragsfreiheit profitieren.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 1

Zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen gibt das Landratsamt Mittelsachsen Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Bürgerinnen und Bürger sind 1. September wahlberechtigt?

Alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung im Freistaat Sachsen haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Insgesamt sind rund 254 000 Mittelsachsen wahlberechtigt.

Wie erfolgt bei der Landtagswahl die Stimmabgabe?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Direktstimme und eine Listenstimme. Mit der Direktstimme kann sich der Wähler für einen Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) entscheiden. Mit der Listenstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei. Für den Einzug ins Parlament sind mindestens fünf Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Was ist beim Wahlgang zu beachten?

Die jeweilige Stimmabgabe ist nur in dem Wahlbezirk möglich, in dem der Betreffende im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Es besteht aber in Ausnahmefällen die Möglichkeit, in einem anderen Wahllokal innerhalb des jeweiligen Wahlkreises wählen zu gehen, wenn im Vorfeld ein Wahlschein beantragt wurde. Bei der eigentlichen Stimmabgabe ist es wichtig einen amtlichen Stimmzettel und die Wahlkabine zu benutzen, und den Stimmzettel eindeutig zu kennzeichnen (z.B. Ankreuzen). Außerdem sollte der Stimmzettel, so gefaltet werden, dass die Kennzeichnung nicht sichtbar ist.

Wie viele Stimmen benötigen die Direktkandidaten, um in den Landtag einzuziehen?

Aus jedem Wahlkreis zieht der Direktkandidat bzw. die Direktkandidatin mit den meisten Stimmen in den Landtag ein.

Der Döbelner Henning Homann gilt als wichtiger Fürsprecher seiner Heimatregion in der Landeshauptstadt. „Ich habe gemerkt, dass der Landkreis die Döbelner Interessen nicht richtig vertreten kann, es gibt auch die Freiberger und die Mittweidaer Region. Wir müssen selbst alles dafür tun, dass wir als Region Döbeln stärker vom Wachstum der umliegenden Metropolen profitieren.“ Deshalb sein großes Engagement für die Bahnlinie Döbeln-Dresden. Homann sei es dabei wichtig, nicht in Legislaturperioden, sondern in Konzepten und Strategien zu denken. Der langfristige Anschluss von Döbeln ans mitteldeutsche S-Bahn-Netz gehört für ihn dazu. „Ich möchte nicht, dass die Leute aus Döbeln wegziehen, nur weil sie in Dresden oder Leipzig arbeiten oder studieren.“ Dafür müsse die Region aber attraktive Angebote unterbreiten, in Vorleistung gehen. Zum Beispiel bei den Öffnungszeiten oder Platzangeboten von Kindereinrichtungen.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 2

Wie verhält man sich, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und wie funktioniert die Briefwahl?

Dann sollten sich die Bürgerinnen und Bürger an die Gemeindeverwaltung des Wohnortes wenden. Die Wahllokale im Kreis haben am 1. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wem es am 1. September nicht möglich ist, zur Wahl zu gehen, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungskarte können die Unterlagen bei der Stadt/Gemeinde beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten werden den Wahlberechtigten bis spätestens 11. August übersandt. Die Erteilung eines Wahlscheines kann schriftlich oder mündlich bei der Gemeinde beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, Email oder sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig. Wer die Briefwahlunterlagen persönlich bei der Stadt/Gemeinde beantragt, hat die Möglichkeit, vor Ort zu wählen. Bezüglich der Barrierefreiheit von Wahllokalen geben die Stadt bzw. Gemeinde den Wählern gern Auskunft.

Muss ich die Karte am 1. September unbedingt dabei haben?

Nein, es ist zwar immer besser die Wahlbenachrichtigung bei sich zu haben, es reicht aber auch, zur Stimmabgabe den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Wer die Karte verliert und nicht genau weiß, wo sein Wahllokal ist, kann bei der jeweiligen Kommune nachfragen.

Wie ist der Landkreis für die bevorstehende Wahl aufgestellt?

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es fünf Wahlkreise, je zwei in Gebieten der ehemaligen Landkreise Freiberg und Mittweida, einer im Gebiet des ehemaligen Landkreises Döbeln. Diese fünf sind in insgesamt rund 400 Wahlbezirke aufgeteilt, etwa 2500 ehrenamtliche Wahlhelfer sind am 1. September im Einsatz.

Für die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs ist Homanns wichtigste Forderung: „Die Landesverkehrsgesellschaft muss kommen.“ Bislang seien die sächsischen Landräte jedoch nicht bereit, über die Grenzen ihrer Verkehrsverbünde hinaus zu denken. Der Freistaat Sachsen übernehme mittlerweile mehr Verantwortung. Es würden nicht nur Bundesmittel an die Verbünde weitergereicht, es steht auch Geld des Freistaates für den ÖPNV zur Verfügung. Aber, so Homann: „Ein Nahverkehrs-System, das eine landesweite Planung verhindert, muss abgeschafft werden.“ Auch um hier mehr zu erreichen, will Homann weiter mitregieren, Verantwortung übernehmen. Da eine Mehrheit von SPD, Grünen und Linken unrealistisch ist, sieht er die Möglichkeit einer CDU-SPD-Grünen-Koalition. „Entweder so, oder die AfD regiert mit.“ Mit dem sogenannten Kenia-Bündnis (Schwarz-Rot-Grün) müsse aber einer geschrumpften CDU klar sein, „dass sich im Land einiges grundsätzlich verändern würde“.

Die Direktkandidierenden aus dem Wahlkreis 21 im Porträt

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen)

Constanze Cyrnik (FDP)

Henning Homann (SPD)

Lars Kuppi (AfD)

Rudolf Lehle (CDU)

Marika Tändler-Walenta (Die Linke)

Sven Weißflog (Freie Wähler)

Von Olaf Büchel

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