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Döbeln Im Porträt: Lars Kuppi will für die AfD in den Landtag einziehen
Region Döbeln Im Porträt: Lars Kuppi will für die AfD in den Landtag einziehen
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10:22 29.08.2019
Lars Kuppi will für die AfD in den Landtag einziehen. Quelle: Gerhard Schlechte
Chemnitz

Einer von mehreren Beweggründen von Lars Kuppi, im März 2016 in die AfD einzutreten, war eine Begegnung mit der damaligen Parteichefin in Sachsen, Frauke Petry. Als ehemaliger Funktionär der Deutschen Polizeigewerkschaft hatte er die Gelegenheit, mit Petry ein persönliches Gespräch zu führen, was Kuppi seinerzeit überzeugte.

Mehr als drei Jahre sind seit dem vergangen. Frauke Petry ist aus der AfD ausgetreten und hat eine neue, die Blaue Partei gegründet. Zwischenzeitlich betrieb sie den Ausschluss des thüringischen AfD-Chefs Björn Höcke, der die rechtsradikale AfD-Strömung Der Flügel mitbegründet hat. Den wiederum lud Lars Kuppi kürzlich zur Wahlkampf-Unterstützung nach Döbeln ein. Petry in die Blaue Partei zu folgen, stand für Kuppi nie zur Debatte. „Frau Petry verfolgt nur eigene, private Ziele. Sie wendete sich nur deshalb plötzlich von der AfD ab, weil sie wusste, dass sie im Bundesvorstand keine Rolle mehr spielen würde“, sagt Lars Kuppi heute.

AfD-Stadtrat in Chemnitz

Der 47-jährige Polizeiobermeister ist in Döbeln geboren und aufgewachsen. Heute lebt er in Chemnitz und verrichtet seinen Streifendienst im Zentrum der Großstadt. Dort sitzt er auch für die AfD im Stadtrat. Er gehört damit der, nach der CDU zweitgrößten Fraktion an. In der Deutschen Polizeigewerkschaft war Kuppi mehrere Jahre lang stellvertretender Landesvorsitzender in Sachsen. „Mein Antrieb war, für die Kollegen bessere Arbeitsbedingungen und Absicherungen zu erreichen.“ Als berufstätiger, geschiedener Vater von fünf Kindern und mit zunehmendem Engagement in der AfD gab er die Führungsrolle in der Gewerkschaft Ende 2017 auf.

>> Wie der Wahl-O-Mat: Hier geht’s zum Kandidatencheck für die Direktkandidierenden aus dem Altkreis Döbeln

Wenn er jetzt als Wahlkämpfer unterwegs ist und, wie in der Cantina Hartha, auch vor kleinerem Publikum spricht, ist die Innere Sicherheit eines seiner Hauptthemen. „Unser Wahlprogramm ist viele Seiten stark. Die Ausländer-Thematik nimmt da den geringsten Platz ein. Trotzdem werden wir oft als Ausländer feindliche Partei eingestuft“, stellt er voran. Wenn jetzt auf Wahlplakaten der CDU steht „1.000 Polizisten mehr“, dann sagt Kuppi, dass das die AfD schon vor zwei Jahren gefordert habe und die CDU nur kopiere. „Ja, die Polizei hat zu wenig Personal.Vor allem auf der Straße müsste sie wieder mehr sichtbar sein, um die gefühlte Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen“, sagt der Polizist. Die Stärke der Polizei müsse in Sachsen auf mindestens 15.000 anwachsen, was mehr als zusätzliche 1.000 Beamte bedeute.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 1

Zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen gibt das Landratsamt Mittelsachsen Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Bürgerinnen und Bürger sind 1. September wahlberechtigt?

Alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung im Freistaat Sachsen haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Insgesamt sind rund 254 000 Mittelsachsen wahlberechtigt.

Wie erfolgt bei der Landtagswahl die Stimmabgabe?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Direktstimme und eine Listenstimme. Mit der Direktstimme kann sich der Wähler für einen Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) entscheiden. Mit der Listenstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei. Für den Einzug ins Parlament sind mindestens fünf Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Was ist beim Wahlgang zu beachten?

Die jeweilige Stimmabgabe ist nur in dem Wahlbezirk möglich, in dem der Betreffende im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Es besteht aber in Ausnahmefällen die Möglichkeit, in einem anderen Wahllokal innerhalb des jeweiligen Wahlkreises wählen zu gehen, wenn im Vorfeld ein Wahlschein beantragt wurde. Bei der eigentlichen Stimmabgabe ist es wichtig einen amtlichen Stimmzettel und die Wahlkabine zu benutzen, und den Stimmzettel eindeutig zu kennzeichnen (z.B. Ankreuzen). Außerdem sollte der Stimmzettel, so gefaltet werden, dass die Kennzeichnung nicht sichtbar ist.

Wie viele Stimmen benötigen die Direktkandidaten, um in den Landtag einzuziehen?

Aus jedem Wahlkreis zieht der Direktkandidat bzw. die Direktkandidatin mit den meisten Stimmen in den Landtag ein.

Wenn er im Landtag säße, würde sich Kuppi nach eigen Worten dafür stark machen, dass es beschleunigte Gerichtsverfahren gegen Straftäter gibt, vor allem gegen Intensivtäter. Außerdem müssten Ordnungsbedienstete der Kommunen in gewissem Umfang mit mehr Befugnissen ausgestattet werden, damit sie kommunale Regeln der Ordnung und Sicherheit besser durchsetzen können. Kuppi: „Die Aufgaben sollten beim Knöllchen verteilen und Blitzen nicht enden. Einschreiten bei Ruhe störendem Lärm kann auch dazu gehören. Das muss nicht immer die Polizei machen.“ In großen Städten, wie Leipzig oder Chemnitz, funktioniere das schon ganz gut. Es sollte, so Kuppi, auch in Städten wie Döbeln möglich sein.

Maßnahmen gegen demografischen Wandel

Bildung, Familie und Demografie ist ein weiteres Thema, das sich Kuppi auf die Fahnen geschrieben hat. Zur Entlastung von Familien ist er für die stufenweise Einführung der kostenlosen Kita. In einem Baby-Begrüßungsgeld in Höhe von 5.000 Euro „für Staatsbürger mit Hauptwohnsitz in Sachsen“ sieht Kuppi eine Möglichkeit, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Das Landeserziehungsgeld müsste nach seiner Auffassung deutlich angehoben und dem Bundeserziehungsgeld nahezu angeglichen werden. Lars Kuppi: „Dass wir die Frauen zurück an den Herd drängen wollen, ist Quatsch. Wir wollen, dass die Frauen durch bessere finanzielle Absicherung mehr Entscheidungsgewalt bekommen.“

Wo soll das viele Geld für diese Vorhaben herkommen?, will auch eine Harthaerin wissen. „Geld ist genug da, es muss anders verteilt werden“, sagt Kuppi. Bei den Ausgaben für Asylbewerber könne man sparen. Seine Stichworte dabei: „Sachleistungen statt Geldleistungen“.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 2

Wie verhält man sich, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und wie funktioniert die Briefwahl?

Dann sollten sich die Bürgerinnen und Bürger an die Gemeindeverwaltung des Wohnortes wenden. Die Wahllokale im Kreis haben am 1. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wem es am 1. September nicht möglich ist, zur Wahl zu gehen, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungskarte können die Unterlagen bei der Stadt/Gemeinde beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten werden den Wahlberechtigten bis spätestens 11. August übersandt. Die Erteilung eines Wahlscheines kann schriftlich oder mündlich bei der Gemeinde beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, Email oder sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig. Wer die Briefwahlunterlagen persönlich bei der Stadt/Gemeinde beantragt, hat die Möglichkeit, vor Ort zu wählen. Bezüglich der Barrierefreiheit von Wahllokalen geben die Stadt bzw. Gemeinde den Wählern gern Auskunft.

Muss ich die Karte am 1. September unbedingt dabei haben?

Nein, es ist zwar immer besser die Wahlbenachrichtigung bei sich zu haben, es reicht aber auch, zur Stimmabgabe den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Wer die Karte verliert und nicht genau weiß, wo sein Wahllokal ist, kann bei der jeweiligen Kommune nachfragen.

Wie ist der Landkreis für die bevorstehende Wahl aufgestellt?

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es fünf Wahlkreise, je zwei in Gebieten der ehemaligen Landkreise Freiberg und Mittweida, einer im Gebiet des ehemaligen Landkreises Döbeln. Diese fünf sind in insgesamt rund 400 Wahlbezirke aufgeteilt, etwa 2500 ehrenamtliche Wahlhelfer sind am 1. September im Einsatz.

Eine Kohlendioxid-Steuer lehnt Kuppi kategorisch ab. Ebenso die „Klima-Hysterie der Grünen“. Das ÖPNV-Angebot müsse aber der individuellen Nachfrage besser angepasst werden, für die Landbevölkerung zum Beispiel mit Anruftaxis. Dass der Zug wieder von Döbeln nach Dresden fahren soll, unterstütze er.

Die Direktkandidierenden aus dem Wahlkreis 21 im Porträt

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen)

Constanze Cyrnik (FDP)

Henning Homann (SPD)

Lars Kuppi (AfD)

Rudolf Lehle (CDU)

Marika Tändler-Walenta (Die Linke)

Sven Weißflog (Freie Wähler)

Von Olaf Büchel

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