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Döbeln Im Porträt: Maria-Christin Anderfuhren will für die Grünen in den Landtag einziehen
Region Döbeln Im Porträt: Maria-Christin Anderfuhren will für die Grünen in den Landtag einziehen
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14:23 20.08.2019
Maria-Christin Anderfuhren will für die Grünen in den Landtag einziehen. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Klima, Bildung, Sicherheit, Medizin, Generationengerechtigkeit – politische Dauerbrenner gibt es viele. Wie stehen die Kandidaten dazu? Zum Beispiel: Wie nimmt man Menschen auf dem Land die Angst vor einer Klimapolitik, von der sie sich benachteiligt fühlen? Maria-Christin Anderfuhren: „Mit einer CO2-Steuer auf dem Land lebende und arbeitende Menschen zu bestrafen, ist nicht die Lösung. Öffentlicher Personennahverkehr wird als Alternative aber erst sinnvoll mit einem Projekt wie Sachsentakt 21, wie es die Grünen vorschlagen.“ So entstehe umweltverträgliche, bezahlbare Mobilität mit Bahn, Bus bis hin zum Ruftaxi. Ziel sei ein flächendeckendes Netz, welches das Land an Ballungszentren koppelt statt sie abzuhängen.

Bildung beginnt bereits in der Kita

Zur Bildung merkt die 34-jährige Mutter eines acht Monate alten Kindes an, sie beginne bereits in der Kindertagesstätte. „Qualität hat absoluten Vorrang. Das ist nur zu erlangen mit einem geeigneten Betreuungsschlüssel und wenn die Frage nach gut qualifizierten Erziehern, später Lehrern, gelöst ist.“ Vier Krippenkinder beziehungsweise zehn Kindergartenkinder oder 16 Hortkinder auf einen Erzieher, das dürfe nicht überschritten werden. Persönlich würde Anderfuhren, die selbst Violine spielt, gern mehr Musik unterrichten lassen. „Deren positiver Einfluss auf Hirnentwicklung sowie soziale Kompetenz wird weit unterschätzt.“

>> Wie der Wahl-O-Mat: Hier geht’s zum Kandidatencheck für die Direktkandidierenden aus dem Altkreis Döbeln

Nächstes Thema: Lässt sich die gefühlte Sicherheit mit mehr Polizisten erhöhen? Sie stellt sich das so vor: „Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern sollen einen durchgängig besetzten Polizeiposten haben. Das setzt ein langfristiges Personalkonzept voraus, ohne Einbrüche, die aus selbst gewähltem Sparzwang resultieren.“ Maria-Christin Anderfuhren spricht statt von gefühlter Sicherheit von gefühlter Angst, die durch die Verrohung der Sprache im Netz befeuert wird. „Wir müssen die Diskussion um Sicherheit eher versachlichen“, meint sie.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 1

Zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen gibt das Landratsamt Mittelsachsen Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Bürgerinnen und Bürger sind 1. September wahlberechtigt?

Alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung im Freistaat Sachsen haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Insgesamt sind rund 254 000 Mittelsachsen wahlberechtigt.

Wie erfolgt bei der Landtagswahl die Stimmabgabe?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Direktstimme und eine Listenstimme. Mit der Direktstimme kann sich der Wähler für einen Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) entscheiden. Mit der Listenstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei. Für den Einzug ins Parlament sind mindestens fünf Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Was ist beim Wahlgang zu beachten?

Die jeweilige Stimmabgabe ist nur in dem Wahlbezirk möglich, in dem der Betreffende im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Es besteht aber in Ausnahmefällen die Möglichkeit, in einem anderen Wahllokal innerhalb des jeweiligen Wahlkreises wählen zu gehen, wenn im Vorfeld ein Wahlschein beantragt wurde. Bei der eigentlichen Stimmabgabe ist es wichtig einen amtlichen Stimmzettel und die Wahlkabine zu benutzen, und den Stimmzettel eindeutig zu kennzeichnen (z.B. Ankreuzen). Außerdem sollte der Stimmzettel, so gefaltet werden, dass die Kennzeichnung nicht sichtbar ist.

Wie viele Stimmen benötigen die Direktkandidaten, um in den Landtag einzuziehen?

Aus jedem Wahlkreis zieht der Direktkandidat bzw. die Direktkandidatin mit den meisten Stimmen in den Landtag ein.

Andere Ebene: Medizin. Hier setzt Anderfuhren auf flächendeckend vorhandene Akut-Kliniken. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es gesund sein soll, mit einem Herzinfarkt noch weit gefahren zu werden.“ Auf gute Bedingungen am Start des Lebens möchte die Mutter eines acht Monate alten Kindes ebenfalls größtes Augenmerk gelegt wissen: Die von den Grünen initiierte und jüngst in Dresden eingerichtete Koordinierungsstelle „Hebammen in Sachsen“ solle beim Aufbau eines Hebammennetzwerkes helfen. „Diese Koordinierungsstelle gilt es zu verstetigen und aus Landesmitteln finanziell zu unterstützen.“

Generationengerechtigkeit ist Bundespolitik

Wie sie sich eine Politik der Generationengerechtigkeit vorstellt? Das berühre eher Bundespolitik. Auf lange Sicht laufe es auf das Grundeinkommen hinaus, „jedoch ohne diese elende Bedarfsprüfung. Die rührt an die Menschenwürde.“ Letztlich könne Landespolitik nur über den Bundesrat für derartige Belange Flagge zeigen. Dies gelte auch für verbindliche Personalbemessungsgrenzen in der Altenpflege. „Pflege muss würdevoll sein. Das gelingt nur mit einer würdevollen Entlohnung für das pflegende Personal. Das gehört, wie auch das Thema Rente, zur Generationengerechtigkeit dazu.“

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 2

Wie verhält man sich, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und wie funktioniert die Briefwahl?

Dann sollten sich die Bürgerinnen und Bürger an die Gemeindeverwaltung des Wohnortes wenden. Die Wahllokale im Kreis haben am 1. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wem es am 1. September nicht möglich ist, zur Wahl zu gehen, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungskarte können die Unterlagen bei der Stadt/Gemeinde beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten werden den Wahlberechtigten bis spätestens 11. August übersandt. Die Erteilung eines Wahlscheines kann schriftlich oder mündlich bei der Gemeinde beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, Email oder sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig. Wer die Briefwahlunterlagen persönlich bei der Stadt/Gemeinde beantragt, hat die Möglichkeit, vor Ort zu wählen. Bezüglich der Barrierefreiheit von Wahllokalen geben die Stadt bzw. Gemeinde den Wählern gern Auskunft.

Muss ich die Karte am 1. September unbedingt dabei haben?

Nein, es ist zwar immer besser die Wahlbenachrichtigung bei sich zu haben, es reicht aber auch, zur Stimmabgabe den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Wer die Karte verliert und nicht genau weiß, wo sein Wahllokal ist, kann bei der jeweiligen Kommune nachfragen.

Wie ist der Landkreis für die bevorstehende Wahl aufgestellt?

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es fünf Wahlkreise, je zwei in Gebieten der ehemaligen Landkreise Freiberg und Mittweida, einer im Gebiet des ehemaligen Landkreises Döbeln. Diese fünf sind in insgesamt rund 400 Wahlbezirke aufgeteilt, etwa 2500 ehrenamtliche Wahlhelfer sind am 1. September im Einsatz.

Maria-Christin Anderfuhren wohnt im Leisniger Ortsteil Tragnitz. Sie kommt aus Leipzig, studierte Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie Politikwissenschaften. Sie war tätig in der Geschäftsführung des Grünen-Kreisverbandes Leipzig, arbeitete zudem für den Fraktionsvorsitzenden der sächsischen Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, Wolfram Günther. Sie wirkt im Stadtaktiv Leisnig mit und wurde für die bevorstehende Legislaturperiode in den Leisniger Stadtrat gewählt.

Die Direktkandidierenden aus dem Wahlkreis 21 im Porträt

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen)

Constanze Cyrnik (FDP)

Henning Homann (SPD, noch nicht erschienen)

Lars Kuppi (AfD)

Rudolf Lehle (CDU, noch nicht erschienen)

Marika Tändler-Walenta (Die Linke)

Sven Weißflog (Freie Wähler, noch nicht erschienen)

Von Steffi Robak

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