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Döbeln Im Porträt: Marika Tändler-Walenta will für Die Linke in den Landtag einziehen
Region Döbeln Im Porträt: Marika Tändler-Walenta will für Die Linke in den Landtag einziehen
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10:17 29.08.2019
Hier fuhr einst der Zug nach Dresden lang. Dorthin zieht es Marika Tändler-Walenta, die für die Partei Die Linke in den Landtag einziehen will. Quelle: Dirk Wurzel
Döbeln

Treffpunkt Döbeln-Hauptbahnhof. Hier fuhr jahrzehntelang der Zug in Richtung Dresden. Dorthin zieht es Marika Tändler-Walenta beruflich-politisch. Die Roßweinerin will für die Partei Die Linke in den sächsischen Landtag einziehen. Und sie will den Zug nach Dresden wieder zurück haben. „Am Beispiel des öffentlichen Personennahverkehrs zeigt sich, dass man bei diesem Thema parteiübergreifend zusammen arbeiten kann“, sagt die

35-Jährige. Ihr fehlt es beim Nahverkehr an einem ganzheitlichen Konzept. „Es bedarf eines Verkehrsverbundes für den ganzen Freistaat, so wie Brandenburg schon einen hat.“

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 1

Zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen gibt das Landratsamt Mittelsachsen Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Bürgerinnen und Bürger sind 1. September wahlberechtigt?

Alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung im Freistaat Sachsen haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Insgesamt sind rund 254 000 Mittelsachsen wahlberechtigt.

Wie erfolgt bei der Landtagswahl die Stimmabgabe?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Direktstimme und eine Listenstimme. Mit der Direktstimme kann sich der Wähler für einen Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) entscheiden. Mit der Listenstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei. Für den Einzug ins Parlament sind mindestens fünf Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Was ist beim Wahlgang zu beachten?

Die jeweilige Stimmabgabe ist nur in dem Wahlbezirk möglich, in dem der Betreffende im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Es besteht aber in Ausnahmefällen die Möglichkeit, in einem anderen Wahllokal innerhalb des jeweiligen Wahlkreises wählen zu gehen, wenn im Vorfeld ein Wahlschein beantragt wurde. Bei der eigentlichen Stimmabgabe ist es wichtig einen amtlichen Stimmzettel und die Wahlkabine zu benutzen, und den Stimmzettel eindeutig zu kennzeichnen (z.B. Ankreuzen). Außerdem sollte der Stimmzettel, so gefaltet werden, dass die Kennzeichnung nicht sichtbar ist.

Wie viele Stimmen benötigen die Direktkandidaten, um in den Landtag einzuziehen?

Aus jedem Wahlkreis zieht der Direktkandidat bzw. die Direktkandidatin mit den meisten Stimmen in den Landtag ein.

Den Treffpunkt am Bahnhof hatte Marika Tändler-Walenta nicht nur wegen der Bedeutung der Eisenbahn für die Region Döbeln und ihren Wahlkreis ausgewählt. Sie wartete am Montag auf Anna Gorskih. Zusammen ging es zum Haustür-Wahlkampf in Döbeln-Ost. Anna Gorskih aus Leipzig gehört zum Jugendverband „solid“ und kandidiert auf Platz sieben der Landesliste. „Bei uns ist das so geregelt, dass zwei aussichtsreiche Listenplätze an Mitglieder der Jugendorganisation gehen“, erklärt Marika Tändler-Walenta, wie die Partei dafür sorgt, dass auch junge Leute statt immer nur die „alten“ Politikhasen an Mandate kommen. Sie selbst kandidiert auf Platz fünf und als Direktkandidatin im Wahlkreis 21 in Mittelsachsen.

Wurzeln im ländlichen Raum

Marika Tändler-Walenta liegt der ländliche Raum am Herzen. Hier hat sie ihre Wurzeln, wenngleich sie in ihrem Berufsleben schon weit über den Tellerrand geblickt hat. Zunächst studierte sie erfolgreich Soziologie in Leipzig und bewirbt sich nach der Diplom-Arbeit zum Thema Einkommensgerechtigkeit um ein Praktikum im Europäischen Parlament. Aus den geplanten drei Monaten in Brüssel werden insgesamt fünf Jahre. Ihre damals dreijährige Tochter Charlotte nahm sie einfach mit. Marika Tändler-Walenta arbeitete bis zu dessen Tod 2014 als Assistentin von Lothar Bisky, damals Abgeordneter der Partei Die Linke im Europäischen Parlament. Ohne Frage hat er ihr den Weg in die Politik geebnet. Aktuell pendelt Marika Tändler-Walenta zwischen Roßwein und Brüssel, wo sie als Pressesprecher für Gregor Gysi arbeitet, der Chef der Europäischen Linken ist.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 2

Wie verhält man sich, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und wie funktioniert die Briefwahl?

Dann sollten sich die Bürgerinnen und Bürger an die Gemeindeverwaltung des Wohnortes wenden. Die Wahllokale im Kreis haben am 1. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wem es am 1. September nicht möglich ist, zur Wahl zu gehen, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungskarte können die Unterlagen bei der Stadt/Gemeinde beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten werden den Wahlberechtigten bis spätestens 11. August übersandt. Die Erteilung eines Wahlscheines kann schriftlich oder mündlich bei der Gemeinde beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, Email oder sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig. Wer die Briefwahlunterlagen persönlich bei der Stadt/Gemeinde beantragt, hat die Möglichkeit, vor Ort zu wählen. Bezüglich der Barrierefreiheit von Wahllokalen geben die Stadt bzw. Gemeinde den Wählern gern Auskunft.

Muss ich die Karte am 1. September unbedingt dabei haben?

Nein, es ist zwar immer besser die Wahlbenachrichtigung bei sich zu haben, es reicht aber auch, zur Stimmabgabe den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Wer die Karte verliert und nicht genau weiß, wo sein Wahllokal ist, kann bei der jeweiligen Kommune nachfragen.

Wie ist der Landkreis für die bevorstehende Wahl aufgestellt?

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es fünf Wahlkreise, je zwei in Gebieten der ehemaligen Landkreise Freiberg und Mittweida, einer im Gebiet des ehemaligen Landkreises Döbeln. Diese fünf sind in insgesamt rund 400 Wahlbezirke aufgeteilt, etwa 2500 ehrenamtliche Wahlhelfer sind am 1. September im Einsatz.

Stadträtin in Roßwein und mittelsächsische Kreischefin der Linkspartei sind weitere Stationen. Landratskandidatin nicht zu vergessen. 34,3 Prozent der Mittelsachsen gaben ihr zur Wahl 2015 ihre Stimmen, was dem Favoriten von der CDU, Matthias Damm, die Zweidrittel-Mehrheit verhagelte.

Einfacher dürfte es für die Kandidatin wahrscheinlich der Einzug in den Landtag auf Listenplatz fünf werden. „Wir müssen die Neigung, AfD zu wählen, abbauen. Wir brauchen soziale Reformen, müssen etwas gegen Kinderarmut und für Alleinerziehende tun. Gerade letzteres sucht sich niemand freiwillig aus“, gibt sich Marika Tändler-Walenta kämpferisch. Thematisch wieder im ländlichen Raum angekommen, sieht sie die Förderung des Breitbandausbaus als wichtig an. „Am besten wäre es, die Telekom als staatliche Gesellschaft zu gründen, die das dann übernimmt.“ Die politische Kultur hierzulande ist ihr ebenfalls wichtig. Diese ist Marika Tändler-Walenta hier zu rechtslastig und spricht in diesem Zusammenhang das Konzert einer Nazi-Band in Lunzenau an. Gern würde sie auch das Büro der Linken an der Bahnhofstraße mit Leben füllen, dieses für Gruppen und Initiativen öffnen. „Und wenn es der Häkelkreis ist, der sich dort trifft – ich bin für vieles offen“, sagt Marika Tändler-Walenta.

>>Wie der Wahl-O-Mat: Hier geht’s zum Kandidatencheck für die Direktkandidierenden aus dem Altkreis Döbeln

Die Direktkandidierenden aus dem Wahlkreis 21 im Porträt

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen)

Constanze Cyrnik (FDP)

Henning Homann (SPD)

Lars Kuppi (AfD)

Rudolf Lehle (CDU)

Marika Tändler-Walenta (Die Linke)

Sven Weißflog (Freie Wähler)

Von Dirk Wurzel

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