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Döbeln Im Porträt: Sven Weißflog will für die Freien Wähler in den Landtag einziehen
Region Döbeln Im Porträt: Sven Weißflog will für die Freien Wähler in den Landtag einziehen
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10:22 29.08.2019
Sven Weißflog will für die Freien Wähler in den Landtag einziehen. Quelle: Gerhard Schlechte
Döbeln

Sven Weißflog ist ein streitbarer Geist, der selten mit dem Strom schwimmt, der Opportunismus hasst und dem es beim Zupacken oft nicht schnell genug geht. Der 55-Jährige mischt mit Unterbrechungen seit 1990 in Döbelns Kommunalpolitik mit. Jetzt haben ihn die Freie Wähler in Sachsen auf ihrer Kandidatenliste für den Landtag nominiert.

Bürgerbewegungen, wie die Freien Wähler, liegen dem Bauingenieur und Bauunternehmer aus Döbeln. Zur Wendezeit engagierte er sich für das Neue Forum. Er versuchte, diese Ideen der DDR-Bürgerbewegung einzubringen, als er in Döbeln die SDP, die Vorläuferin der ostdeutschen SPD, mitgründete. Als die West-SPD die zunächst eigenständigen Ostsozis übernahm, war für Weißflog klar: „Parteien sind nichts für mich“. Er hätte damals viel mehr aus dieser Wendezeit und auch einiges aus der DDR mit in die neue Bundesrepublik gerettet. Doch mit westlicher Arroganz sei damals vieles einfach weggewischt worden und dann seien zu viele im Westen weggelobte Glücksritter über den Osten herein gebrochen.

>> Wie der Wahl-O-Mat: Hier geht’s zum Kandidatencheck für die Direktkandidierenden aus dem Altkreis Döbeln

„„Den damit verbundenen Identitätsverlust schleppen viele Ostdeutsche bis heute mit sich herum. Der Osten wurde zum Absatzmarkt und bestenfalls zur verlängerten Werkbank. Das sei bis heute so geblieben. Deshalb schlägt Sven Weißflogs Herz für den Mittelstand und ist er auf Döbelner Unternehmen wie Partzsch stolz. „Solche Betriebe müssen wir fördern. Dazu brauchen wir neben deren Wertschöpfung hier auch Forschung und Entwicklung bei uns in der Region. Damit es auch für unsere gut ausgebildeten Kinder gut dotierte Jobs in der Region gibt“, sagt der dreifache Familienvater. Seine beiden erwachsenen Kinder Martin (35) und Lisa (28) konnte er dazu gewinnen, in die Region zurück zu kehren. Martin betreibt den Bioladen in Döbeln. Lisa ist Hebamme. Mit der Liebe seines Lebens, Alexandra, hat er noch Tim (12). Nächstes Jahr will er sie heiraten.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 1

Zur Landtagswahl am 1. September in Sachsen gibt das Landratsamt Mittelsachsen Antworten auf wichtige Fragen.

Welche Bürgerinnen und Bürger sind 1. September wahlberechtigt?

Alle Deutschen im Sinne des Art. 116 Grundgesetz sind wahlberechtigt, wenn sie am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens drei Monaten ihre Hauptwohnung im Freistaat Sachsen haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Insgesamt sind rund 254 000 Mittelsachsen wahlberechtigt.

Wie erfolgt bei der Landtagswahl die Stimmabgabe?

Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Direktstimme und eine Listenstimme. Mit der Direktstimme kann sich der Wähler für einen Wahlkreisabgeordneten (Direktkandidaten) entscheiden. Mit der Listenstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei. Für den Einzug ins Parlament sind mindestens fünf Prozent aller abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich.

Was ist beim Wahlgang zu beachten?

Die jeweilige Stimmabgabe ist nur in dem Wahlbezirk möglich, in dem der Betreffende im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Es besteht aber in Ausnahmefällen die Möglichkeit, in einem anderen Wahllokal innerhalb des jeweiligen Wahlkreises wählen zu gehen, wenn im Vorfeld ein Wahlschein beantragt wurde. Bei der eigentlichen Stimmabgabe ist es wichtig einen amtlichen Stimmzettel und die Wahlkabine zu benutzen, und den Stimmzettel eindeutig zu kennzeichnen (z.B. Ankreuzen). Außerdem sollte der Stimmzettel, so gefaltet werden, dass die Kennzeichnung nicht sichtbar ist.

Wie viele Stimmen benötigen die Direktkandidaten, um in den Landtag einzuziehen?

Aus jedem Wahlkreis zieht der Direktkandidat bzw. die Direktkandidatin mit den meisten Stimmen in den Landtag ein.

Weißflog brennt für die Region. Von 1990 bis 1994 saß er mit SPD-Mandat im Döbelner Stadtrat. Dann stieg er aus. Nach der Jahrhundertflut 2002 drängt ihn das von ihm mitgegründete Bündnis „Döbeln geht nicht unter“, sich wieder in der Lokalpolitik zu engagieren. Seitdem ist er als Freier Wähler immer wieder in den Döbelner Stadtrat gewählt worden.

„Nach dieser Flut sind so viele Leute aufgestanden, um die Stadt aus dem Schlamm zu holen. Das gab einen Schub und viele tolle Ideen“, sagt er und ärgert sich zugleich, weil so vieles an starrer Förderpolitik und starrem Denken gescheitert ist. Für Weißflog steht deshalb fest, was sich in der Landespolitik ändern muss: Förderprogramme seien zu starr und unflexibel. „Manchmal werden Dinge gemacht, weil sie gefördert werden. Für mich muss der Blick der Politik von unten nach oben gerichtet sein.“ Das gelte auch bei Sicherheit, Integration, Klima oder Bildung. Es brauche mehr Freiraum für Entscheidungen vor Ort. Anstelle 1000 Stellen für die Polizei braucht es Effizienz und Wertschätzung, damit der Polizeiberuf wieder Spaß macht. Gerichte müssen effektiver und konsequenter Recht sprechen können. Überhaupt müsse Geld nachhaltiger eingesetzt werden. „Stattdessen ersticken wir alle im Papierkram. Noch mehr Formulare, noch mehr Blödsinn. So gehen Projekte finanziell durch die Decke“, schimpft er.

Landtagswahl: Was gilt es zu beachten? – Teil 2

Wie verhält man sich, wenn man keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat und wie funktioniert die Briefwahl?

Dann sollten sich die Bürgerinnen und Bürger an die Gemeindeverwaltung des Wohnortes wenden. Die Wahllokale im Kreis haben am 1. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wem es am 1. September nicht möglich ist, zur Wahl zu gehen, hat die Möglichkeit der Briefwahl. Mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungskarte können die Unterlagen bei der Stadt/Gemeinde beantragt werden. Die Wahlbenachrichtigungskarten werden den Wahlberechtigten bis spätestens 11. August übersandt. Die Erteilung eines Wahlscheines kann schriftlich oder mündlich bei der Gemeinde beantragt werden. Die Schriftform gilt auch durch Telegramm, Fernschreiben, Telefax, Email oder sonstige dokumentierbare elektronische Übermittlung als gewahrt. Eine telefonische Antragstellung ist unzulässig. Wer die Briefwahlunterlagen persönlich bei der Stadt/Gemeinde beantragt, hat die Möglichkeit, vor Ort zu wählen. Bezüglich der Barrierefreiheit von Wahllokalen geben die Stadt bzw. Gemeinde den Wählern gern Auskunft.

Muss ich die Karte am 1. September unbedingt dabei haben?

Nein, es ist zwar immer besser die Wahlbenachrichtigung bei sich zu haben, es reicht aber auch, zur Stimmabgabe den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Wer die Karte verliert und nicht genau weiß, wo sein Wahllokal ist, kann bei der jeweiligen Kommune nachfragen.

Wie ist der Landkreis für die bevorstehende Wahl aufgestellt?

Im Landkreis Mittelsachsen gibt es fünf Wahlkreise, je zwei in Gebieten der ehemaligen Landkreise Freiberg und Mittweida, einer im Gebiet des ehemaligen Landkreises Döbeln. Diese fünf sind in insgesamt rund 400 Wahlbezirke aufgeteilt, etwa 2500 ehrenamtliche Wahlhelfer sind am 1. September im Einsatz.

Doch er will nicht Wutbürger sondern Mutbürger sein und Dinge anpacken. „Wir brauchen bei vielen Themen einen Paradigmenwechsel.“ Dazu müsse der Regierungsapparat beweglicher und entschlackt werden. „Wir reden bei der Wiederbelebung der Bahnstrecke Döbeln-Dresden von Summen, die an anderer Stelle für einige Kilometer Autobahn problemlos durchgewunken werden.“ Vieles würde Sven Weißflog gern verändern. „Ich vertraue auf die Demokratie, auch wenn die manchmal anstrengend und langwierig ist. Es gibt dazu keine Alternative“, sagt er. Dabei sieht er sich als Liberaler, der Achtung vor jedem Menschen hat, egal wo er herkommt. Deshalb unterstützt er viele Vereine und Initiativen im Sinne einer starken und weltoffenen Döbelner Bürgerschaft.

Die Direktkandidierenden aus dem Wahlkreis 21 im Porträt

Maria-Christin Anderfuhren (Bündnis 90/Die Grünen)

Constanze Cyrnik (FDP)

Henning Homann (SPD)

Lars Kuppi (AfD)

Rudolf Lehle (CDU)

Marika Tändler-Walenta (Die Linke)

Sven Weißflog (Freie Wähler)

Von Thomas Sparrer

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