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Döbeln Ob barfuß oder im Ratssaal: In Döbeln wird ganz individuell getraut
Region Döbeln Ob barfuß oder im Ratssaal: In Döbeln wird ganz individuell getraut
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10:09 02.02.2017
Standesbeamtin Irina Schädlich stellt das eigens kreierte Stammbuch mit dem Döbeln-Motiv vor, das in limitierter Auflage den Hochzeitspaaren angeboten wird. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Obwohl die Stadt Döbeln in den letzten Jahren durch Eingemeindungen einiges an Boden und Einwohnern gut gemacht hat – ein Schloss für ganz besondere Trauungen war bei den eingemeindeten Orten nicht dabei. Dennoch beim Heiraten brummt es in Döbeln. Rein statistisch bringen die beiden Döbelner Standesbeamtinnen Irina Schädlich und Mandy Neumüller jede Woche etwa zwei Paare unter die Haube. Denn seit Jahren sind es im Durchschnitt 100 Brautpaare, die sich im Döbelner Standesamt das Ja-Wort geben. 2016 waren es sogar 108 Paare.

„Das Heiraten bei uns in Döbeln können wir nicht so richtig bewerben, denn ob sich Paare finden und zueinander Ja-Sagen können wir nicht beeinflussen. Aber wir können den Paaren für ihre Trauung einen besonderen Rahmen bieten“, beschreibt Irina Schädlich. Im vergangenen Jahr wurde der Vorraum des Standesamtes ansprechend gestaltet. Das Trauzimmer im Döbelner Rathaus bietet dem Brautpaar und bis zu 30 Gästen Platz. Wird eine größere Trauung gewünscht, steht der ehrwürdige Ratssaal für das Paar und bis zu 75 Gäste zur Verfügung. Einmal wurde im vergangenen Jahr der Rathaussaal für eine Trauung genutzt. Im Ratssaal steht zudem der Flügel für die musikalische Umrahmung zur Verfügung. Doch auch im Trauzimmer gab es neben Wunschmusik von CD schon Livedarbietungen mit Gesang, Gitarre oder Keyboard. „Nur den gesamten Stadtsingechor bekommen wir aus Platzgründen nicht ins Trauzimmer“, sagt Irina Schädlich lachend. Sie beobachtet bei den Paaren einen zunehmenden Wunsch nach Individualität. Ein Brautpaar wünschte sich barfuß getraut zu werden. Bei einer anderen Trauung stillte die Braut während der Rede ihr Kind.

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Ein eigens gestaltetes Familienstammbuch bietet das Döbelner Standesamt zudem den heiratswilligen paaren an. Die Stammbücher gibt es seit DDR-Zeiten zur Aufbewahrung der Heiratsurkunden und der Geburtsurkunden der Kinder. Pflicht sind die Stammbücher nicht. 99 Prozent der Paare kaufen aus der Auswahl des Standesamtes ein solches Stammbuch. Neuester Clou ist eines mit einer schönen Fotoansicht des Döbelner Rathauses. Es wurde gerade in einer limitierten Auflage von 20 Stück beschafft. „Wenn die Auflage vergriffen ist, suchen wir ein neues schönes Döbelner Motiv“, so die Standesbeamtin.

Fürs Heiraten müssen sich Paare in der Regel am Wohnsitzstandesamt melden. Heiraten können sie durchaus an verschiedenen offiziellen Trauorten. Manche Paare wählen auch eine freie Trauung am Ort ihrer Wahl und absolvieren zuvor die notwendige Beurkundung im Standesamt. Die meisten aber nutzen die Feier im Rathaus. Heiraten kann man in Döbeln für 50 Euro wochentags. So viel kostet das Beurkunden und die Prüfung der Unterlagen. Für Hochzeiten am Sonnabend kommen noch 20 Euro Gebühr obendrauf, weil die Trauung außerhalb der regulären Dienstzeit liegt. Die liebevoll gestaltete Feier mit den Standesbeamtinnen kostet dagegen nichts.

Neben dem Verheiraten von Paaren, beurkundet das Döbelner Standesamt aber auch im Schnitt 500 Sterbefälle im Jahr. Neben den Döbelner Einwohnern ist das Standesamt für die Gemeinden Großweitzschen, Zschaitz-Ottewig und Ostrau und somit für insgesamt 34 000 Einwohner zuständig.

Die beliebtesten Termine

Für 45 Hochzeiten hat das Döbelner Standesamt 2017 schon feste Termine vergeben. Die beliebtesten Daten sind im Juli und August. Ausgebucht sind Sonnabend, der 1.7.17, mit drei Trauungen. Am Freitag, dem 7.7.17 heiraten ebenfalls drei Paare. Der 17.7.17 ist mit einem Paar belegt. Das gut zu merkende Datum ist ein Montag. Sonnabend, der 12. August, ist mit drei Eheschließungen ebenfalls ausgebucht. Pfingsten ist beim Heiraten jedes Jahr beliebt. In diesem Jahr sind an Pfingstsonnabend zwei Termine vergeben, einer wäre noch drin. An Ostern zu heiraten, ist dagegen weniger beliebt.

Durchschnittlich 40 Paare pro Jahr melden ihre Hochzeit im Döbelner Standesamt an, um dann anderenorts zu heiraten. Nachbeurkundet wurde zudem im vergangenen Jahr eine Trauung, die von einem Kapitän auf einem Schiff vor Malta geschlossen wurde.

Von Thomas Sparrer

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