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Döbeln Inder angeklagt: Döbelner fehlt nach Angriff die halbe Nase
Region Döbeln Inder angeklagt: Döbelner fehlt nach Angriff die halbe Nase
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18:07 08.07.2019
Mit einer abgebrochenen Flasche soll Gurminder J. einen Döbelner schwer verletzt haben. Quelle: Symbolbild/Dirk Wurzel
Chemnitz/Döbeln

Die Vorsitzende hatte ihre Schöffen auf einen üblen Anblick vorbereitet. Aber zum Glück sah der Geschädigte nicht mehr so schlimm aus, wie auf Bildern in der Akte. „Die Ärzte haben gute Arbeit geleistet“, sagte Richterin Jacqueline Neubert, die Vorsitzende des Schöffengerichtes des Amtsgerichtes Chemnitz, das die Anklage gegen den 40-jährigen Inder wegen schwerer Körperverletzung verhandelt. Schwere Körperverletzung deshalb, weil dem Geschädigten nach dem Angriff am 21. September 2018 vor einem Haus an der Döbelner Bahnhofstraße Narben geblieben sind, die ihn „in erheblicher Weise dauernd entstellen“, wie es in Paragraf 226 des Strafgesetzbuches heißt. Mindestens ein Jahr Haft sieht das Gesetz für dieses erfolgsqualifizierte Verbrechen vor.

Angeklagter kommt aus der Haft

„Ich hatte getrunken, Bier und Wodka. Der Mann hat mich geschlagen, drei bis viermal mit der Faust ins Gesicht. Ich ging zu Boden, habe zur Bierflasche gegriffen und ihn damit geschlagen“, räumte Gurminder J. den Tatvorwurf teilweise ein. Über zwei Promille Alkohol hatte der Gewohnheitstrinker im Blut. Gurminder J. kam in Ketten zu seiner Verhandlung, angeliefert aus der JVA Zeithain, wo er bis 2020 eine Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung zu verbüßen hat. Er hatte im Januar 2017 im Asylbewerberheim Döbeln einem Landsmann eine Flasche über den Kopf gezogen. Der 40-Jährige beschäftigt die Justiz seit 2004, ist unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Schwarzfahrens (Erschleichen von Leistungen) vorbestraft. Im aktuellen Prozess sagte er, dass ihn der Geschädigte beleidigt habe.

Geschädigter weist Vorwürfe zurück

„Ich bin nicht rechts“, sagte der Döbelner, dem nach dem Angriff nicht nur der linke Nasenflügel fehlte, sondern dem auch die Haut vom linken Auge herab herunterhing. Vier Stunden dauerte die Notoperation in Leipzig. „Der Arzt war ein Syrer, die Schwester kam aus Afghanistan, die Schwesternschülerin aus Afrika – alles kein Problem“, schilderte der Mann seine positiven Erfahrungen mit Ausländern.

Gurminder J. ist polizeibekannt

Negative sammelte er offenbar nur mit dem Angeklagten. Bereits im April/Mai 2018 habe Gurminder J. ihn auf dem Busbahnhof gefragt, ob dessen Freundin Zeit habe. „Er sagte: 50 Euro ficki ficki.“ Am Tag der Bluttat habe er bereits nachmittags wieder Stress mit Gurminder J. gehabt, es habe eine Rangelei gegeben, die andere Ausländer geschlichtet hätten. Abends sei der Angeklagte dann mit dem Rucksack voller Einkäufe am Haus an der Bahnhofstraße vorbei gegangen, wo der Geschädigte mit anderen Leuten vor der Tür stand. „Er sagte ,Scheiß-Deutscher’ zu mir und ich sagte ihm, dass er weiter gehen soll. Dann beleidigte er meine Freundin als deutsche Hure. Da bin ich hinterher und habe ihn festgehalten, damit er sich entschuldigt. Er griff in den Rucksack und schlug mich mit der Scherbe ins Gesicht“, so der Geschädigte. Als die Polizei Gurminder J. später festnahm, saß er auf einer Treppe und der abgebrochene Flaschenhals lag neben ihm. Die Beamtinnen kannten den Inder bereits aus anderen Einsätzen.

Ordnungsgeld für fehlenden Zeugen

Mit weiteren Zeugen setzt das Schöffengericht den Prozess bald fort. Weil einer davon schwänzte, brummte ihm die Vorsitzende ein Ordnungsgeld auf.

Von Dirk Wurzel

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