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Döbeln Jubel bei der AfD, Wundenlecken bei der CDU: Lars Kuppi gewinnt Direktmandat
Region Döbeln Jubel bei der AfD, Wundenlecken bei der CDU: Lars Kuppi gewinnt Direktmandat
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00:18 02.09.2019
Wahlsieger: AfD-Kandidat Lars Kuppi gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 21. Quelle: Sven Bartsch
Region Döbeln

In der Herberge am Stausee in Baderitz knallten Sonntagabend, gegen 21.30 Uhr die Sektkorken. AfD-Direktkandidat Lars Kuppi hat bei der Landtagswahl das Direktmandat im Altkreis Döbeln gewonnen. 29 Jahre lang hatte sich die CDU im Wahlkreis 21 immer das Direktmandat für den Landtag gesichert.

31,7 Prozent der Direktstimmen für die AfD

Nun unterlag der Arzt Dr. Rudolf Lehle von der CDU mit 29,8 Prozent dem Polizisten von der AfD, der auf 31,7 Prozent der Stimmen kam.„Ich war nach der Europawahl sehr zuversichtlich, dass es mit dem Direktmandat klappen könnte. Ich freue mich riesig“, sagt der künftige AfD-Landtagsabgeordnete Lars Kuppi. Am Montag trifft sich die AfD-Fraktion erstmals, um zu beratschlagen, wie es weiter geht, weil viele AfD-Sitze frei bleiben werden.

Wunden lecken dagegen im Pilspub „Schwarze Sau“ in Döbeln. Hier hatte die CDU ihre Wahlparty geplant. „Es wird denkbar knapp. Aber ich glaube neben Leisnig, gehen sicher auch Hartha und Roßwein an unseren Direktkandidaten Rudolf Lehle“, war CDU-Kreischef Sven Liebhauser anfangs noch optimistisch. Waldheim und Döbeln waren zuvor an den AfD-Mann gegangen. In Waldheim lag Kuppi 15 Stimmen, in Döbeln 575 Stimmen vor Lehle.

Schockstarre im Pilspub „Schwarze Sau“ in Döbeln: CDU-Kreischef und Döbelner Oberbürgermeister Sven Liebhauser (2.v.r.) analysiert die eintreffenden Ergebnisse mit Dr. Rudolf Lehle (m.), der Liebhausers Nachfolge im Landtag antreten sollte. Quelle: Sven Bartsch

Ostrau und Zschaitz gehen an AfD, Großweitzschen an die CDU

„Wir müssen akzeptieren, was die Wähler entschieden haben“, sagt Lehle. Sein Leben als Mediziner geht am Montag wie bisher weiter. Bei der CDU hadert man allerdings mit dem guten lokalen Wahlergebnis des Freien Wählers Sven Weißflog. Der Döbelner Stadtrat zog als Landtagskandidat 2841 Stimmen und 8,9 Prozent der Direktstimmen. Das Antreten von Weißflog kostete den Christdemokraten offenbar entscheidende Wählerstimmen.

Linken-Kandidatin Marika Tändler-Walenta kam auf 10,9 Prozent. SPD-Landtagskandidat und Generalsekretär Henning Homann kam auf 10,8 Prozent.

Bei den Zweitstimmen gewinnt die CDU

„Vom Landtagswahlergebnis der SPD bin ich enttäuscht“, sagt Henning Homann, Direktkandidat der SPD für die Döbelner Region. Er selbst wird weiter im Landtag sitzen. Die SPD hat voraussichtlich elf Mandate errungen, Homann steht auf Listenplatz 5.

„Dass die SPD sowohl bei der Direktstimme, als auch bei der Listenstimme im Wahlkreis Mittelsachsen 4 über dem sächsischen Durchschnitt liegt, spricht für die gute Arbeit vor Ort. Trotzdem hätte auch ich mir ein besseres Erststimmenergebnis gewünscht“, so Homann weiter. Dass im Wahlkreis bei der Erststimme die AfD vor der CDU liegt, hätte Homann nicht erwartet. Er sagt: „Dr. Rudolf Lehle wäre ein würdiger Repräsentant der CDU in der Region Döbeln gewesen.

Freude bei der AfD: Lars Kuppi hat den Einzug in den Landtag geschafft. Nach einem Kopf an Kopf-Rennen muss sich CDU-Kandidat Dr. Rudolf Lehle geschlagen geben.

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