Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Kalköfen in Münchhof sollen Touristenmagnet werden
Region Döbeln Kalköfen in Münchhof sollen Touristenmagnet werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 18.06.2018
Hier muss eine Menge gemacht werden. Die historischen Kalköfen bei Münchhof will die Gemeinde zusammen mit den Kalkwerken sanieren lassen. Quelle: Sven Bartsch
Münchhof

Die Gemeinde Ostrau will für Ausflugstouristen und Radfahrer noch attraktiver werden und plant, zwei alte Kalköfen in Münchhof zu sanieren. Die wurden einst von den Kalkwerken Ostrau genutzt, stehen aber bereits seit Jahrzehnten leer. Weil der Zahn der Zeit schon gehörig an den imposanten Bauwerken genagt hat, soll es schon bald losgehen.

„Es fallen schon Steine herunter, da besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU), der das Thema bereits seit dem Frühjahr auf dem Tisch hat. „Wir haben uns ein Planungsbüro dazu geholt, das auf Denkmalschutz spezialisiert ist. Und wir waren schon mit der Unteren Denkmalschutzbehörde vor Ort“, nennt er den aktuellen Stand.

Anfang Juli wolle man sich erneut zusammensetzen, um die künftige Nutzung zu besprechen. Schilling hat dafür bereits konkrete Ideen. „Die Öfen und die anderen Anlagen sollen insgesamt erhalten werden – nicht funktionsfähig, aber zur Ansicht für die nahtouristische Erschließung. Sie liegen nahe des Jahnatalweges und damit günstig für Radfahrer“, erklärt er.

Mit ins Boot geholt hat der Bürgermeister auch die früheren Besitzer der Öfen, die Kalkwerke Ostrau. Deren Geschäftsführer Ulrich Dürasch will sowohl inhaltlich als auch finanziell mithelfen, das Vorhaben umzusetzen. „Für uns ist es wichtig, dass diese Industriedenkmäler erhalten bleiben. Der Kalkabbau hat die Region seit ewigen Zeiten geprägt und diese Zeitzeugen gehören dazu“, meint er.

Da das Gelände heute der Gemeinde Ostrau gehört, wolle man dieser bei der Planung die Federführung überlassen. „Der Bürgermeister hat hier die Initiative ergriffen und wir werden jetzt erstmal sondieren, wie wir vorgehen. Aber wir wollen das zeitnah anschieben, denn die Öfen sehen wirklich sehr baufällig aus“, sagt Dürasch.

Dirk Schilling will für die Sanierung die Fördertöpfe der Denkmalförderung anzapfen. „Vielleicht können wir das über zwei oder drei Jahresscheiben über die Förderung und mit Unterstützung der Kalkwerke stemmen“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Zudem erhoffe er sich Hilfe durch das technische Know-How der Kalkwerke. „Früher wurde der Kalk ja noch mit einem Seilzug zum Bahndamm transportiert. Diese Geschichte wollen wir den Touristen erschließen“, sagt Schilling.

Damit liegt er mit Ulrich Dürasch auf einer Wellenlänge. „Wir werden auf Informationstafeln vermitteln, wo der Kalk hergekommen ist, wie er verfrachtet und transportiert wurde“, kündigt dieser an. 2020 könnten dann die ersten Radfahrer schon staunend an den Denkmälern halten und etwas mehr über die Geschichte der Region erfahren.

Von Sebastian Fink

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was tun bei einer Weltmeisterschaft, wenn es kein öffentliches Public Viewing in der Stadt gibt und auch keine Lokale, wo sich zusammensitzen ließe? „Selber machen!“, ist die Losung von ein paar fußballbegeisterten Freunden aus Hartha – bereits seit 2004.

19.06.2018

Gebrauchtes Schuhwerk kann noch gute Dienste leisten. In der Kita Wirbelwind in Leisnig wird fleißig gesammelt.

18.06.2018

Am Sonnabend führte Oliver Leipacher zum ersten Mal über die Felder und durch die Gewächshäuser seines Auenhofs. Der Rundgang gab zwei Stunden Zeit, um über Alternativen zur konventionellen Landwirtschaft nachzudenken.

18.06.2018