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Döbeln Kita-Umbau Kiebitz: Viele teure Wünsche
Region Döbeln Kita-Umbau Kiebitz: Viele teure Wünsche
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19:52 14.03.2019
Während Boden- und Maurerarbeiten sowie Sanitäreinrichtungen wesentlich günstiger wurden, summierten sich die Kosten für Elektrik und Brandschutz. Quelle: Sven Bartsch
Kiebitz

Vor einem Monat hatte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) die Gemeinderäte ziemlich ratlos zurückgelassen, als es um deutliche Kostensteigerungen bei der Sanierung der Kinderstagesstätte Kiebitz in Sachen Heizung, Elektrik und Hausalarm ging und sich dafür entschuldigt sowie Aufklärung durch die Planerinnen versprochen (die DAZ berichtete).

Dem kam er in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend nach. Annette Fischer und Sabine Gohlke waren Gäste im öffentlichen Teil der Ratssitzung und gaben Einblicke in die Entwicklung des Bauvorhabens.

Heizungstanks 27 Jahre alt

Thema Heizung: Hier stiegen die Kosten von 7800 auf fast 30 000 Euro, weil sich herausstellte, dass die Heizungstanks gewechselt werden müssen. „Die Anlage war verschlissen. Die Tanks stammten aus dem Jahr 1992. Auch der Abstand nach oben zur Decke war zu gering“, erklärte Annette Fischer.

Thema Elektrik: Auch hier 30 000 Euro, statt geplanter 10 100 Euro. „Warum wurden die Gemeinderäte nicht mitgenommen bei der Preisentwicklung?“, fragte Rätin Regina Hlozek.

Mehr Kabelaufwand für Internet und Geräte

Hier konnte Annette Fischer ebenfalls Licht ins Dunkel bringen. „Der Bau hat sich entwickelt. Anfangs sollte nur die Wohnung oben ertüchtigt werden. Dann wurde daraus das ganze Obergeschoss. Da brauchte es statt einem Telefon auf der Etage eines in jedem Betreuungsraum – das ist übrigens Standard. Dann sollten Waschmaschine und Trockner hinein. Eine Steckdose ist schnell an die Wand gebracht, aber die brauchen auch eigene Sicherungen im Verteilerkasten“, zählte sie auf.

Dazu kamen Wünsche der IT-Technik, das Gebäude komplett zu verkabeln und einiges mehr. Man habe das aber mit den anderen Gewerken ausgleichen können und liege gut im Kostenrahmen von rund 284 000 Euro.

Gebäudeklasse erhöht

Thema Hausalarm: Hier kam Sabine Gohlke zu Wort, die herausgefunden hatte, dass der zuständige Prüfingenieur das Gebäude im Vergleich zum Einbau des Alarms 2006 um eine Klasse auf Vier hochgestuft hatte. „Das sind viel höhere Anforderungen an die Sicherheit. Daraufhin wurde erst die flächendeckende Ausschreibung für die Brandmeldeanlage erstellt“, erklärte sie.

Man sei aber mit dem Prüfingenieur im Austausch, um Kostenfaktoren wie die Einhausung der Brandmeldeanlage zu streichen. Die Räte stimmten letztlich der Vergabe des Hausalarms für 12 000 Euro zu. Die Summe kann sich je nach Entscheidung des Prüfingenieurs noch verringern, jedoch nicht mehr steigen.

Wieder mehr Bauausschusssitzungen

Zum Schluss gab Sabine Gohlke noch einen Hinweis: „In der Kommunikation ist hier wohl einiges auf der Strecke geblieben. Wir als Planerinnen gehen gern in Technische Ausschüsse, um Ideen und Projekte vorzustellen, aber normalerweise nicht in Gemeinderäte.“

Dirk Schilling schlug vor, künftig wieder öfter Bauausschüsse abzuhalten, um die Räte auf dem Laufenden zu halten. „Die Kritik ist berechtigt, weil wir über Verschiebungen bei den Kosten nicht rechtzeitig informiert haben“, sagte er.

Weniger Geld für Außenanlagen

Letztlich blieben nach derzeitigem Stand für die Gestaltung der Außenanlagen statt 47 000 nur 40 000 Euro übrig. Das könne aber eventuell beim Zaunbau durch den Bauhof ausgeglichen werden.

Von Sebastian Fink

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