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Döbeln Edeka-Parkplatz: Kostenloses Parken nur noch für Kunden
Region Döbeln Edeka-Parkplatz: Kostenloses Parken nur noch für Kunden
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00:21 26.01.2018
Hinweisschild am Döbelner Edekaparkplatz. Quelle: Thomas Sparrer
Döbeln

An der Kasse im Edeka-Markt im Döbelner Stadtzentrum wurde DAZ-Leserin Gudrun Hofmann gestern gefragt, ob sie mit dem Auto gekommen sei und bekam eine Parkuhr geschenkt. Darauf wirbt die fair parken GmbH aus Düsseldorf für ihre Dienstleistung. Sie kontrolliert ab sofort den Edeka-Parkplatz und verteilt Knöllchen an alle, die länger als zwei Stunden parken. Dass hier künftig eine Firma aus Düsseldorf Knöllchen verteilt, kam Gudrun Hofmann zunächst spanisch vor.

Ein Anruf in der Bußgeldstelle der Stadt Döbeln klärt auf, dass die städtischen Ordnungshüter nur auf dem städtischen Teil des Parkplatzes bei Edeka kontrollieren und Knöllchen verteilen. Auf diesen extra gekennzeichneten Flächen entlang der Ritterstraße und der Rosa-Luxemburg-Straße hat die Stadt auch Parkscheinautomaten aufgestellt. Die erste Stunde Parken ist hier wie überall in Döbelns Innenstadt mit einem gezogenen Freiticket kostenlos. Für jede weitere Stunde muss der Automat mit 50 Cent gefüttert werden. Der andere Teil des Parkplatzes ist eine Privatfläche und gehört zum Edeka-Markt Bühler. Hier seien die städtischen Kontrolleure nicht zuständig.

Katrin Müller-Winderling, stellvertretende Marktleiterin im Edeka-Markt Bühler, kann die Sache aufklären: „Wir haben seit längerem damit zu kämpfen, dass der Edeka-Kundenparkplatz von Dauerparkern zugestellt wird. Dann finden unsere Kunden oft kaum mehr einen Parkplatz. Doch für die Kunden halten wir die Fläche schließlich vor. Deshalb wurde die fair parken GmbH beauftragt.“

Schon immer gilt am Edeka-Markt die Regelung, dass Kunden für ihren Einkauf im Markt bis zu zwei Stunden kostenfrei parken können und dazu eigentlich eine Parkscheibe einlegen sollten. Das werde künftig wieder strenger kontrolliert. „Seit Ende 2017 haben wir am Parkplatz große Hinweisschilder angebracht, um die neue Regelung schrittweise bekannt zu machen“, sagt Katrin Müller-Winderling. „Fair parken“, steht auf den Schildern in großen Lettern und der Hinweis, dass wer länger als zwei Stunden auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes steht, künftig 19,90 Euro zahlen muss. Seit dieser Woche wird nun im Auftrag von Edeka tatsächlich kontrolliert und ergehen entsprechende Hinweise an die Dauerparker und alle Fahrzeuge ohne Parkscheibe.

Das Düsseldorfer Unternehmen arbeitet deutschlandweit mit eigenen regionalen Strukturen daran, dass die privaten Parkplätze von Krankenhäusern, Supermärkten, Schwimmbädern oder Immobilieneigentümern auch, den gewünschten Zielgruppen zur Verfügung stehen. „Diese Woche wird zunächst nur verwarnt und auf das Auslegen der Parkuhr hingewiesen. Ab nächste Woche sollen tatsächlich Zahlungsaufforderungen über 19.90 Euro an Dauerparker verschickt werden“, so die stellvertretende Marktleiterin.

Ähnliche Regelungen, wie sie jetzt Edeka in der Döbelner Innenstadt trifft, hat auch das innenstadtnahe Kaufland-Warenhaus. Hier regelt eine Schranke die Zufahrt zum Parkplatz beziehungsweise dem Parkhaus unter dem Markt. Wer nicht länger als zwei Stunden einkauft und parkt, kann dort kostenfrei stehen. Diese Zeit reicht für einen Innenstadtbummel zumeist noch aus. Dauerparker sind aber auch auf dem Kundenparkplatz bei Kaufland unerwünscht.

Kommentar: Fair parken auch auf privaten Flächen

Das Auto schnell mal abstellen, ohne groß zu fragen, darf man hier parken. Das kennen die meisten Autofahrer. Beim Falschparken sind die wenigsten zimperlich. Parkschein vergessen, Parkuhr nicht ausgelegt – na und. Wenn wir ein Knöllchen bekommen, können wir um so mehr schimpfen. Wie können die Knöllchenschreiber uns denn einfach so auflauern. Doch für das Falschparken muss, nun mal der gerade stehen, der sein Auto abstellt.

Dass der Edeka-Markt in Döbelns Innenstadt jetzt die Reißleine zieht und ein Unternehmen beauftragt, auf dem zum Einkaufsmarkt gehörenden Kundenparkplatz für Ordnung zu sorgen, ist ganz klar nachvollziehbar. Natürlich ist es verlockend, hier mal schnell seine Karre hinzustellen und seines Wegs zu gehen. Doch das Unternehmen trägt die Kosten eines innerstädtischen Parkplatzes vor dem Markt, damit die Kunden bequemeinkaufen und mit dem vollen Einkaufswagen bis an ihren Kofferraum fahren können. Das ist für einen Einkaufsmarkt bedeutsam, weil der Kunde seinen Wochenendeinkauf nun mal nicht mit dem Fahrrad nach Hause bringt.

Kundenfreundlich zeigt sich der Markt aber bei der Einführung der härteren Gangart. Es werden Wochen vorher Schilder aufgestellt. Es werden die Kunden angesprochen und Parkuhren als Erinnerung verteilt. Erst dann wird scharf kontrolliert. Das ist schon mal fair.

th.sparrer@t-online.de

Von Thomas Sparrer

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