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Döbeln Kriebstein: Grüne Talsperre wird Ersatz-Elbe
Region Döbeln Kriebstein: Grüne Talsperre wird Ersatz-Elbe
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10:03 27.07.2019
Immer mehr Reiseveranstalter buchen Schifffahrten auf der Talsperre Kriebstein. Denn hier ist im Vergleich zur Elbe noch genügend Wasser drin. Quelle: Archiv/Wolfgang Sens
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Kriebstein

Es ist zwar grün, aber es gibt noch reichlich davon in der Talsperre Kriebstein: Wasser. Das sieht in der Elbe anders aus. Darum schippern mehr Leute über die angestaute Zschopau und die Weiße Flotte gerät immer mehr in schwieriges Fahrwasser. Knapp 60 Zentimeter misst der Pegel der Elbe in Dresden. Normal ist ein Wert um die zwei Meter. Auf jeden Fall ist das zu wenig Wasser für die „Krippen“, „Stadt Wehlen“, „Leipzig“ und die anderen sechs Raddampfer der Weißen Flotte. Die fahren derzeit nur ein bisschen in der Landeshauptstadt auf der Elbe hin und her aber zum Beispiel nicht mehr in die Sächsische Schweiz.

Flotte gut ausgelastet

Aber was hat das mit Kriebstein zu tun? „Zu uns kommen verstärkt Reiseveranstalter, die auch eine Schifffahrt im Angebot ihrer Tagesfahrten haben“, sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Seit zwei, drei Jahren bemerkt der Zweckverband den Trend der Reiseveranstalter, nach Kriebstein auszuweichen, wenn in der Elbe zuwenig Wasser ist. „Die Leute sagen uns das schon am Telefon, wenn sie bei uns Fahrten buchen“, sagt Thomas Caro, woher er weiß, dass der Kriebsteinsee für manche so eine Art Ersatz-Elbe ist. „Für uns ist das gut, wir können unsere Schiffe besser auslasten“, sagt Thomas Caro.

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Kriebsteinsee zu klein für Dampfer

Fünf Schiffe hat der Zweckverband insgesamt. Die drei Motorfähren „Lauenhain“, „Höfchen“ und „Mittweida“ fahren im Linienbetrieb mit festen Haltestellen nach Fahrplan über den Kriebsteinsee. Die Fahrgastschiffe „Hainichen“ und „Kriebstein“ sind für Rundfahrten buchbar. Mittlerweile ist ja sogar im Gespräch, die Dresdner Dampfer zu verkaufen. Obwohl so ein Schiff was hermachen würde auf dem Kriebsteinsee, ist es für den Zweckverband keine Option, weil zu groß. „Dazu reicht unser Fahrwasser nicht“, sagt Thomas Caro.

Algenpest sorgt Gastgewerbe

Die Schiffe des Zweckverbandes pflügen derzeit durch grünes Wasser, weil die Algenpest die Talsperre befallen hat. Aus diesem Grund hat das Hotel und Ressort am Kriebsteinsee in Höfchen die „Schifffahrt“ einstellen müssen. Das beliebte Standpaddeln ist derzeit nicht im Angebot. „Dabei fällt ja der eine oder andere doch mal ins Wasser“, begründet Hotelchefin Daniela Panuschka. Zwar ist das Haus gut ausgelastet aber die grüne Pest im Wasser bereitet ihr ziemlich Sorgen.

Von Dirk Wurzel