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Döbeln Kriebstein: Gugelgilde entführt ins Mittelalter
Region Döbeln Kriebstein: Gugelgilde entführt ins Mittelalter
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18:37 14.10.2018
Eine kleine Truhe mit goldenen (Schoko-)-Münzen als Belohnung hatte der Burgherr für alle kleinen Teilnehmer der spannenden Burgführung mit Ritter Griebs gefüllt. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Döbeln

Zum zehnten Mal belebte die Gugelgilde aus Dresden mit historischen Kostümen und Charakteren die Burg. Der 100 Mitglider zählende gemeinnützige Verein reiste mit 60 seinen Darstellern und befreundeten Musikern an. „Wir wollen den Erwachsenen und vor allem den Kindern mal eine belebte Burg zeigen“, sagt Jette Schmidt. Sie spielte an diesem Wochenende die Schwester des Burgherren und hatte einige edle Kleider dabei. An diesen demonstrierte sie ab und an, wie aufwendig die Kleidung damals war: Genähte Strümpfe, leichte waschbare Unterkleider aus Leinen und darüber edle schwere Stoffe, dazu Tücher fürs Haar und Umhänge. 20 Kilogramm Stoff trug man im Mittelalter in feinen Kreisen so am Leib.

Der Alchemist im Burgkeller ist auch im wirklichen Leben studierter Chemiker. Quelle: Sven Bartsch

Fast doppelt so viel wiegt eine Rüstung, wie sie Ritter Griebs trug. Benjamin Beck, der den Ritter am Sonntag darstellte, hatte etwas leichtere Blechpanzer angelegt. „Ich muss ja zum Glück nicht in den Kampf ziehen“, sagte der 33-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau Griebhild alias Sandy Beck führte er die Kinder mehrfach bei einer spannenden Tour durch die Burg. Beide sind auch im wahren Leben ein Ehepaar und von Beruf Erzieher. Er im Hort, sie in der Kinderkrippe. Gestern stellten sie das eindrucksvoll unter Beweis, als sie Dutzende kleine Kinder in Wappenröcken zu spannenden Abenteuern führten. Mit Ritter Griebs durften die Kinder einige ritterliche Tugenden erlernen. Sie mussten ihm im Burghof beim Minnesang unterstützen. Sie lernten Etikette und Tänze im Festsaal oder Kämpfen im Burghof. Und sie mussten Mut beweisen, als der böse Magier Igor und sein Gehilfe Hässlund die schöne Griebhild entführten. Die beiden Bösewichte waren Alex Steinbeiß (37) und Martin Heinze (31). Im wahren Leben sind sie IT-Techniker und Maschinenbauer. Bei der Gugelgilde schlüpfen sie in ihre Lieblingsrollen.

Mit einem Knicks kam auch dieses Edelfräulein an den Wachen vorbei. Männer mussten auf die Knie falen, um passieren zu dürfen. Quelle: Sven Bartsch

Live Action Role Playing, abgekürzt LARP, nennen die Akteure das. Gemeinsam veranstalten sie Rollenspiele. Man trifft sich meist von Freitag bis Sonntag an einem passenden Ort. Ein Organisationsteam denkt sich Geschichten und Rollen aus, die dann gespielt werden. Die Spieler müssen Aufgaben lösen und Entscheidungen treffen. „Streit, wer den Burgherren oder die Burgherrin spielt, gibt es dabei nicht. Oft ist es spannender, die kleinen Leute zu spielen. Während der Burgherr eher verwaltet, gibt es etwa bei der Wache am Tor mehr Action“, sagt Jette Schmidt. Die Gugelgilde spielt auch keineswegs nur historische LARP, sondern Fantasiegeschichten mit Elfen und Trollen. „Ich spiele sonst einen Hobbit“, sagt Ritter Griebs alias Benjamin Beck. Zuletzt spielten sie eine Zauberschloss-Geschichte, eine Art Harry-Potter für Erwachsene. Auf Kriebstein sind auch die Schwiegereltern als Schmied und als Strickerin mit dabei.

„Königskinder“ war auf die Kronen der kleinen Besucher gedruckt. Quelle: Sven Bartsch

Während der Ritter die Kinder mit (Schoko)-Münzen, Urkunden und einer Krone für ihre Hilfe belohnt wurden, reisen schon die nächsten großen und kleinen Gäste im Burghof an. Den ganzen Tag herrschte Hochbetrieb auf der Burg.

Von Thomas Sparrer

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