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Döbeln Bauunternehmer prellt Leisniger Baustoffhändler: 12 000 Geldstrafe
Region Döbeln Bauunternehmer prellt Leisniger Baustoffhändler: 12 000 Geldstrafe
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11:33 28.07.2019
Strafbefehl für Baustoffbetrüger: 12 000 Euro Geldstrafe. Quelle: picture-alliance/ dpa
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Döbeln/Leisnig

Den letzten beißen die Hunde. Dafür gab es jüngst vorm Amtsgericht Döbeln ein Beispiel: Ein Bauunternehmer hatte bei der Raiffeisenhandelsgenossenschaft Mittelsachsen ordentlich Material eingekauft, zahlte die Rechnung jedoch nicht. 4000 Euro sind offen. Der Chemnitzer soll sich wegen Betrugs verantworten. Vor Gericht erscheint er nicht. Deshalb wird das verfahren in ein Strafbefehlsverfahren umgewandelt.

Angeklagter für niemanden erreichbar

Das Wegducken kennt Marcel Fleischer. „Für das uns ist er ebenfalls in keiner Form erreichbar“, sagt der Innendienstleiter und Prokurist der RHG. Kunde seit 2017, hatte der Bauunternehmer mehrmals Baustoffe gekauft, zunächst bar bezahlt, später schrieb die RHG Rechnungen, die auch beglichen wurden.

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Das hörte irgendwann auf. Nach Fleischers Worten habe es sich um Material gehandelt, wie man es zum Bau eines Eigenheims benötigt. So schätzt Fleischer ein. Für die RHG tritt er als Geschädigter vor Gericht auf.

Ein weiterer Mann, der als Subunternehmer für den Angeklagten tätig war, hat an ihn ebenfalls noch Forderungen. Insgesamt kommen rund 5600 Euro zusammen. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 40 Euro, also zu einer Geldstrafe von 12 000 Euro.

Zuvor wurde das Verfahren in ein Strafbefehlsverfahren übergeleitet. Dies ist ein vereinfachtes Verfahren zur Bewältigung leichter Kriminalität. Der Strafbefehl basiert darauf, dass der Angeklagte seine Tat fiktiv gestanden hat. Dafür fällt die Bestrafung etwas geringer aus. Gegen einen Strafbefehl kann innerhalb von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden.

Notfalls Strafe absitzen

Einfach wegducken wird jedoch nicht helfen. Wer sich nicht zuckt, muss damit rechnen, dass ihn eines Tages die Polizei zu Hause abholt. Dann muss die Geldstrafe abgesessen werden. Für den Baustoffbetrüger würden das also 300 Tage Gefängnis bedeuten, es sei denn, er legt die 12 000 Euro sofort auf den Tisch.

Marcel Fleischer: „Solche Fälle wie dieser kommen Gott sei Dank nicht häufig vor, maximal ein bis zweimal in zwei Jahren.“ Rund 4000 Euro an Warenwert habe das Unternehmen an den Chemnitzer verloren, dazu kommen die Kosten von rund 600 Euro für das vor der Klage eingeleitete Inkassoverfahren. Ob die RHG Mittelsachsen oder der geschädigte Subunternehmer ihr Geld wiedersehen, das ist bisher fraglich.

Von Steffi Robak

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