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Döbeln Kriminalitätsrate ist in Roßwein weiter gesunken
Region Döbeln Kriminalitätsrate ist in Roßwein weiter gesunken
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16:04 17.05.2019
Polizei stellt Kriminalstatistik für Roßwein vor (Symbolbild) Quelle: dpa
Rosswein

„Eigentlich könnte ich gleich wieder gehen“, meinte Döbelns Revierleiter Andree Wagner, als er am Donnerstagabend anhob, die Kriminalstatistik für Roßwein im zurückliegenden Jahr 2018 vor den Stadträten darzulegen. Die Stadt steht im Vergleich zu anderen im Altkreis gut da, was die Zahl der Straftaten angeht – hat hinter Großweitzschen und Ostrau die drittniedrigste Kriminalitätsrate im Altkreis. Der hergestellte Ordnungszustand in der Stadt sei auch ein Verdienst von Verwaltung und Politik, die in Roßwein betrieben wird, merkte Wagner an.

Nur vier nicht deutsche Tatverdächtige

Zu den Fakten: 194 Straftaten hatte die Polizei im Jahr 2018 in Roßwein aufnehmen müssen. Damit habe man gewissermaßen den Bodensatz an Kriminalität erreicht, mit dem man in so einer Gemeinde rechnen müsse. Die Entwicklung, die Roßwein genommen hat, sei eine gute: 2012 waren noch 309 Straftaten registriert worden, 2013 waren es 288. Auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise war die Zahl mit 339 hoch wie nie. Von den 194 Straftaten im vergangenen Jahr konnten 119 aufgeklärt werden – und mit dieser Quote liegen die Roßweiner über dem Sachsendurchschnitt. 101 Täter waren dabei mehrfach in Erscheinung getreten und vor allem: Es sind nicht alles Roßweiner, die in die Straftaten verwickelt waren. Interessant ist auch die Zahl der nicht deutschen Tatverdächtigen: „Nur vier hatten einen ausländischen Hintergrund, stammten aus Indien, Kroatien, Syrien und Tschechien“, erklärt Wagner. 70 Prozent der Täter sind Männer, 28 Prozent Frauen, der Rest Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, wobei der Anteil an Kindern zugenommen habe, wie Wagner berichtet.

Straftaten gegen das Leben gab es 2018 keine in Roßwein zu verzeichnen, im Gegensatz zum vorangegangenen Jahr auch keine Tat von sexuellem Missbrauch an Kindern. Einmal musste eine Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufgenommen werden. Sie konnte aufgeklärt werden.

Präventionsangebote für Schulen nutzen

Raubstraftaten waren nicht zu verzeichnen und auch die Zahl der Körperverletzungen sind im Vergleich zu 2017 deutlich zurückgegangen – von 35 auf 16. Auch hier gibt es eine Aufklärungsquote von 100 Prozent. Einen leichten Anstieg gab es bei den Diebstählen zu verzeichnen – um vier auf 58 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt für Roßwein bei 36 Prozent, das mutet niedrig an, ist aber im Vergleich zum Sachsen-Schnitt, der zwischen 20 und 25 Prozent liegt, hoch.

Ein größeres Thema sind Sachbeschädigungen, zu denen vom eingetretenen Gartenzaun über eingeschlagene Scheiben, Schmierereien bis hin zu zerstochenen Reifen alles zählt. Hier hat es eine Steigerung der Fälle von 32 in 2017 auf 43 in 2018 gegeben. Keine überragende Rolle hingegen spiele die Rauschgiftkriminalität in Roßwein, ist Andree Wagner froh. Es gab acht Fälle, in denen Konsum festgestellt wurde, einen Fall von Rauschgifthandel gab es nicht. „Natürlich ist es so wie es ist auch nicht zufriedenstellend“, merkte Wagner an, dennoch bereite Roßwein der Polizei was Drogen angeht weniger Sorgen als beispielsweise Döbeln. Er warb dafür, dass Schulen das von der Polizei angebotene Präventionsprogramm in Anspruch nehmen sollten, das bereits in den siebenten Klassen ansetzt, also unterhalb der Einstiegsgrenze.

Stichwort Sorgen: Döbelns Polizeichef ging auch auf die Nöte ein, die einige Stadträte mit den Entwicklungen am Brautloch, also dem Durchgang vom Markt zur Kirche, haben. Dort werden immer wieder Jugendliche im nicht strafmündigen Alter beim Randalieren beobachtet. „Wir können die harte Gangart einlegen mit Vorladung, Gefährderansprache und Sanktionsandrohung wie U-Haft und Geldstrafen“, bot Wagner an, ein Vorschlag, den Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) begrüßte.

Ordnungsamt muss gestärkt werden

Andree Wagner bat die Stadt, das Ordnungsamt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu stärken, damit dieses in der Lage sein wird, den Anforderungen standzuhalten, die das im Herbst erwartete neue Polizeigesetz für die Kommunen bringt. „Die Städte werden mit neuen Aufgaben betraut werden und noch mehr Verantwortung übertragen bekommen“, so der Polizeichef, der auch berichten konnte, dass die Anzahl der Planstellen für den Vollzugsdienst im Döbelner Revier erhöht wird. „Und daraus wird auch Roßwein seinen Nutzen ziehen.“

Von Manuela Engelmann-Bunk

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