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Döbeln Kuchen-Klau: Waldheimerin soll in den Knast
Region Döbeln Kuchen-Klau: Waldheimerin soll in den Knast
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17:39 28.06.2019
Eine 38-jährige Waldheimerin schwänzte ihren Berufungsprozess im Landgericht Chemnitz. Ein urteil gab es trotzdem. Quelle: dpa
Waldheim/Chemnitz

Unter laufender Bewährung geht eine 38-Jährige klauen. Da war nicht gut Kirschen essen mit Richterin Karin Fahlberg. Auch wenn die Waldheimerin nur Lebkuchen und Müllbeutel im Wert von 17 Euro im Döbelner Kaufland stahl, verurteilte sie die Richterin im März zu sechs Wochen Haft. Ohne Bewährung.

Wegen Zahnweh entschuldigt?

Dagegen legte die Frau Berufung ein. Am Freitag wollte die 8. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz die Sache erneut verhandeln. „Ich habe meine Mandantin angerufen, sie sagte mir, dass sie Zahnschmerzen habe und in der Notaufnahme sei“, schilderte Rechtsanwalt Peter Hollstein, weshalb die 38-Jährige fehlte. Dann sei das Gespräch abgebrochen und per Rückruf erreichte er die Frau dann nicht mehr. Eigentlich wollte die Frau ihrem Verteidiger auch Unterlagen bringen, die belegen, dass drauf und dran ist, ihr Leben zu ändern. Das wäre wichtig für eine Bewährung gewesen. Darum ging es in der Berufung, die auf die Rechtsfolgen, also die Art der Strafe, beschränkt ist. Aber der Anwalt kam mit nichts dergleichen nach Chemnitz.

Kurzer Prozess

„Die Berufung wird verworfen“, lautete daraufhin das Urteil der Kammer, das deren Vorsitzende Richterin Karin Troxler nach 15-minütiger Verhandlung verkündete. Sollte die in Tschechin geborene Frau tatsächlich einen Gebiss-Notfall gehabt haben und das glaubhaft belegen können, setzt die Kammer das Verfahren auf Antrag in den vorigen Stand ein, was bedeutet, dass es erneut beginnt.

Crystal in Leisnig

Ob es auf die anderthalb Monate Knast mehr oder weniger bei der Waldheimerin am Ende ankommt, steht auf einem anderen Blatt Papier. Da sind zunächst die 20 Monate Haft auf Bewährung, die die Frau im Juli 2018 im Amtsgericht Döbeln vom Schöffengericht für ein Drogenverbrechen kassierte. Sie hatte in Leisnig mit Crystal gehandelt, als sie noch dort wohnte. Sie begründete das mit der familiären Situation, mit den Kindern überfordert gewesen zu sein, nachdem ihr Mann ins Gefängnis gekommen war.

Neuer Prozess in der Pipeline

Drei Monate nach der Verhandlung, das Urteil war rechtskräftig, ging die mehrfache Mutter ins Kaufland klauen und brach damit die Bewährung. Wahrscheinlich ist die irgendwann futsch. „Ich habe das Gefühl, Sie nehmen das alles nicht ernst“, sagte Richterin Fahlberg im Amtsgericht Döbeln, als sie die 38-Jährige wegen des Lebkuchen-Diebstahls verurteilte. Es könnte aber noch dicker kommen, sprich die Diebin und Dealerin noch länger ins Gefängnis müssen. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat gegen sie Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung vor einer Großen Strafkammer des Chemnitzer Landgerichtes erhoben. Da geht es normalerweise bei drei Jahren Haft los, in minder schweren Fällen bei einem Jahr. Wann der Prozess beginnt, ist noch nicht bekannt.

Auflagen verletzt

Seit 2017 verurteilten Gerichte die Deutsche insgesamt sieben Mal wegen Diebstahls, Betruges, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und des Drogenverbrechens. Die an die Bewährung geknüpften Auflagen nahm die gebürtige Tschechin nicht so genau. Im Diebstahl-Verfahren führte Richterin Fahlberg Berichte der Bewährungshilfe ins Hauptverfahren ein. Demnach hatte die Angeklagte Termine geschwänzt und auch keine Abstinenznachweise vorgelegt, wohl weil sie weiterhin Crystal nahm.

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