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Döbeln Leisnig: Angeblicher Tachodreh jetzt Fall für das Landgericht
Region Döbeln Leisnig: Angeblicher Tachodreh jetzt Fall für das Landgericht
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Am Landgericht Chemnitz hat der Berufungs-Prozess gegen den „Baumeister“ aus Leisnig und seine Frau begonnen. Das Paar wehrt sich gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Döbeln. Quelle: dpa
Leisnig/Chemnitz

Demnach soll der „Baumeister“ wegen Betruges sieben Monaten hinter Gitter, für seine Frau sieht das Urteil fünf Monaten Haft mit Bewährung vor. Ziel der Berufung sei nun Freispruch, sagten die Rechtsanwälte Michael Sturm und sein Kollege Prof. Ulrich Sommer, die die Eheleute verteidigen. Die Staatsanwaltschaft möchte eine höhere Strafe.

Die gestrige Verhandlung erweckte den Anschein, dass der Wind für die Angeklagten günstig steht. So kritisierte Richter Frank Schmidt, der Vorsitzende der 7. Kleinen Strafkammer, das erstinstanzliche Urteil. Ihm fehlen darin Feststellungen zu einem Kaufvertrag über das Wohnmobil. Demnach habe es der Angeklagte in Holland mit einem Kilometerstand von 45 000 Kilometern gekauft. Sollte das wahr sein, ist der Betrugsvorwurf vom Tisch. Denn als er den Camper verkaufte, hatte der laut Kaufvertrag etwa 49 000 Kilometer auf der Uhr. Das Amtsgericht Döbeln ging jedoch davon aus, dass der Kilometerzähler von rund 176 000 Euro auf diesen Wert zurückgedreht wurde, um einen höheren Preis zu erzielen. 5800 Euro seien das dann gewesen, heißt es im Amtsgerichts-Urteil. Weil das Wohnmobil auf eine Firma zugelassen war, der die Angeklagte vorstand und ihr Mann den Verkauf abwickelte, hatte Richterin Magdalena Richter, damals Proberichterin am Amtsgericht Döbeln, beide wegen gemeinschaftlichen Betruges verurteilt. Sie kommentierte es damals mit den Worten „Ich glaube, sie wollen mich verarschen“, als der „Baumeister“ den Kaufvertrag vorlegte. Das Gericht zweifelte damals an, dass die Urkunde echt ist (die DAZ berichtete).

Zeuge aus Holland

Das sieht nun etwas anders aus. Wie Richter Schmidt sagte, gäbe es für ihn keinen Grund an der Echtheit der Urkunde zu zweifeln. Zu Ende gedacht bedeutet das, dass das Paar gar nicht wissen konnte, wieviel Kilometer das Wohnmobil tatsächlich gelaufen ist, den Angaben im Kaufvertrag vertraute. Ohne Täuschung kein Betrug – die Beiden wären aus dem Schneider. Oberstaatsanwältin Ingrid Burkhart will es nun genau wissen. Sie stellte unter anderem den Beweisantrag, den Verkäufer des Wohnmobils aus Holland zu laden. Daran war schon das Amtsgericht gescheitert. Die Ladung kam zurück. Nun unternimmt das Landgericht einen erneuten Versuch und setzt den Prozess im Februar fort.

Ein Mann aus Niedersachsen hat den Betrugsprozess ins Rollen gebracht, der nun in zweiter Instanz die Gerichte beschäftigt. Er hatte das Wohnmobil vom Angeklagten gekauft. Bereits auf der Rückfahrt von Leisnig war er stutzig geworden. Scheibenwischer und Lüftung funktionierten nicht. Nachdem sich ein Mechaniker den Fiat angesehen hatte, sei der Verdacht aufgekommen, Mensch, die Karre hat ja wesentlich mehr auf der Uhr, als 49 000. Der Verdacht erhärtete sich für den Käufer, als er Aufkleber am Fahrzeug entdeckte, die auf Ölwechsel bei deutlich höheren Kilometerständen im sechsstelligen Bereich hindeuten. Er schaffte das Fahrzeug zu einem Gutachter. Der las auch das Steuergerät der Einspritzpumpe aus. Ergebnis: 176 000 Kilometer Laufleistung.

Von Dirk Wurzel

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