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Döbeln Belvedere: Keller mit Aussicht hat Zukunft als Fotostudio
Region Döbeln Belvedere: Keller mit Aussicht hat Zukunft als Fotostudio
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19:54 10.05.2019
Erstes Shooting: Schauspielerin Stephanie Stumph ließ sich in den rauen Mauern vom Leisniger Belvedere bereits von Mirko Joerg Kellner ablichten. Quelle: Fotos: Steffi Robak / Mirko Joerg Kellner
Leisnig

Kaum ein anderes Kellergeschoss der Welt bietet eine derart grandiose Aussicht wie das vom Belvedere in Leisnig. Diese Tatsache verschafft dem Abbruchrest des ehemaligen Jugendstil-Hotels an der Leisniger Bergstraße Zukunftsaussichten in Form von Leben im Gemäuer.

Mirko Joerg Kellner, gebürtiger Dresdener und Fotograf, möchte das Objekt eines Tages als Arbeitsort mit Studio und Atelier nutzen, zudem Räume für Ausstellungen oder Konzerte temporär für Publikum öffnen.

Behutsam renovieren

Von der Stadt Leisnig, welcher das Objekt gehört, möchte Kellner pachten. Beim Herrichten der Gebäudesubstanz beabsichtigt er, behutsam vorzugehen, damit das Objekt seinen eigentümlichen Charme behält.

„Der schroffe, etwas abenteuerliche Charakter soll nicht zerstört werden“, sagt er im Gespräch mit der DAZ und erläutert: „Das Haus hat seine Historie, vom Ursprung bis heute, und auch die Dinge, die dazwischen bis jetzt geschehen sind, dürfen und sollen weiter zu sehen sein.“

Hotel, Offiziersheim, Berufsschule...

Die Geschichte vom Belvedere ist wechselvoll. Das vor etwa 150 Jahren gebaute Hotel erfuhr bereits 1888 seine erste Umnutzung: zum Offiziersheim. In der später dort eingerichteten Handels-, Gewerbe- und Berufsschule erhielten in der DDR junge Leute aus der gesamten Region ihre Lehrsausbildung.

In der Nachwendezeit hatte der Landkreis keine Verwendung mehr für das Haus. Die Stadt übernahm es, nutzte es für die Kinderbetreuung. Doch schon Ende der 90er Jahre zeigte sich: Die Bausubstanz hätte dringend der Sanierung bedurft.

Abriss hinterließ das Souterrain-Geschoss

Wegen der üppigen Holdeckenkonstruktion wäre der Aufwand dafür immens gewesen. „Bei der Stadt fiel die Entscheidung für den Gebäudeabriss“, schildert Leisnigs Bau- und Ordnungsamtsleiter Thomas Schröder zur jüngsten Stadtratssitzung. Er informierte jüngst über die Absicht der Stadt, an den Dresdener Fotokünstler zu verpachten.

Mit dem Ausblick über das Muldental blieben nach dem Abriss nur die Terrasse sowie das frühere Souterrain-Geschoss erhalten. Auf dem Platz darüber ließ die Stadt den Parkplatz bauen. Dieser bleibt in der Obhut der Stadt.

Kellern stellt aus im Quartier an der Frauenkirche

Die Räume sowie die Terrassen befanden sich vor etwa zehn Jahren schon einmal in Nutzung durch den Verein Begreifen. Erste Arbeiten in den Räumen begannen, die Terrassen wurden bepflanzt und unter Regie des Vereins auch gepflegt. Nachdem ein Teil der unterhalb liegenden Stützmauer herausgebrochen war, beendete die Stadt aus Sicherheitsgründen den Nutzungsvertrag mit dem Verein. Das Stützmauerwerk wurde daraufhin saniert.

Kellner nutzte das Objekt bereits für Shootings, so mit der Schauspielerin Stephanie Stumph. Nicht allein das Belvedere, generell die Stadt Leisnig und ihre Umgebung habe es ihm angetan. Geboren in Dresden, arbeitet der Porträt- und Kunstfotograf in ganz Deutschland, zeigt derzeit Arbeiten in der Galerie Vito von Gaudlitz im Quartier an der Frauenkirche.

Leisnig: Umgebung wie in der Toscana

Kellner wohnt ländlich in Mittelsachsen, lädt Freunde und Kollegen gern in die Region ein. „Leute, die schon die Toscana oder Frankreich kennen, staunen, wie viel davon sie hier in unserer schönen Umgebung wiederfinden“, sagt er.

Mit seiner Arbeit am und im Belvedere möchte Kellner die umliegenden Großstadtregionen Dresden, Leipzig, Chemnitz verbinden sowie auf die mittelsächsische Region aufmerksam machen.

Unterschrieben ist der Pachtvertrag über das 1225 Quadratmeter große Objekt noch nicht. Thomas Schröder informiert zu Eckdaten: Der Vertrag mit späterem Ankaufsrecht solle über zehn Jahre laufen und regelt die Renovierung der Fensterfront und des Fußbodens, den Einbau von Ver- und Entsorgungsanlagen sowie die Pflege der Außenanlagen.

Von Steffi Robak

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