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Döbeln Leisnig: Bürger kippen Plan für Lindenplatz-Sanierung
Region Döbeln Leisnig: Bürger kippen Plan für Lindenplatz-Sanierung
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03:18 09.06.2018
Leisnigs Lindenplatz, derzeit ohne Linden. Quelle: Steffi Robak
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Leisnig

Wie geht es nun weiter mit dem Lindenplatz in Leisnig? Die Planung für dessen Neugestaltung lag jetzt auf dem Rathaus öffentlich aus. Zunächst hatte sich kaum jemand dafür interessiert, dann gaben mehrere Lindenplatz-Anlieger schriftlich ihre Stellungnahmen zu dem Plan ab. Und die haben sich offenbar gewaschen.

Planung kann so nicht bleiben

Bürgermeister Tobias Goth (CDU) kündigt jedenfalls an: „So wie jetzt kann die Planung nicht bleiben.“ Die Eingaben der Bürger wolle er ernst nehmen. Bis zum heutigen Tag hätten noch Stellungnahmen eingereicht werden können zu der geplanten Sanierung. Doch schon in der vergangenen Woche war für das Stadtoberhaupt klar: Aus den Reihen der Anlieger kommt derartiger Gegenwind, das kann die Stadtverwaltung nicht ignorieren.

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Verkehrslösung kritisiert

Unter anderem wird die vorgesehene Lösung mit den Fußwegen kritisiert. Um auf einen für Fußgänger nutzbaren Bereich in der Mitte des lang gezogenen Platzes zu gelangen, müssten die Anwohner erst die Grünflächen überschreiten, die entlang der Straßenränder angelegt werden sollen – das wird als widersinnig empfunden.

Für Abbieger unübersichtlich

Auch die neue Verkehrsführung betrachten die Anlieger als gefährlich. Zum einen soll auf der Straßenseite, an der Ecke mit dem Fotogeschäft, die Ausfahrt auf die Chemnitzer Straße liegen. Dort ist die Fahrbahn nach rechts nur schwer einsehbar. Diese Lösung erscheint den Beschwerdeführern als völlig inakzeptabel.

Richtung Bergstraße für Autos frei?

Dass zudem die Verlängerung des Lindenplatzes in Richtung Bergstraße frei gegeben werden soll für Autofahrer, scheint einigen Anliegern ebenfalls nicht besonders klug. Bisher ist dieser Weg Fußgängern vorbehalten. Der Plan, dort Autos abfahren zu lassen, hat einen gewissen Sinn.

Eltertaxi-Verkehr ballt sich morgens

Besonders in den Morgenstunden, wenn der Eltern-Zubringer-Verkehr zu den Schulen sich extrem ballt, soll die Lösung den Abfluss des Autoverkehrs schneller gewährleisten. Auch hier sehen die Leisniger allerdings ein Problem, welches generell in den Morgenstunden rund um die Schulen herum zu beobachten ist: Zu Fuß gehende Schüler konkurrieren dann mit den Autos.

Kinder konkurrieren dann mit Autos

Aus der Unterstadt kommen nun genau diesen benannten Weg die Kinder zur Ober- und Grundschule hinauf gelaufen. Die Eltern mit ihren Autos fahren ihnen entgegen. Das wird abgelehnt. „Es gibt also erheblichen Diskussions- und Nachbesserungsbedarf“, so der Bürgermeister.

Rat muss Plankorrektur beschließen

Er alleine könne allerdings nicht entscheiden, ob oder in welcher Form der Plan geändert werde. Bis Ende Juni solle zunächst zusammen mit dem zuständigen Planer über eine Plankorrektur nachgedacht werden. Goth hält es sogar für möglich, dass ein vollkommen neuer Plan aufgestellt werden muss.

Alles muss noch im Juni über die Bühne

Damit das alles zeitlich in ordnungsgemäßen Bahnen verläuft, muss der Stadtrat über einen neuen Plan auch noch einmal abstimmen. Damit im vorgesehenen Zeitraum die Sanierung in Gang gesetzt werden kann – der Beginn ist für 2019 ins Auge gefasst - muss das alles noch im Monat Juni über die Bühne gehen. Für den 28. Juni ist die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause angesetzt.

Von Steffi Robak