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Döbeln Graffiti statt Graffiti – Leisniger Gleisunterführung freundlich statt abstoßend
Region Döbeln Graffiti statt Graffiti – Leisniger Gleisunterführung freundlich statt abstoßend
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09:06 28.06.2019
Graffiti-Künstler Frank Schäfer aus Döbeln zeigt, mit welchen Motiven er unter anderem die Gleisunterführung gestalten will. Quelle: Olaf Büchel
Leisnig

Hell und freundlich ist er mittlerweile schon – nun peppt ihn Graffiti-Künstler Frank Schäfer auch noch mit ganz besonderen Motiven auf. Die Rede ist von der Gleisunterführung auf dem Leisniger Bahnhof.

Bislang kein Aushängeschild

Jahrelang stand der Tunnel in der Kritik, weil er alles andere als ein Willkommensgruß für ankommende Bahnreisende war. Vollgeschmiert und verschmutzt, machten die Treppenaufgänge und der Verbindungsgang alles andere als ein gutes Bild. Das ändert sich gerade. „Es hat Gespräche mit der Deutschen Bahn gegeben, außerdem ein Projekt unserer Apian-Oberschule in Zusammenarbeit mit dem Graffiti-Künstler. Nun wird es umgesetzt“, sagt ein in diesem Punkt zufriedener Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

Die Unterführung am Leisniger Bahnhof gab nicht immer ein gutes Bild ab. Quelle: (Archiv) Sven Bartsch

Im Auftrag der Deutschen Bahn sind die Wände der Unterführungen bereits ausgebessert und dann mit lindgrüner Farbe gestrichen worden. Ein guter Untergrund für Schäfers Graffiti-Motive. „Ich werde so etwa zehn bis 14 Tage für die Arbeiten brauchen“, sagt der Döbelner, der Wochenanfang in Leisnig begonnen hat.

Graffiti-Künstler Frank Schäfer

Franke Schäfer und seine Graffiti-Kunst sind in der Region nicht unbekannt. Über die Jahre hat er bereits mehrere bis dato triste Stellen mit gelungenen Motiven hübsch gemacht – oft in Zusammenarbeit mit etwa Schülern. Eine kleine Auswahl:

Döbeln:
Bunte Farben gegen Schmierfinken an den Flüsterspiegeln

Roßwein:
Zum Kräutergartenfest ein neues Outfit für den Schuldurchgang

Hartha:
Pestalozzi-Schülerin besprüht Stromkästen

Auf die lange Wand des Verbindungsganges, unterhalb der Beleuchtung, sprüht Schäfer den Schriftzug „Leisnig“, aber nicht einfach so. Jeder Buchstabe stellt ein besonderes Merkmal der Stadt dar, die Ideen der Oberschüler flossen hier ein. So wird zum Beispiel das „L“ der Riesenstiefel sein, eine Ritterrüstung wird zum „I“. „Das sind super Motive. Es wird beim Betrachten einen richtigen Aha-Effekt geben“, freut sich Bürgermeister Goth.

Holzaufbauten bleiben erhalten

Die Aufbauten aus Holz, die sich an den Zugängen zur Unterführung befinden, werden ebenfalls renoviert. Sie stehen unter Denkmalschutz und bleiben deshalb erhalten. Die Glasscheiben sind jedoch herausgebaut und neue soll es wegen des hohen Zerstörungspotenzials auch nicht wieder geben. Der Bürgermeister: „Noch ist nicht ganz klar, welche Lösungen die Bahn für die Fensteröffnungen findet.

Kommentar: Ein Tunnel, der Freude macht

von Olaf Büchel

Unterführungen haben nicht nur im Film meist etwas Gruseliges. In der Regel ist jeder bemüht, diese unterirdischen Zweckbauten zügig zu durchqueren, um wieder ans Tageslicht aufzusteigen. In Leisnig wird das bald etwas anders sein – dort dürfte sich in dem Tunnel die Verweilzeit der Bahnreisenden ein wenig erhöhen. Die Grundlage dafür bildet eine gelungene Kooperation von Stadt und Deutscher Bahn, in die geschickt Schüler der örtlichen Oberschule und ein Künstler aus der Region eingebunden wurden.

Wie es in so vielen anderen Städten ist, war auch der Leisinger Bahnhofstunnel voll von hässlichen Schmierereien und ekligen Sprüchen. Wo es schon so wüst aussieht, nehmen sich viele noch weniger in acht, eins kommt zum anderen. Die Reinigungskräfte, die im Auftrag der Bahn an solchen Orten putzen müssen, sind nicht zu beneiden.

Jetzt ist die Leisniger Unterführung schön lindgrün. Graffitis gibt es auch bald – aber von einem Profi. Die Zeichnungen verraten, dass die Bilder Hingucker werden. Die Bahnreisenden freuen sich. Statt mit einem gruseligen Gefühl können sie den Tunnel mit einem Lächeln passieren.

o.buechel@lvz.de

Von Olaf Büchel

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