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Döbeln Leuchtturm an der Zschopau – Minister würdigt Schwabe-Institut
Region Döbeln Leuchtturm an der Zschopau – Minister würdigt Schwabe-Institut
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18:02 06.03.2019
Zu Gast im Leuchtturm: Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt eröffnete am Mittwoch das Fachforum Sensorik im Kurt-Schwabe-Institut Meinsberg. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
Meinsberg

Der ländliche Raum ist längst nicht abgeschrieben. „Er ist zum Leben, Arbeiten und Forschen geeignet“, sagte am Mittwoch Sachsens Umwelt -und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) im Kurt-Schwabe-Institut (KSI) Meinsberg. Das hatte zu einer Fachtagung geladen, die das Ministerium maßgeblich mitgestaltet hat. Hier tauschten sich Experten über aktuelle Fragen der Umweltsensortechnik und ihren Einsatz für einen besseren Umweltschutz aus.

In Meinsberg eines besseren belehrt

„Man hört ja jetzt viel über den ländlichen Raum“, sagte der Minister und spielte auf die Anregungen des Leibnitz-Institutes für Wirtschaftsforschung Halle an, die Förderung für den ländlichen Raum einzustellen, ihn quasi als Wirtschaftsstandort aufzugeben. „Wer nach Meinsberg kommt, sieht sich eines Besseren belehrt. Das KSI ist ein Leuchtturm im ländlichen Raum“, so Thomas Schmidt weiter.

Praxisnahe Forschung

Im KSI hatten sich Wissenschaftler aus unterschiedlichen sächsischen Hochschulen sowie Vertreter von Unternehmen zum ersten Fachforum Sensorik getroffen. Ein Dutzend Referenten beleuchteten das Thema „Messen und Regeln“ aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und Fachbereichen. Sie kamen aus Wissenschaft und Praxis. So berichtete Peer Leithold, Diplom-Agraringenieur und Geschäftsführer von Agricon Ostrau, über intelligente Landwirtschaft, das sogenannte smart farming. Es ging dabei auch um Sensoren, die messen, wie Pflanzennährstoffe – etwa Stickstoff – auf einem Schlag verteilt sind. So lässt sich der Acker punktgenau düngen, mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie groß der Bedarf ist. Das spart nicht nur Dünger, sondern senkt auch die Belastung für die Umwelt. „Agricon ist auch so ein Leuchtturm. Solch ein Unternehmen verortet man eher in einer großen Stadt, als am Rande von Ostrau“, nannte Minister Schmidt ein weiteres Beispiel für innovative Wirtschaftskraft im ländlichen Raum. Das System zum intelligenten Düngen entwickelt Agricon gemeinsam mit dem KSI. So bringt dessen sehr praxisnahe Forschung Pluspunkte für die Wirtschaft in der Region.

Hefepilze als Sensoren

„Rund 30 000 Tonnen Arzneimittel werden jährlich in Deutschland verabreicht. 8000 Tonnen davon gelangen ins Wasser, wovon die Hälfte umweltrelevant ist“, verdeutlichte KSI-Direktor Professor Michael Mertig die Bedeutung der Sensorik für die Umwelttechnologie. Am KSI forschen Mitarbeiter genau zu dieser Thematik: giftige Rückstände von Medikamenten im Wasser aufspüren. So beginnen zum Beispiel genetisch veränderte Hefepilze zu leuchten, wenn sie mit Diclofenac in Berührung kommen. Das ist ein schmerzstillender Wirkstoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika. Er ist in Tabletten und Cremé zum Einschmieren enthalten. Über diese Ganzzellensensorik referierten zum Fachforum Dr. Christine Schirmer und Dr. Juliane Posseckardt. Die biologisch-physikalische Sensorik ist eines von drei Forschungslinien des KSI. Die elektrochemische Sensorik und die Festelektrolysesensorik sind die beiden anderen.

Ministerium mit Ressourcenforschung

Das Fachforum ist Teil der Zukunftsinitiative „simul+“. Das ist eine Plattform des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. 2016 gab Minister Schmidt dafür den Startschuss. „Neben dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sind wir das einzige Ministerium mit eigener Ressourcenforschung“, sagte Thomas Schmidt. Zum SMUL gehört das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Dessen Präsident Norbert Eichkorn unterschrieb dann gemeinsam mit KSI-Direktor Mertig die Kooperationsvereinbarung, die die weitere Zusammenarbeit besiegelt.

Von Dirk Wurzel

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