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Döbeln Licht im Advent: Vom langen Weg zurück in ein Leben ohne Sucht
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Licht im Advent: Vom langen Weg zurück in ein Leben ohne Sucht

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13:03 06.12.2020
„Meine kleine Tochter ist mein Anreiz“, sagt Michael (36).
„Meine kleine Tochter ist mein Anreiz“, sagt Michael (36). Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln/Bockelwitz

. Über 5000 Euro haben die Leser mittlerweile für die Spendenaktion „Licht im Advent“ gespendet und dem Projekt „Zwischenstopp“ den dringend benötigten Kleinbus näher gebracht.

Darüber freut sich auch Lars (33), einer der aktuellen Bewohner im Projekt „Zwischenstopp“ in Bockelwitz. Der junge Mann hat große Pläne und ist auf einem hoffnungsvollen Weg ohne Sucht. Nach der Trennung von seiner Freundin und den Kindern geriet sein Leben 2014/15 aus den Fugen. Er musste in eine neue Wohnung, ein neues Umfeld umziehen. Er trank mehr als er sollte und kam mit Crystal in Kontakt. Um seine Sucht zu finanzieren, vertickte er selbst das Zeug. 2017 kommt er in Haft.

Lars (33, u.) hat große Pläne. Quelle: Bartsch

„Ich war mein bester Kunde“

„Danach habe ich erst realisiert, dass mein Leben so nicht weiter gehen kann. Ich war selbst mein bester Kunde“, sagt er. Er kommt vom Crystal los, findet wieder Arbeit. Doch ganz drogenfrei lebt er nicht. Seine Sucht hat er auf Cannabis verlegt. Das ging nur eine Weile gut. „Ich bin eigentlich nur noch für meinen Cannabiskonsum arbeiten gegangen. Das konnte doch nicht alles in meinem Leben sein und was sollten meine beiden Sohne (9 und 4) von ihrem Vater denken“, erzählt Lars. Er beginnt im Februar eine Entgiftung in Hochweitzschen. Seit April ist er im „Zwischenstopp“ und macht sich gut. So könnte sich im Januar eine Langzeittherapie anschließen. „Hier hat sich meine Lebenseinstellung gewandelt. Es geht mir seelisch und körperlich gut ohne den ganzen Pfeffer. Ich habe wieder Spaß am Leben, treibe viel Sport und habe 30 Kilo abgenommen.“ Auch für die neue Freundin will er es schaffen, ohne legale und illegale Drogen zu leben. Als neues Genussmittel hat er gutes Essen entdeckt und sich seiner ersten Ausbildung als Koch erinnert. Sport treiben, wieder Gitarre spielen, dann wieder Job und eigene Wohnung – das ist sein Plan. In den letzten Monaten hatte er auch mit der Betreuung behinderter Menschen zu tun. „Das hat mir echt viel gegeben. Ich könnte mir echt vorstellen, in dem Bereich noch mal neu zu lernen“, sagt der gelernte Industriemechaniker.

Maurer Mike (45) kam aus dem Kinderheim auf die schiefe Bahn. Quelle: Bartsch

„Ich will zum Schulanfang meiner Tochter dabei sein“

Michael (36) aus Mittelsachsen hat nach der Schule aus Langeweile gekifft. Mit 20 nimmt er Crystal. „Man kann sich kaum vorstellen, wie diese Droge alles Soziale kaputt macht. Anfangs macht sie dich gefühlt leistungsfähiger. Man merkt gar nicht, wie schnell man abhängig wird und nur noch für die Droge lebt. Erst nahm ich das Zeug nur am Wochenende, dann auch wochentags. Job weg, Führerschein weg und plötzlich hast du nur noch mit Crystal-Leuten zu tun“, sagt er. 2016 wird er Vater einer kleinen Tochter. Seitdem versucht er, sein Leben zu ändern. Drei Mal geht er zur Entgiftung. „Ich dachte, ich krieg das schon hin. Doch immer wieder kam ich in meinen altes Umfeld zurück und wurde rückfällig“, sagt er. „Nach 15 Jahren reichen keine vier Wochen Entgiftung.“ Das weiß er jetzt. Seit sieben Wochen ist er im Zwischenstopp, um sich nach dem Entzug zu festigen. „Das andere Umfeld tut ihm gut. Danach will er zur Langzeittherapie und in ein begleitetes neues Leben. „Meine Tochter wird bald fünf. Bis zu ihrem Schulanfang will ich mein neues Leben so gemeistert haben, dass ich als stolzer und verlässlicher Vater dabei sein kann.“

So kommt ihre Spende an

So spenden Sie:

Füllen Sie einen Überweisungsschein aus.

Zahlungsempfänger:

Diakonie Doebeln

Verwendungszweck:

Hilfe für Suchtkranke

Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an:

IBAN: DE42 8605 5462 0391 0160 24

BIC: SOLADES1DLN

Online-Überweisung:

Besitzen Sie eine Online-Banking-App auf ihrem Smartphone, dann können Sie einfach den Girocode scannen und die Spende direkt überweisen.

Spendenbescheinigung:

Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt.

Für Spenden ab 200,01 Euro übersenden wir Ihnen eine Spendenbestätigung. Achtung: Dazu bitte Ihren vollständigen Namen und die Anschrift auf dem Überweisungsschein eintragen.

Spendernamen:

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein.

Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der Email: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Bei Überweisungen mit kompletter Adresse gehen wir davon aus, dass Sie eine Spendenbescheinigung vom Partnerverein möchten. Zur Erstellung der Spendenquittung übermitteln wir Ihre Adressdaten und Spendenhöhe an den Partnerverein.

Spendenübergabe:

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht bis 13. Dezember. Anschließend wird der Gesamtbetrag dem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion. Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an den Partnerverein.

Quelle: Bartsch

Sie haben gespendet

Aktuelle Spendensumme: 5320 Euro (Stand 3. Dezember)

Die neu hinzugekommenen Spender sind: 5 Euro: Waltraud und Frank Rüdrich; 20 Euro: Uwe Welde; 30 Euro: Bettina Barthel; 50 Euro: Heidi Schilling und Markus Stirner-Schilling, Monika Schloczek, Thomas und Anja Falke, Heinz Holger und Julia Schubert; 100 Euro: Eva und Christian Günther; 200 Euro: Richard Steffen Biberstein; 2000 Euro: Stadtwerke Döbeln GmbH;

Zudem sind weitere 45 Euro an anonymen Spenden eingegangen. Vielen Dank!

Von Thomas Sparrer