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Döbeln Lokalheld 2019: Andreas Riethig aus Döbeln im Dauereinsatz fürs Ehrenamt
Region Döbeln Lokalheld 2019: Andreas Riethig aus Döbeln im Dauereinsatz fürs Ehrenamt
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10:04 27.05.2019
Dienstags hat Andreas Riethig in der Nicolaikirche die Schlüsselgewalt. Er hilft ehrenamtlich mit, dass die Kirche immer offen ist. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Andreas Riethig ist in Döbeln und der Region allgegenwärtig und das auf eine eher leise sehr umgängliche Art. Den meisten ist er als Eisenbahnhistoriker und als Heimatforscher durch viele Vorträge und durch sein Museum im Bahnhof Klosterbuch bekannt. Doch Andreas Riethig ist in unzähligen Ehrenämtern tätig.

Parteiübergreifend geschätzt

Aktuell steht der 67-Jährige sogar als Kandidat für den Stadtrat auf der Wahlliste der SPD. Vorgeschlagen für den Titel eines Lokalhelden wurde er dagegen von Dr. Rudolph Lehle, CDU-Stadtrat und CDU-Landtagskandidat. Denn man schätzt Andreas Riethig parteiübergreifend.

“Ehrung verdient“

„Ich denke Andreas Riethig hat aufgrund seiner vielfältigen und langjährigen Aktivitäten diese Ehrung als Lokalheld verdient“, schreibt Rudolf Lehle. Er sei zum einen als langjähriger Eisenbahnhistoriker und Referent für Eisenbahn- und Industriegeschichte bekannt und als Betreiber des Museums im Bahnhof Klosterbuch. „Andreas Riehig gibt den Menschen der Region sozusagen ihre Industrie- und Verkehrsgeschichte zurück und vermeidet dabei jede Ostalgie! Er recherchiert über alle Zeiten hinweg mit seiner Erinnerungsarbeit und regionalgeschichtlichen Aufklärungsarbeit. Zusammengefasst: Früher war nicht alles besser, nicht alles schlechter, aber eben Vieles anders! Das ist der Unterschied: Ostalgie verklärt, Riethig beschreibt“, so Rudolf Lehle. Darüber hinaus setzt er sich für die Wiederinbetriebnahme einer beschleunigten Eisenbahnverbindung in die Landeshauptstadt ein. Er nutzt dabei ganz wesentlich seine Kontakte als Eisenbahnkenner, lobt ihn Rudolf Lehle.

Quelle: DAZ

Vom Zoohändler zum Eisenbahner

Andreas Riethig ist im Oktober 67 Jahre alt geworden. Im früheren Entbindungsheim an der Nordstraße kam er zur Welt, besuchte die damalige Karl-Marx-Oberschule und lernte Elekromonteur. Drei Jahre betrieb er an der Marktstraße ein Zoogeschäft. Ein Stellwerksmeister, der gegenüber wohnte, begeisterte ihn für die Eisenbahn. Weil das Haus mit dem Zoogeschäft damals abgerissen werden sollte (es steht übrigens noch heute), geht Riethig zur Bahn und lernt noch einmal den Beruf eines Facharbeiters – für Eisenbahnverkehrstechnik. Er qualifiziert sich zum Fahrdienstleiter und Stellwerksmeister weiter und arbeitet bis 2000 bei der Bahn.

Multi-Ehrenamtler

Eine schwere Rückenerkrankung lässt ihn schließlich zum EU-Rentner werden. Doch Andreas Riethig liebt seinen Beruf und braucht Aufgaben. Seit dem ist er Multi-Ehrenamtler in allen Bereichen. Er leitet die Freizeitgruppe Eisenbahnhistorik beim Bahnsozialwerk, die dafür Räume im Döbelner Hauptbahnhof nutzt und Eisenbahngeschichte archiviert, aufarbeitet, Ausstellungen erarbeitet und Veröffentlichungen herausgibt. „Das wird sein neues Hobby und eine Lebensaufgabe, sowie das Eisenbahnmuseum, das er leidenschaftlich im Bahnhof Klosterbuch betreibt. Er hält zudem Vorträge in der Geschichtswerkstatt der TAG, bei den Döbelner Heimatfreunden und in zahlreichen Seniorentreffs. Dass er bei seinen Vorträgen zur Stadt-, Eisenbahn oder Heimatgeschichte auch immer wieder auf Zeitzeugen-Erinnerungen und Anekdoten zurückgreifen kann, liegt an seinen anderen Ehrenämtern.

Aktiver Christ

Andreas Riethig ist überzeugter Christ und aktives Mitglied der Evangelischen Kirchgemeinde Döbeln. Er ist der Diakonie-Beauftragte der Kirchgemeinde. Beim Kaffeenachmittag der Diakonie an jedem zweiten Mittwoch kümmert er sich um den geistlichen Teil mit Lesung und Gebet und spendet den Segen, den auch Laien in der Kirche erteilen dürfen. Als Teil des Öffentlichkeitsausschusses der Kirchgemeinde schreibt und fotografiert er für den Gemeindebrief und er gehört zum Besuchsdienst der Kirchgemeinde. Diese Gruppe um Susann Leutert besucht ältere Kirchgemeindemitglieder zu runden Geburtstagen oder wenn diese gern einfach mal Gespräche und soziale Kontakte ersehnen. „Für die Besuchten ist es oft schön, mal jemanden zum Zuhören zu haben. Ich höre gern zu. Und erfahre wiederum interessante Details zur Heimatgeschichte, die durch die Menschen, die ich besuche, ein Gesicht und manchmal auch liebevolle Details und Anekdoten bekommen. Ich bin für diese Gespräche sehr dankbar“, sagt Andreas Riethig. Etwa fünf solcher Besuche pro Monat übernimmt Andreas Riethig.

Schlüsselgewalt fürs Gotteshaus

Der 67-Jährige ist aber auch ein eifriger Kirchgänger, und das nicht nur sonntags. Ehrenamtliche Gemeindeglieder decken dienstags bis sonnabends jeweils von 13 bis 17 beziehungsweise 16 Uhr die Öffnung der Nicolaikirche für Besucher zum Beten und Besichtigen ab. Immer dienstags und im Vertretungsfall hat Andreas Riethig die Schlüsselgewalt für das Gotteshaus. Den Besuchern erklärt er, wenn sie es möchten, gern die Geschichte der Kirche, des wertvollen Altars, des Mirakelmannes oder der Stadt. Stadtgeschichte erläutert er zudem gern und recht kurzweilig bei den Stadtrundgängen, welche die Kontakt- und Beratungsstelle (KOBS) am Körnerplatz regelmäßig sonntags anbietet. Sein nächstes großes Thema als Eisenbahnhistoriker wird Döbelns Hauptbahnhof sein. Das Empfangsgebäude wird im nächsten Jahr 150 Jahre alt.

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Andreas Riethig aus Döbeln im Dauereinsatz fürs Ehrenamt

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