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Döbeln Lokalheld 2019: Uwe Glawion aus Roßwein ist zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen
Region Döbeln Lokalheld 2019: Uwe Glawion aus Roßwein ist zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen
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10:07 27.05.2019
Mit seinem roten Renault ist Uwe Glawion regelmäßig unterwegs, um anderen zu helfen: Beim Einkaufen, Arztbesuchen oder anderen Alltagsproblemchen. Quelle: Sven Bartsch
Roßwein

Am Vormittag des 3. April ist Uwe Glawion zum Einkaufen im Roßweiner Penny-Markt in der Bahnhofstraße unterwegs. Der 47-jährige Roßweiner steht gerade in Kassennähe, als dort eine Stichflamme für Aufregung sorgt. Zwei Kassiererinnen reagieren schnell, Uwe Glawion auch: „Kommt her Mädels, gebt mir den Feuerlöscher“, sagt er und löscht die Flamme beherzt, bevor Schlimmeres passieren kann. Auch das Kassenband schaltet er noch ab. Bis die Feuerwehr überhaupt eintreffen kann, haben Uwe Glawion und die beiden Penny-Mitarbeiterinnen die Situation schon gut in den Griff bekommen und Schlimmeres verhindert.

Situationen wie diese sind beispielhaft für Uwe Glawions Naturell. Der Roßweiner, der gerade ein Bundesfreiwilligenjahr in den Roßweiner Werkstätten leistet, hat das Herz am rechten Fleck, wie man so schön sagt. Bianca Wenta, Gruppenleiterin in den Werkstätten, hat ihn genau aus diesem Grund für die Aktion von DAZ und Kreissparkasse als Lokalhelden vorgeschlagen. Dass Uwe Glawion „für einen Apfel und ein Ei Bufdi in der Behindertenwerkstatt“ ist, wie sie in ihrem Vorschlag geschrieben hat, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Denn der alleinstehende Roßweiner setzt sich auch an anderer Stelle ganz selbstverständlich ein – ohne dass er dafür eine monetäre Entlohnung bekommt.

Die DAZ stellt die Nominierten für den Lokalheld 2019 vor. Quelle: DAZ

Inzwischen sind es vier Seniorinnen in Roßwein, die er regelmäßig betreut: Arzt- und Einkaufsfahrten erledigt Uwe Glawion mit den Rentnerinnen, die ihn auch immer anrufen können, wenn sie Hilfe brauchen. „Da fehlt der familiäre Hintergrund“, sagt Uwe Glawion, der diese angesprochene Leere ein Stück weit kompensiert, bei Alltagsproblemen hilft, einfach auch mal zuhört. Die Verbindung zu den Seniorinnen stammt aus den Zeiten, als er Vizevorsitzender bei der Roßweiner Volkssolidarität war. Inzwischen, sagt er, haben sich Freundschaften entwickelt.

In Roßwein aufgewachsen

Uwe Glawion ist in Roßwein aufgewachsen, lernt hier den Beruf des Werkzeugmachers im früheren Schmiedewerk. Zur politischen Wende ist er fertig, in seinem Beruf arbeitet er nie. Für zehn Jahre geht er zur Armee, legt das Unteroffiziers- und das Feldwebelpatent ab. Nach dieser Zeit baut er als Infrastrukturmanager den Frankfurter Main-Tower mit auf. Seine Ehe geht während dieser Zeit in die Brüche, heute lebt Uwe Glawion allein mit seiner Katze Hedwig, die er damals als letzte aus dem Ostrauer Tierheim geholt hatte. Er liest viel, interessiert sich für Geschichte und ist fit in Sachen Handarbeit. Häkeln, Stricken und seit neuestem auf Klöppeln – für Uwe Glawion, dessen Vater Webermeister und Mutter Püppchenmacherin war, kein Problem. Und wenn irgendwo Not am Mann ist, kann man ihn ansprechen, sagt er. Nein sagen fällt Uwe Glawion schwer – vor allem, wenn es um Hilfebedürftige geht. Und das, obwohl er selbst gesundheitlich angeschlagen ist.

Seine humane Lebenseinstellung führt ihn 2015 auch zum Roßweiner Bündnis, für das er SAB-gefördert als Projektmanager tätig ist. Noch heute engagiert er sich für jene, die als Geflüchtete ins Land gekommen sind und Unterstützung brauchten. Sein Nachbar beispielsweise kann immer auf ihn zählen bei Behördengängen oder wenn irgendetwas schriftlich zu erledigen ist. Jetzt als Bufdi in den Roßweiner Werkstätten hat er eine Aufgabe gefunden, für die er ein Händchen hat. Darauf ist er stolz. Der Arbeitsalltag mit einem tollen Team macht ihm viel Spaß. Vielleicht ergibt sich über den Bufdi hinaus eine Festanstellung auf diesem Gebiet. Was er sich sonst wünscht? „Dass die Gesellschaft wieder zusammen findet“, sagt Uwe Glawion als erstes. „Dass die Leute wieder mehr auf das Gute schauen, das sie haben.“ Und er möchte gesund bleiben.

Die weiteren Nominierten für den Lokalheld 2019

Andreas Riethig aus Döbeln im Dauereinsatz fürs Ehrenamt

Siegfried Hempel aus Bennewitz als heldenhafter Müllsammler

Claus-Dieter Andrä aus Leisnig – mit wachen Sinnen durch die Stadt

Uwe Glawion aus Roßwein ist zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen

Tatjana und Jörg Thiele aus Binnewitz pflegen Familie

Von Manuela Engelmann-Bunk

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