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Döbeln Millionengeschäft im Internet bringt Harthaer Millionen Schulden
Region Döbeln Millionengeschäft im Internet bringt Harthaer Millionen Schulden
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17:16 09.07.2019
Das Geschäft mit illegalen Downloads von Filmen im Internet hat einem Harthaer jetzt eine Bewährungsstrafe eingebracht. Quelle: dpa
Hartha/Dresden

Hollywoodfirmen als Geschädigte – das hat man selten in Strafverfahren. In einem Prozess vorm Landgericht Dresden ging es um Warner Brothers und Paramount, deren Filme die Angeklagten illegal im Netz angeboten hatten. Für Geld konnten sich die Nutzer diese auf unterschiedlichen Plattformen herunterladen. Einer der Angeklagten kommt aus Hartha. Als „lupenreinen Ersttäter“ bezeichnete Richter Karl-Dietmar Elser, stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichtes Dresden, diesen Mittdreißiger. In dem Prozess, den Richter Elser leitete, lag dem Hartz-IV-Empfänger zur Last, gemeinsam mit einem Kaufmann aus Frankfurt am Main diese illegale Millionengeschäft betrieben zu haben. Der bisher nicht vorbestrafte Harthaer lud zwischen 2010 und 2017 etliche der insgesamt weit über 100 000 Filme auf Plattformen im Internet hoch, die zum Download bereitstanden.

Haftbefehl aufgehoben

Der Harthaer gestand seine Beteiligung an diesem strafbaren Online-Handel. „Er hat dies bereits frühzeitig im Ermittlungsverfahren getan und hier in der Hauptverhandlung in eigenen Worten gestanden und auf Fragen geantwortet“, begründete Richter Elser, weshalb die Kammer dieses Geständnis mehr schätzte, als das des Mitangeklagten. Der Frankfurter hatte über seinen Verteidiger eine Erklärung abgegeben. Der gelernte Kaufmann war der Haupttäter in diesem Verfahren. Ihn verurteilte die Kammer wegen der mehrfachen unerlaubten gewerblichen Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke zu drei Jahren und acht Monaten Haft. Der Mann saß bereits seit 22 Monaten in Untersuchungshaft, davon zwei Monate in Madrid. Diese Zeit soll von der Gesamt-Haftstrafe abgehen, die das Gericht am Dienstag verhangen hat. Da der Rest der Strafe keinen Anlass für weitere Untersuchungshaft gibt hob Richter Elser den Haftbefehl auf. Der Hauptprofiteur des Millionengeschäftes verließ den Gerichtssaal als freier Mann, zum Prozess kam er in Ketten aus der JVA.

Hartz IV aufgestockt

Der Harthaer bleibt ein freier Mann. „Er hat eine gute Sozialprognose und ist nicht vorbestraft“, begründete Richter Elser die Entscheidung der Kammer, die Vollstreckung der Gesamt-Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten für drei Jahre zur Bewährung auszusetzen. Gleichwohl sah die Kammer, dass auch der Harthaer vom verbotenen Downloadgeschäft profitierte. „Er hat seinen Hartz-IV-Satz damit monatlich um bis zu 200 Euro aufgestockt. Das ist gewerbsmäßig“, sagte Richter Elser. Der Schaden beträgt insgesamt anderthalb Millionen Euro. Den Löwenanteil des illegalen Gewinns kassierte der Frankfurter.

Revision möglich

Dafür sollen die Verurteilten nun gerade stehen. Die Kammer ordnete die Einziehung eines insgesamt siebenstelligen Betrages an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Generalstaatsanwaltschaft und Verteidigung können dagegen Revision einlegen. Dem Urteil lag eine Verständigung zu Grunde. Für glaubhafte Geständnisse hatte die Kammer den Angeklagten Strafobergrenzen zugesichert.

Von Dirk Wurzel

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