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Döbeln Mission Seepferdchen: Kleines Roßweiner Bad ganz groß
Region Döbeln Mission Seepferdchen: Kleines Roßweiner Bad ganz groß
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18:00 08.12.2017
Kleines Bad, ganz groß in Sachen Schwimmkurse: In Roßwein lernen im Jahr 120 Kinder Schwimmen – bei Stadtbadchef Jens Göhler und zwei weiteren Schwimmmeistern. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Rosswein

„Mach dich lang Erik, schau nach vorn!“ Geduldig, aber doch mit Nachdruck lenkt Schwimmmeister Jens Göhler den Sechsjährigen sicher durch die Fluten des kleines Roßweiner Schwimmbeckens. Wer sein Seepferdchen, die erste Schwimmstufe, haben möchte, muss 25 Meter schwimmen können, ins Wasser springen und tauchen können. Seit 14 Wochen läuft der aktuelle Kurs für die Kindergärten der Region. fast alle kommen inzwischen seit 15 Jahren, um mit ihren Sechsjährigen Schwimmen zu lernen.

„Wir legen uns auf den Rücken und die Beine strampeln – bis ihr drüben seid!“ Heute ist es besonders angenehm in der Halle – freitags ist Warmbadetag in Roßwein, da wird auf 32 Grad Wassertemperatur hochgeheizt. Für die Steppkes aus der Kita Striegiszwerge in Niederstriegis und aus dem Zwergenland in Roßwein ein besonders toller Umstand. Normalerweise sind die Kinder 45 Minuten im Wasser, was bei normalen Schwimmbadtemperaturen auch reicht. Ist das Wasser wärmer, kann man auch mal eine Stunde drin bleiben, ohne zu frieren. Neben den Kindertagesstätten aus Roßwein und Umgebung nutzen Schwimmanfänger aus dem Gebiet zwischen Leisnig und Nossen das Angebot des Roßweiner Schwimmbades. Alle drei Schwimmmeister geben hier den Unterricht. Die 15-Stunden-Kurse, die ab kommendem Jahr 110 Euro kosten, sind nicht nur eine gute Einnahmequelle, „sie sind auch unser Steckenpferd“, sagt Badchef Jens Göhler, der seit 1990 dabei ist. 120 Kinder lernen in Roßwein jedes Jahr Schwimmen. Das kleine Becken und die kleine Gruppenstärke sind Anreiz. Von September bis Dezember und Januar bis April ist Seepferdchen-Zeit in der Stadt. Neben den Kita-Kursen dreimal die Woche vormittags, können Kinder montags 14 oder 15 Uhr und mittwochs 15 und 16 Uhr für das Seepferdchen trainieren. Außerdem gibt es einen Erwachsenenschwimmkurs Montagabend um 20 Uhr. Alle Kinder-Kurse sind voll ausgelastet, deshalb gilt: Wer will, dass sein Spross mit fünf Jahren die Frühschwimmer-Stufe anpeilt, sollte sich kümmern, wenn er vier Jahre alt ist. „Wer sich jetzt bei uns anmeldet, kommt in den Kurs im September“, klärt Jens Göhler auf. Aus seiner Sicht macht es vor dem fünften Lebensjahr wenig Sinn, Schwimmen zu lernen, zumindest in Gruppenkursen. „Das liegt am Sozialverhalten der Kinder“, erklärt Jens Göhler. Im Schwimmkurs müssen Kinder in der Lage sein, Anweisungen zu befolgen, wissen, wo Rechts oder Links ist und was es bedeutet, sich in einer Reihe hintereinander aufzustellen.

Beifall ertönt. „Elena, Jette und Luis haben heute schon ihr Seepferdchen abgelegt“, kann Jens Göhler am Ende der Stunde freudig verkünden. Jetzt ist noch ein paar Minuten Badezeit. Nächste Woche kommen die Schulanfänger zur letzten Kursstunde. Es ist nicht schlimm, wenn dann einer ohne Seepferdchen nach Hause geht. „Irgendwann lernt jeder schwimmen bei uns, bei dem einen geht es schneller, bei anderen dauert es ein Jahr“, weiß Göhler. Entscheidend sei, dass sich jedes Kind im Schwimmkurs automatisch in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Das versuche er auch den Eltern immer zu vermitteln. Die können ihre Kinder auch unterstützen, indem sie selbst mit ihnen Baden gehen und das im Kurs Gelernte festigen.

Schwimmen zu lernen bedeutet nicht nur Sicherheit gewinnen im Umgang mit dem Element Wasser. „Kinder entwickeln dabei ihre koordinativen Fähigkeiten genauso wie ihre geistigen“, sagt Jens Göhler. Ein Pfund, mit dem hierzulande gewuchert werden kann. Sachsen ist mit seinem breiten Angebot an Schwimmbädern Vorreiter in Sachen Schwimmenlernen. Davon abgesehen: Bei weitem nicht viele Kleinstädte haben ein Bad. „Wir können uns in Roßwein absolut glücklich schätzen, gleich zwei zu haben.“

Von Manuela Engelmann

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