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Döbeln Mit dem Sonderzug nach Meißen
Region Döbeln Mit dem Sonderzug nach Meißen
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13:22 19.05.2019
Mit dem Sonderzug nach von Döbeln nach Meißen: Sebastian Walter (Grüne Mittelsachsen), Lokführer Martin Müller und Peter Wunderwald (Grüne Meißen).
Mit dem Sonderzug nach von Döbeln nach Meißen: Sebastian Walter (Grüne Mittelsachsen), Lokführer Martin Müller und Peter Wunderwald (Grüne Meißen).
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Döbeln

Sonderzüge fahren nicht nur nach Pankow, sondern am vergangenen Sonnabend auch zweimal auf der für den Personenverkehr derzeit nicht genutzten Strecke von Döbeln nach Meißen. Organisiert hatten das mitten in der Wahlkampfzeit die Grünen aus den Landkreisen Mittelsachsen und Meißen. Ein Zeichen für die Wiederinbetriebnahme der Strecke wollten sie setzen.

Dieser Botschaft schlossen sich zahlreiche Mitfahrende aus der Region an. „Innerhalb von fünf Tagen hatten wir 150 Anmeldungen“, berichtete Sebastian Walter, Kreisrat der mittelsächsischen Grünen. Am Sonnabendmorgen, noch vor Abfahrt, rechnete Walter mit etwa 200 Leuten, verteilt auf beide Sonderfahrten.

„Wir wollen die Strecke wiederhaben“

Vier davon stellt die Familie Liebscher aus Roßwein, die sich direkt ihre Plätze im vorderen Teil des Zuges sicherte. „Wir wollen die Strecke wiederhaben und haben heute auch extra unsere beiden Kinder mitgebracht, damit die das auch mal miterleben können“, sagte Matthias Liebscher, der als Parteiloser auf der SPD-Liste für den Roßweiner Stadtrat kandidiert. „Einfach mal das Auto stehenlassen zu können, um zur Arbeit zu fahren – mit dem Zug ist es ein viel stressfreieres Fahren. Früher haben wir das viel genutzt“, fügte seine Frau Heike an.

Ginge es nach den Grünen, würde Familie Liebscher schon in greifbarer Zukunft wieder häufiger auf den Zug setzen können. „Wir brauchen dafür belastbare Summen – auch für an der Strecke notwendige Investitionen. Die müssen auch in den Haushalt eingestellt werden. Und wir brauchen ein richtiges Verkehrskonzept“, stellt Kreisrat Walter klar. „Aus Sicht der Grünen könnte das innerhalb der nächsten zwei Jahre machbar sein.“

„Es braucht mehr als nur Prüfanträge“

Das Problem: So wirklich machen kann letztlich nur die derzeitige Regierungskoalition aus CDU und SPD. „Die Koalition und auch der Kreistag haben sich zwar zu der Strecke bekannt, aber es passiert nicht wirklich etwas“, so der Grünen-Politiker. „Es braucht mehr als nur Prüfanträge, sondern verlässliche Aussagen dazu, wann der Zug tatsächlich kommen soll.“ Einen fehlenden Willen zur Umsetzung wolle die Partei niemandem unterstellen. „Wir fragen uns nur, wie ernsthaft tatsächlich daran gearbeitet wird“, betont Walter.

Vier unterschiedliche Varianten für eine Verbindung von Döbeln nach Dresden liegen derzeit auf dem Tisch. Am Ende werde es nach Ansicht der Grünen jedoch nicht ohne Halt in Roßwein gehen – jedenfalls nicht, was den kompletten Raum Döbeln angeht. „Eine Variante über Riesa bringt der Region nichts, denn es geht ja darum, eine möglichst schnelle Verbindung einzurichten“, hält Walter fest. Nach den Berechnungen des Verkehrsverbundes Oberelbe wäre die Strecke in 67 Minuten Fahrzeit machbar.

Von André Pitz