Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Nach AfD-Einzug: „Die Roßweiner müssen jetzt mit dem Ergebnis umgehen“
Region Döbeln Nach AfD-Einzug: „Die Roßweiner müssen jetzt mit dem Ergebnis umgehen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 27.05.2019
Nach der Wahl muss die Stadt damit umgehen, dass die AfD als zweitstärkste Fraktion Einzug gehalten hat. Quelle: Gerhard Schlechte
Rosswein

Kurz vor drei Uhr am Montagmorgen waren auch die letzten Ergebnisse im Roßweiner Rathaus eingetrudelt und konnten verarbeitet werden. Bis dahin hatten über 80 Freiwillige und auch das Rathauspersonal daran mitgewirkt, dass die Wahl durchgeführt werden konnte. Wahlleiter Ronny Kienert zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf und der Beteiligung – 59,1 Prozent der Roßweiner hatten den Weg an die Wahlurne gefunden. Am Montag galt es, das Ergebnis noch einmal zu überprüfen, damit der am Dienstag tagende Gemeindewahlausschuss es endgültig freigeben kann.

Roßweins Stadtrat wird mit einem teilweise neuen Gesicht Ende August seine Arbeit aufnehmen. Nach wie vor ist die CDU stärkste Fraktion, hat im Vergleich zur letzten Wahlperiode allerdings zwei Sitze eingebüßt. Hubert Paßehr, der mit 717 die meisten Stimmen in seiner Fraktion auf sich vereint hat, ist dennoch zufrieden. „Unser Dank geht an alle Roßweiner, die uns wieder ihr Vertrauen geschenkt haben“, sagt er. Obwohl man zwei Sitze verloren habe, sei es immer noch ein großer Vertrauensbeweis, der der CDU ausgesprochen wurde, und: „Wir werden uns weiter für die Entwicklung unserer Stadt einsetzen.“

Nur eine Person hat mehr Stimmen erhalten als Hubert Paßehr, und zwar 1.058: AfD-Spitzenkandidat Heinz Robert Backofen. Gemeinsam mit drei weiteren AfD-Kandidaten schaffte er den Einzug in Roßweins Stadtrat. „Es ist die Sicht des Bürgers im Moment“, kommentiert Hubert Paßehr das Ergebnis und kündigt an, dass man dennoch weiter um eine demokratische Entwicklung ringen werde. Das einzige, was ihn beunruhige, sei, dass jemand, den niemand richtig kennt, der noch nicht in Erscheinung getreten ist beim Wirken für die Stadt, so viele Stimmen auf sich vereint, nur weil er auf der Liste der AfD stehe. „Das zeugt von einer großen Erwartungshaltung und es ist ein Rucksack, den man erstmal tragen muss.“ Er hoffe, dass die neuen Stadtratsmitglieder ihrer Verantwortung gerecht werden.

Peter Krause von der Linken in Roßwein, der mit seinen 820 Stimmen nach Backofen zwar an zweiter Stelle der Wählergunst liegt, muss das Wahlergebnis dennoch erst einmal verdauen. Seine Fraktion hat einen Sitz eingebüßt und wird nun wie auch die SPD und die Freie Wählergemeinschaft Niederstriegis-Roßwein zu dritt arbeiten. Natürlich sei er enttäuscht, dennoch: „Es ist die Entscheidung der Roßweiner und die sind es, die mit diesem Ergebnis umgehen müssen."

Endgültige Konstellation Ende August

Was die personelle Besetzung in den einzelnen Fraktionen angeht, werde es bis zur konstituierenden Sitzung des Stadtrates Ende August sicher noch ein paar Veränderungen geben. Dann hätten Ersatzpersonen, also jene, deren Stimmanteil jetzt nicht gereicht hat, die Möglichkeit nachzurücken. Katrin Stenker etwa, die als einzige weibliche Spitzenkandidatin für die SPD ins Rennen gegangen war, und 160 Stimmen gesammelt hat, wäre die erste auf ihrer Liste, die nachrückt.

Für Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) ist das Ergebnis keine Überraschung. Er hofft auf konstruktive Zusammenarbeit und erwartet, dass alle Räte gemeinsam im Sinne der Stadt arbeiten. „Themen des Bundes haben hier nichts verloren, es geht um Sachpolitik.“ Wer seine beiden stellvertretenden Bürgermeister werden, entscheidet eine Abstimmung im neuen Stadtrat.

Stadtrat Roßwein

CDU: Hubert Paßehr (717), Rico Söhnel (425), Siegfried Barth (372), Gerd Zschiesche (311), Bernd Handschack (270), Jens Schmidt (259), Daniel Müller (252), Till Beyer (232), Christian Senftleben (204)

Die Linke: Peter Krause (820), Erwin Weist (206), Jördis Marschner (181)

BWG N-R: Iris Claassen (418), Frank Trommer (288), Ulf Lindner (277)

SPD: Thomas Winter (259), Uwe Hachmann (214), Steffen Thiele (204)

AfD: Heinz Robert Backofen (1058), Jens Tamke (560), Ines Luft (216), Erik Grämer (103)

Von Manuela Engelmann-Bunk

Per Tieflader kam der knallgelbe Wagen Nummer 106 in Döbeln an, auf Schienen rollte er schließlich ins Depot. Die Dauerleihgabe wird nun für die nächsten Zehn Jahre in Döbeln zu bestaunen sein.

27.05.2019

Die Mittelsachsen haben am Sonntag den neuen Kreistag gewählt. Dabei hat die CDU dramatische Verluste hinnehmen müssen. Darüber hinaus fliegt die rechtsextreme NPD aus dem Kreisparlament, während die AfD als zweitstärkste Kraft einzieht.

27.05.2019

Ein Fernsehstar für den Großweitzschener Gemeinderat, einer Zschaitzer Rätin mit nur zwei Stimmen und eine deutliche Machtverschiebung in Ostrau: All das brachte die Kommunalwahl 2019 in den Gemeinden nördlich von Döbeln.

27.05.2019