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Döbeln Nachwuchsband „Deep in Moon“ – irgendwo zwischen AnnenMayKantereit und Oasis
Region Döbeln Nachwuchsband „Deep in Moon“ – irgendwo zwischen AnnenMayKantereit und Oasis
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13:56 13.06.2019
Deep and Moon im Döbelner Probenraum: Julian Richter, Rosa Weber, Franz Leutert und Jonas Jäkel (v.l.). Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Hört man die Musik von Deep in Moon, die Coverversionen von „Come together“ oder „Radioactive“, oder auch Eigenkompositionen wie „Traveller“, könnte man verlebte End-Zwanziger vermuten, die Tabak und Alkohol durchaus zugetan waren, um diesen Sound zu erzielen. Doch das Quartett aus Döbeln ist brandneu auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Rosa Weber (Keyboard) ist mit ihren 20 Jahren schon die Älteste der Gruppe, Jonas Jäkel (Schlagzeug) und Julian Richter (Gitarre), beide 17, besuchen die elfte Klasse des Döbelner Gymnasiums und Sänger Franz Leutert macht mit 18 dort gerade sein Abitur.

Seine tiefe, kratzige Stimme – angesiedelt irgendwo zwischen Liam Gallagher und Richard Ashcroft mit einem Hauch Steven Tyler dazwischen – gepaart mit dem starken Spiel der drei Musiker dahinter, gibt der Band einen Sound, der beim ersten Hören aufhorchen lässt. Als der Autofrühling in Döbeln Anfang Mai in Regen und Schnee versank, da blieben viele der wenigen Besucher am Niedermarkt vor einem kleinen Geschäft stehen, in das sich die Band notdürftigerweise zurückgezogen hatte, um nicht auf den geplanten Auftritt verzichten müssen. Beim Blues- und Rockfestival in Altzella unterhielten sie das Publikum mit einem überzeugenden Auftritt – musikalisch wie bühnentechnisch.

Besucht man die Band in ihrem Probenraum im Haus von Rosa Webers Familie in Döbeln ist freilich vom Ernst des Ernstfalls Bühnenshow nicht viel zu spüren. Im Gespräch werden aus den seriösen Bühnenmusikern schnell wieder Teenager, die einfach nur Spaß daran haben, zusammen herumzualbern, Zeit miteinander zu verbringen und Musik zu machen. Es wird mehr gelacht als geredet und nach 30 Minuten fühlt man sich selbst wenigstens zehn Jahre jünger ob der positiven Energie in der Band.

Diese hatte sich im November 2017 zusammengefunden, nachdem sich die Mitglieder bereits aus der Schulband des Döbelner Lessing-Gymnasiums kannten. „Julian und ich sind in der achten Klasse in die Schulband eingetreten. Rosa kam als Keyboarderin dazu. Wir brauchten dann noch eine männliche Stimme und wir kannten Franz aus der Jungen Gemeinde, ebenso wie eine andere Sängerin aus der Schulband“, erzählt Schlagzeuger Jonas Jäkel.

Cool auf der Bühne, schlagfertig auch außerhalb vom Schlagzeug: Jonas Jäkel ist der Stimmungsmacher in der Band. Quelle: privat

„Wir hatten damals eine musikalische Projektwoche. Da habe ich mal mitgesungen und wurde dann von der Schulband angesprochen, ob ich nicht mal mitsingen möchte“, erinnert sich Franz. Diese spezielle raue Note in seiner Stimme hatte er bis dato selbst nicht gekannt. „Das habe ich am Anfang gar nicht genutzt. In der Projektwoche sang ich dann etwas von AnnenMayKantereit und da habe ich es dann beibehalten“, sagt er. Es wird für ihn der Schlüssel zur Band. So spielen sie ab Anfang 2017 alle zusammen in der Schulband, zu der noch weitere Musiker gehörten.

Bei einem evangelischen Christenball im August 2017 treten die drei Jungs zum ersten Mal allein auf. „Beim nächsten Mal nahmen wir dann Rosa mit. Sie spielt besser Klavier als ich und ich mochte ohnehin nicht spielen und singen gleichzeitig. Danach entschieden wir, wir bleiben als Band zusammen“, erzählt Franz.

Schnell ergibt sich die Möglichkeit, in Rosas Elternhaus einen Probenraum einzurichten, wo sich die Musiker mindestens einmal pro Woche treffen. Doch in letzter Zeit kommen sie kaum noch zum Üben. Zehn Auftritte waren es allein im April und Mai. Am Wochenende folgt bereits der nächste beim Döbelner Stadtfest (Sonntag, 16.30 Uhr, Bühne Stiefelbrunnen). „Derzeit haben wir wirklich sehr wenig Zeit zum Proben. Es lohnt sich oft kaum, alles wieder auf- und abzubauen, vor allem das Schlagzeug“, meint Jonas.

Die kommenden Auftritte

15. Juni, Laubach, Internationales Laubach-Treffen

16. Juni, Döbeln, Stadtfest, Bühne am Stiefelbrunnen

21. Juni, Chemnitz, Fete de la musique

28. Juni, Leipzig, Bandmarathon in der Villa

Könnten es sich die Vier, die vom Schulbandtechniker Hans Stiller, der noch die zehnte Klasse besucht, bei ihren Auftritten unterstützt werden, aussuchen, würden sie einfach immer weiter Musik zusammen machen. „Wenn ich die Möglichkeit hätte, mit Musik Geld zu verdienen, würde ich es tun“, meint Rosa, die nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Die anderen in der Band sehen es ähnlich, auch wenn alle einen Plan B haben, der schnell zu Plan A werden könnte.

Rosa Weber ist die beste Pianistin in der Gruppe und hält die Jungs auf Trab. Bei ihr zuhause wird geprobt. Quelle: privat

So will Rosa in Kunst- oder Musiktherapie mit Menschen arbeiten. Franz würde gern Film studieren, was im ziemlich weit entfernten Darmstadt am besten ginge. Julian könnte sich eine medizinische Laufbahn vorstellen, würde die Wartezeit auf einen Studienplatz auch mit einer Ausbildung zum Notfallsanitäter überbrücken. Und Schlagzeuger Jonas ist grafisch talentiert, würde es mit einer Bewerbung an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) versuchen.

Dieses Talent brachte er bereits bei der Gestaltung des Bandlogos - einer Schallplatte, die zugleich wie der Mond aussieht – zur Geltung. Den Bandnamen, der übersetzt so viel wie tief versunken im Mondschein bedeutet, brachten Rosa und Franz – seit einiger Zeit ein Paar – von einem romantischen Abend mit. „Wir saßen oft nachts draußen und haben zusammen Wein getrunken und dabei oft den Mond angesehen. Und wir spielen ja meist auch abends, wenn der Mond scheint. Statt deep in love waren wir eben Deep in Moon“, erklärt Rosa.

Sänger Franz Leutert (2.v.l.) und Gitarrist Julian Richter ergänzen sich auf der Bühne perfekt – wie hier bei einem Auftritt in Roßwein. Quelle: privat

Dass es die Vier als Band noch länger als bis zum Studien- oder Ausbildungsbeginn der Mitglieder geben könnte, sollten Musikfreunde nicht ausschließen. Talent und Selbstbewusstsein haben sie – zu sehen an der Organisation des ersten eigenen Konzerts am 3. Februar 2018 im Döbelner Volkshaus. „Wir haben einfach Karten an 150 Freunde und Bekannte verkauft. Viele hatten uns gehört und haben uns ermutigt. Am Ende sind etwa 200 da gewesen“, erzählt Jonas.

Nicht jede Nachwuchsband würde gleich in eine der größten Veranstaltungshallen der Region gehen. Deep in Moon hat es gewagt. Inzwischen gibt es auch eigene Songs, die zusammen mit den im eigenen Stil geprägten Covers professionell in einem Tonstudio aufgenommen werden. Ein Musikvideo sei das nächste große Ziel, sagen die Vier. Besucher des Stadtfestes dürfen gern am Sonntag schon mitfilmen.

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Von Sebastian Fink

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